Milchkännchen, Zuckerdöschen und der Zauber der Weihnacht

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Pfefferminzia Beltane



Milchkännchen, Zuckerdöschen und der Zauber der Weihnacht



In einem kleinen Häuschen, in einem dunklen Wäldchen wohnte ein altes Mütterchen. Dieses war schon so alt, dass es einen großen Buckel hatte, sehr gebückt und nur noch gaaaanz langsam lief. Das Mütterchen lebte ganz allein in ihrem Häuschen, hatte weder Mann noch Kinder, aber wartet….!!! Nein, so ganz allein war es nun doch nicht!

Im Haus lebten noch das Milchkännchen und das Zuckerdöschen, die ihren Platz auf dem alten knorrigen Eichenschrank hatten. Von dort aus konnten sie wunderbar aus dem Fenster sehen und beobachteten alles, was draußen so vor sich ging.

Mittlerweile neigte sich das Jahr seinem Ende zu, der Kalender zeigte Mitte Dezember an und es waren nur noch wenige Tage bis zum Heiligen Abend. Draußen schneite es seit zwei Tagen und die weiße Pracht hüllte den Wald in ein zauberhaftes weißes Kleid. Milchkännchen und Zuckerdöschen waren fasziniert, wie sich die Landschaft in so kurzer Zeit verändert hatte. Beide waren an den Rand des Eichenschrankes gerückt, um das Schneetreiben noch besser bestaunen zu können.

Das Mütterchen saß an ihrem Tisch und schlürfte, wie jeden Morgen, ihren Haferbrei. Auch sie ließ ihren Blick immer wieder zum Fenster gleiten, die tanzenden Schneeflocken waren auch ihr eine große Freude. „Ach Milchkännchen, ach Zuckerdöschen…“, sprach sie ihre beiden tönernen Freunde an. „Ich bin nun schon recht alt und weiß nicht, wie viele Weihnachtsfeste ich noch erleben werde. Es wäre mir eine große Freude, noch einmal in meinem Leben etwas besonders Schönes erleben zu dürfen! Nur leider verirrt sich niemand zu uns und ich bin zu schwach, um in die Stadt zu laufen. So wird es wohl leider nur ein Wunsch bleiben…“

Milchkännchen und Zuckerdöschen sahen ihr Mütterchen traurig von ihrem Schrankplatz aus an. Die Alte war nach ihren Worten wieder einmal eingenickt, das passierte ihr in letzter Zeit sehr oft. Die beiden Freunde waren sehr gerührt und wollten nichts sehnlicher, als ihr ihren Weihnachtswunsch erfüllen. Schließlich liebten sie ihr altes Mütterchen über alles, hatten ihr ganzes Leben gemeinsam mit ihr in der alten Hütte verbracht und so manche glückliche Stunde zusammen erlebt. Und Weihnachtswünsche müssen erfüllt werden, so sagt es das Weihnachtsgesetz!

