Mitternachts-Terzine

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Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Um Mitternacht lief trunken ich durch Straßen
und blickte in die leeren Fensterhöhlen,
ich hasste mich so über alle Maßen.
Weil schwankende Passanten lauthals gröhlen
und sich in Hauseingängen wild entleeren,
bevor sie wieder Magenwände ölen,
wo sich die Nachbarn über Lärm beschweren,
weil sich im Dunkeln die Gespenster tummeln,
wo Höllengeister sich wie wild vermehren,
wo sie die Glatze mir mit Macht befummeln,
weil sie vereinsamt stets auf sich nur achten,
jetzt toben sie als wie die wilden Hummeln.
Das Weitere will ich hier nicht betrachten.
 

Mondnein

Mitglied
nicht unter meinen Schlaffen-Sternen!

Köstlich,
es tröstet den, der Ähnliches erlebt.

Ich muß abends oft das Schlaffenster schließen,
wenn die Sieger im Lautelautesingen
die Elisabethstraße so langsam wie möglich
entlangwandern, um die Stelle zu finden,
wo sich der beste Sprachrohreffekt ergibt. Flüstertütenästhetik.

Hoffentlich kommt bald der scharfe Nachtfrost,
- ach Gott, gestern war noch August.
 

Mondnein

Mitglied
in einem durch

Daß die Terzinen ohne die üblichen Lücken in einem durch geschrieben sind, macht einen geradezu zornigen Eindruck.
Sehr passend, finde ich.
 

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