Milchkännchen hockte sich an den Rand des Eichenschrankes und grübelte. Zuckerdöschen setzte sich daneben und grübelte mit. Die staubige alte Wanduhr tickte, die krummen Zeiger rutschten Stück für Stück weiter, die Zeit verging und die beiden Freunde saßen da und überlegten. „Ich hab,s!“ unterbrach plötzlich das Zuckerdöschen die kreative Stille. „Was hast du?“ wollte das Milchkännchen wissen. „Ich weiß, was unser liebes Mütterchen erfreuen würde!“ „Prima, was denn?“ Milchkännchen war neugierig geworden. Das Zuckerdöschen hob andächtig seinen zerbrechlichen Zeigefinger. „Sag ich dir gleich, aber wir müssen dazu aus dem Haus.“ „Waaaas?“ Das Milchkännchen erschrak und wäre es nicht ohnehin schon weiß gewesen, wäre es in diesem Moment vollkommen erblasst. „Aus dem Haus? Wie soll denn das gehen? Wir sind noch niemals aus dem Haus gegangen! Das ist doch mehr als gefährlich!“ Doch das Zuckerdöschen blieb hartnäckig. „Es geht nicht anders. Wir müssen das Haus verlassen, wenn wir unserem Mütterchen ihren Wunsch erfüllen wollen.“ „Wir kommen ja nicht mal von unserem hohen Schrank hinunter, liebes Zuckerdöschen. Hast du das bedacht?“ Zuckerdöschen hatte schon mit dem Einwand des Milchkännchens gerechnet und rief: „Kein Problem, meine Liebe! Die Hilfe steht dort hinten in der Ecke!“ Milchkännchen ließ den Blick in die finstere Ecke neben der Eingangstür gleiten, in der der alte, völlig verstaubte Reisigbesen stand und schlief. „He, Besen!“ Der laute Ruf des Zuckerdöschens ließ das in die Jahre gekommene Kehrwerkzeug aufhorchen. „Ja? Was gibt,s? Wo muss gefegt werden?“ fragte er, noch halb verschlafen. „Nirgends, mein Guter!“ hallte es vom Schrank. „Rutsch mal zu uns rüber!“ Zuckerdöschen war hocherfreut über seinen genialen Einfall und hüpfte aufgeregt auf den knarrenden Brettern des Eichenschranks hin und her. Der Besen schüttelte sich, um in die Gänge zu kommen und reckte und streckte seine Borsten. Dabei wirbelte er jede Menge Staub auf und Milchkännchen und Zuckerdöschen mussten laut husten. „Komm her, alter Freund!“ forderte das Zuckerdöschen. Langsam, Stück für Stück rutschte der Reisigbesen durch die Küche. Nach einer gefühlten Ewigkeit hatte er den Schrank erreicht, auf dem die beiden Freunde ungeduldig warteten. „Du musst uns nun herunter heben!“ Der Besen war aber schon recht steif und ungelenkig, so dass es ihn große Mühe kostete, die beiden Porzellankameraden mit seinen Reisigborsten zu greifen und vorsichtig vom Schrank zu heben.

„Oh weh, oh wei, ihr brecht noch entzwei!“ zeterte indessen die Kaffeekanne, die oben im Regal stand und das Treiben ängstlich beobachtete. Sie selbst hatte schon einige Risse davon getragen, als sie nach dem Abspülen in einer tollkühnen Aktion auf den Schrank hüpfen wollte.

„Ach Kaffeekännchen,“ rief das Zuckerdöschen, „hab keine Angst, wir passen schon auf uns auf!“

Beide waren inzwischen wohlbehalten auf dem Dielenboden angekommen und deuteten auf die verschlossene Eingangstür. „Lieber Besen, kannst du die Tür für uns öffnen?“ bat das Zuckerdöschen. „Klar,“ willigte der Besen ein. „Aber wohin wollt ihr denn? Draußen stürmt und schneit es. Und wißt ihr überhaupt den Weg?“ Nachdenklich kratzte sich unser Zuckerdöschen das weiße Porzellan. „Den Weg? Äh, nein…“ Milchkännchen schüttelte den Kopf. „Na das ist ja wieder typisch! Wir können doch nicht in diesem Schneegestöber quer durch den Wald laufen, ohne zu wissen, wohin! Ich dachte, du hast einen Plan?!“ „Den hab ich auch!“ schnaufte Zuckerdöschen ärgerlich. „Komm einfach mit!“ So folgte das Milchkännchen dem Zuckerdöschen durch den verschneiten Winterwald. Der Flocken tanzten ihnen ins Gesicht, die Tannen rauschten im Wind und unter ihren kleinen Porzellanfüßchen knirschte leise der Schnee. Stapf, stapf, stapf….

Hinter der knorrigen Eiche ging dem Milchkännchen so langsam die Puste aus. „Sind wir bald da? Es ist gruselig kalt und ich bekomme kaum Luft!“ Zuckerdöschen nickte. „Ja, gleich. Es kann nicht mehr weit sein!“ Milchkännchen hatte noch immer keinen Schimmer, was ihr Kamerad vor hatte, wollte aber auch nicht weiter nachfragen. So stapften sie weiter über die weißen Waldwege bis Zuckerdöschen plötzlich stehenblieb, nach vorn deutete und laut ausrief: „Daaa!! Da ist es!“ Milchkännchen sah angestrengt nach vorn, kniff die Augen zusammen, konnte aber beim allerbesten Willen nichts entdecken. Zuckerdöschen hingegen nahm die kleinen Beinchen in die Hand und setzte sich schnurstracks in Richtung eines riesigen Baumes in Bewegung. Milchkännchen versuchte ihm zu folgen. Je näher sie dem Baum kamen, umso lauter wurde es. Ein mehrstimmiges lautes Piepen und Tschilpen durchdrang die eiskalte Luft und wenn man genauer hinsah, entdeckte man in der Krone des gewaltigen Baumes eine riesige Schar Vögel. Sie flogen in den Ästen und Zweigen umher, einige pickten an den kleinen Früchten des Baumes herum, andere schienen sich miteinander zu unterhalten. Milchkännchen betrachtete die Szenerie mit weit offenem Mund. Das Zuckerdöschen aber besann sich sofort auf ihre Mission, hatten sie den weiten Weg hierher ja nicht grundlos gemacht! Es stellte sich direkt neben den dicken Stamm der Buche und rief laut in die Höhe: „Haaalllloooo!“ Schlagartig kehrte Ruhe in der Vogelrunde ein. Offensichtlich war man überrascht über den unangeküngigten Besuch. Um diese Tageszeit wurde man üblicherweise nicht von anderen angesprochen! Zahlreiche kleine schwarze Knopfaugen sahen hinab in die Tiefe. Zuckerdöschen war froh über die abrupte Stille, konnte es doch so sein Anliegen den Vögeln vorbringen. Und so erzählte es ihnen von ihrem kleinen Hüttchen, dem alten Mütterchen und ihrem besonderen Weihnachtswunsch. Die Vögel hörten gespannt zu. Zuckerdöschen war natürlich nicht umsonst zu ihnen gelaufen, es hatte vor, die Vögel um einen großen Gefallen zu bitten. Sie sollten das Mütterchen am Weihnachtsabend überraschen! Nachdem die Einzelheiten besprochen und geplant worden waren, liefen Milchkännchen und Zuckerdöschen fröhlich und beseelt zurück nach Hause. Dort wartete ihr Mütterchen schon voller Sorge auf die beiden. „Wo wart ihr nur, bei diesem Wetter?“ wollte sie sofort wissen, als die beiden Helden durch die Tür traten. Vielsagend lächelte das Milchkännchen und das Zuckerdöschen hielt sich eilig den Zeigefinger vor den Mund; nichts sollte heute verraten werden. Stattdessen beruhigten sie ihr Mütterchen, in dem sie vorgaben, einen kurzen Spaziergang gemacht zu haben.

Der Weihnachtstag brach an und das alte Mütterchen hatte die kleine Stube liebevoll mit Tannenzweigen, Äpfeln und Kerzen geschmückt. Auf den Tisch stellte sie eine Vase mit Zweigen, an denen bunte Strohsterne hingen. Daneben stand eine Schale mit Nüssen, die sie im Herbst im Wald gesammelt hatte und zwei Apfelsinen, die ihr der Förster Grieseberg aus der Stadt mitgebracht hatte. Gestern hatte er der Alten einen Besuch abgestattet, um nach dem Rechten zu sehen und ihr ein paar Dinge aus dem Einkaufsmarkt zu bringen. Der Reisigbesen, die Kaffeekanne und natürlich auch Milchkännchen und Zuckerdöschen verfolgten das Gewusel ihres Mütterchens gespannt. Die Stube wirkte schon jetzt weihnachtlich und sehr festlich! Alle freuten sich auf den Abend und die große Überraschung!

Das Mütterchen, welches von alledem nichts ahnte, backte am Mittag einen Kuchen und einige Plätzchen, welches sie sich später schmecken lassen wollte. Besuchen würde sie wohl heute niemand, Förster Grieseberg feierte mit seiner Familie und würde sicher erst nach den Feiertagen wieder vorbei kommen. Die Postfrau Christine hatte die ganze Woche Urlaub, auch sie käme heute nicht auf einen Tee hinein. Weitere Gäste hatte die Alte seit Jahren nicht gehabt. Also richtete sie sich auf ein ruhiges Weihnachtsfest mit ihren Hausgesellen ein. Für das Mütterchen war das aber sehr in Ordnung.

Die Dunkelheit brach schon sehr zeitig ein, kurz nach dem Weihnachtskaffee zündete das Mütterchen die Kerzen an. Die Stehlampe neben dem Eichenschrank spendete zusätzliches Licht. Die Kaffeekanne oben im Regal summte leise ein Weihnachtslied. „Stille Nacht, heilige Nacht“ klang durch den Raum. Die Alte saß friedlich in ihrem Sessel, schälte eine Apfelsine und lächelte. „Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest, meine Lieben!“ wünschte sie ihren Mitbewohnern, dem Milchkännchen, dem Zuckerdöschen, dem alten Reisigbesen und natürlich auch der singenden Kaffeekanne.

Auf einmal hämmerte es an die Fensterscheibe! Poch, poch, poch…!! Immer wieder, ziemlich laut. Die Alte fuhr erschrocken herum. „Nanu…, wer kann das denn sein?“ Sie erhob sich ächzend aus ihrem Sessel, denn die Gelenke machten bei dem feuchten Wetter oft Probleme. Während sie langsam zur Tür humpelte, um nachzusehen, wer ihr am Heiligen Abend einen Besuch abstatten wollte, hüpften Milchkännchen und Zuckerdöschen voller Vorfreude auf ihrem Schrank hin und her. Schließlich wussten die beiden nur zu gut, wer da so laut am Fenster klopfte! Sie gaben dem Besen ein Zeichen, dass er sie und auch die Kaffeekanne wieder vom Schrank heben und auf den Boden setzen sollte, damit sie die Weihnachtsüberraschung nicht verpassen! Das Mütterchen öffnete die knarrende Tür, sofort blies der Wind einige Schneeflocken in die gute Stube. Nachdem das Mütterchen wieder einen klaren Blick hatte, schlug sie vor freudiger Überraschung die Hände vor,s Gesicht! Vor ihrer kleinen Hütte hatte jemand die Fichte festlich geschmückt. Die immergrünen Zweige waren mit Nüssen, kleinen Äpfeln, Strohsternen und Bucheckern behangen. Auf einigen Zweigen leuchteten Kerzen. (Hier stellte sich heraus, dass diese die diebischen Elstern vom großen Weihnachtsbaum in der Stadt gemopst hatten, denn das gehörte diesmal zu ihrem Auftrag!) Das Mütterchen ließ ihren Blick über den wunderschönen Weihnachtsbaum wandern, als plötzlich in den Ästen ein leiser Gesang anstimmte. Unzählige feine Stimmchen sangen „Jingle Bells“, „Fröhliche Weihnacht“, „ Stille Nacht“ und einige andere weihnachtliche Lieder.

Als sie genauer hinsah, erblickte sie auf den verschneiten Ästen der Fichte lauter kleine Meisen, Rotkehlchen, Sperlinge, Buchfinken, Elstern, aber auch den Raben Odemar, der heute ausnahmsweise nicht krächzte, sondern erstaunlich filigran singen konnte! Die Vögel hatten nicht nur in der Nacht vor dem Heiligen Abend heimlich die Fichte vor dem Haus des Mütterchens geschmückt, sondern auch in den Tagen zuvor die Weihnachtslieder einstudiert, um im Auftrag von Milchkännchen und Zuckerdöschen das Mütterchen zu überraschen. Ihr Auftritt war das Geschenk ihrer Hausbewohner gewesen. Der Alten standen Tränen der Freude in den Augen. So sehr hatte sie dieser unerwartete Besuch der Waldvögel und deren Weihnachtskonzert gerührt. Damit hatte sie nicht gerechnet! Der alte Besen, die staubige Kaffeekanne sowie Milchkännchen und Zuckerdöschen standen neben ihr im Schnee und klatschten und tanzten, als sie sahen, wie sehr ihr Weihnachtsgeschenk geglückt war! Das Mütterchen konnte sich nun denken, wer hinter dieser Überraschung steckte und schloss alle Vier herzlich in ihre Arme. Sie bedankte sich auch bei den Vögeln, stellte ihnen zum Abschied noch eine große Schüssel mit Futter hin, welches sich der gefiederte Chor gern schmecken ließ. Als die Schüssel leer war, flogen sie alle wieder ihrer Wege und auch das Mütterchen verschloss die Tür ihres Häuschens und setzte sich an den lodernden Kamin, um sich aufzuwärmen. Milchkännchen und Zuckerdöschen hatte sie auf ihrem Schoß, der Reisigbesen lehnte zufrieden an ihrem Sessel und die alte Kaffeekanne hatte sich auf den Teppich vor den Kamin gestellt, um den tanzenden Flammen zuzusehen. „Ich danke euch allen von Herzen!“ sagte das Mütterchen beseelt. „Das war eine wunderbare Überraschung und etwas ganz Besonders!“ Sie drückte die beiden kleinen Helden, die ihre Idee in die Tat umgesetzt und ihr liebes Mütterchen erfreut hatten, vorsichtig an ihre roten Wangen. Dem Besen strich sie über die Borsten und der Kaffeekanne über ihren rissigen Deckel. Durch das Fenster leuchtete die Fichte im Kerzenschein, die Hütte erfüllte ein zarter Duft von Apfelsinen, die vier Hausbewohner lauschten dem Knacken des Holzes im Kamin und das alte Mütterchen…. es war friedlich in weihnachtlicher Stimmung im Sessel eingenickt…

…………………frohe Weihnacht!







(Copyright by Pfefferminzia Beltane)
 
Hallo Pfefferminzia Beltane,

eine wirklich hübsche Weihnachtsgeschichte, auch wenn sie stellenweise ein paar Längen hat.

Ein Tipp zur Form:

Beide waren inzwischen wohlbehalten auf dem Dielenboden angekommen und deuteten auf die verschlossene Eingangstür. „Lieber Besen, kannst du die Tür für uns öffnen?“ bat das Zuckerdöschen. „Klar,“ willigte der Besen ein. „Aber wohin wollt ihr denn? Draußen stürmt und schneit es. Und wißt ihr überhaupt den Weg?“ Nachdenklich kratzte sich unser Zuckerdöschen das weiße Porzellan. „Den Weg? Äh, nein…“ Milchkännchen schüttelte den Kopf. „Na das ist ja wieder typisch! Wir können doch nicht in diesem Schneegestöber quer durch den Wald laufen, ohne zu wissen, wohin! Ich dachte, du hast einen Plan?!“ „Den hab ich auch!“ schnaufte Zuckerdöschen ärgerlich. „Komm einfach mit!“ So folgte das Milchkännchen dem Zuckerdöschen durch den verschneiten Winterwald. Der Flocken tanzten ihnen ins Gesicht, die Tannen rauschten im Wind und unter ihren kleinen Porzellanfüßchen knirschte leise der Schnee. Stapf, stapf, stapf….
Ein solcher Absatz ist besser lesbar und wird in der Regel auch so gestaltet, dass man die Dialoge untereinander schreibt. Immer wenn der Sprecher wechselt, erfolgt ein Zeilenumbruch. Das sähe also so aus:

Beide waren inzwischen wohlbehalten auf dem Dielenboden angekommen und deuteten auf die verschlossene Eingangstür.
„Lieber Besen, kannst du die Tür für uns öffnen?“ bat das Zuckerdöschen.
„Klar,“ willigte der Besen ein. „Aber wohin wollt ihr denn? Draußen stürmt und schneit es. Und wißt ihr überhaupt den Weg?“
Nachdenklich kratzte sich unser Zuckerdöschen das weiße Porzellan. „Den Weg? Äh, nein…“
Milchkännchen schüttelte den Kopf. „Na das ist ja wieder typisch! Wir können doch nicht in diesem Schneegestöber quer durch den Wald laufen, ohne zu wissen, wohin! Ich dachte, du hast einen Plan?!“
„Den hab ich auch!“ schnaufte Zuckerdöschen ärgerlich. „Komm einfach mit!“ So folgte das Milchkännchen dem Zuckerdöschen durch den verschneiten Winterwald. Der Flocken tanzten ihnen ins Gesicht, die Tannen rauschten im Wind und unter ihren kleinen Porzellanfüßchen knirschte leise der Schnee. Stapf, stapf, stapf….

LG SilberneDelfine
 

Michael Kempa

Mitglied
Hallo Pfefferminzia!
Die Geschichte erinnert mich an "Das Mädchen mit den Streichhölzern", wobei ich nicht genau weiß, von wem das ist.
Deine Geschichte ist wie gemacht, vor einem knisternden Kamin vorgelesen zu werden.
Schöne Geschichte!
Gruß
Michael
... und darauf einen Spekulatius!
 
Hallo Pfefferminzia!
Die Geschichte erinnert mich an "Das Mädchen mit den Streichhölzern", wobei ich nicht genau weiß, von wem das ist.
Deine Geschichte ist wie gemacht, vor einem knisternden Kamin vorgelesen zu werden.
Schöne Geschichte!
Gruß
Michael
... und darauf einen Spekulatius!
Dankeschön!! Freut mich, dass dir die kleine Geschichte gefallen hat!
Lass dir den Spekulatius - wohlverdient - schmecken. ;-)
 

petrasmiles

Mitglied
"Das Mädchen mit den Streichhölzern",
Es heißt 'Das Mädchen mit den Schwefelhölzern' und ist von Hans Christian Andersen.
Leider ist das eher eine traurige Geschichte, weil das Mädchen am Ende auf der Straße erfriert, aber weil es ein Märchen ist, in den Himmel aufsteigt zu ihrer geliebten Großmutter.
Vielleicht hast Du Dich an die geliebte Großmutter erinnert.

Wirklich eine zauberhafte Geschichte, vielleicht am Anfang etwas sehr auf kindliche Zuhörer zugeschnitten ("gaaaanz langsam lief"), aber doch so liebenswürdig geschrieben, dass auch der erwachsene Leser seine Freude daran hat - und zu dieser Zeit des Jahres sowieso.

Liebe Grüße
Petra
 
Hallo Pfefferminzia,
wirklich zauberhafte Weihnachtsgeschichte, die Du da verfasst hast. Sie ist wirklich nicht langweilig, obwohl sie umfangreich ist. Ich wurde, wie die anderen auch, ebenfalls an Hans Christian Andersen erinnert.
Gruß Friedrichshainerin
 
Hallo Pfefferminzia,
wirklich zauberhafte Weihnachtsgeschichte, die Du da verfasst hast. Sie ist wirklich nicht langweilig, obwohl sie umfangreich ist. Ich wurde, wie die anderen auch, ebenfalls an Hans Christian Andersen erinnert.
Gruß Friedrichshainerin
Dankeschön. ;-) H.C. Anderson hatte ich eigentlich gar nicht im Kopf, bei mir gabs ja ein Happy End. Das Großmütterchen lebt ja noch. ;-)
 

Aledi

Mitglied
Hallo Pfefferminzia,

ich habe deine Geschichte gern gelesen. Sie ist zauberhaft geschrieben.

Liebe Grüße von Aledi
 



 
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