Montagmorgendliche Stille

Es ist wieder ein Wochenende vorbei.

Eins durch.

Eins durch was?

Geteilt mit so vielen Menschen und Händen.

Sich davon gespült- geflogen- aufgekommen. geliebt worden, versprechen gebrochen, gelogen und den Schein gewahrt.

Habe den ganzen Sonntag nur gelegen und geschlafen,mit soviel Berührung wie es eben sein muss um sich nicht allein zu fühlen aber gerade nur so das es nicht anstrengend wird.

Die Nacht war gut, ein Kuss verabschiedete mich heute morgen- ich durfte weiterschlafen- drehe mich in nicht mehr ganz so fremden Decken um, fühle mich fast schon vertraut.

Habe mich in diesem Bett schon oft nochmal umdrehen dürfen. Kenne die Geräusche der Straße, sie klingt anders als meine.

Höre die Schwalben und schließe die Augen.

Ich wache auf und bin allein.

Die Stille ist an Montag Morgenden immer am lautesten.

Die Schwalben fliegen tief.

Dein Flug ist vorbei- du hast alles gespürt- außer dich selbst.

Geflohen in Arme und Situationen die nie gut sind aber so vertraut.

Ich weiß dass ich los muss, unbedingt.

Stattdessen bleibe ich liegen in dieser nicht mehr ganz fremden Wohnung, in der ich doch nie ankomme.

Ich weiß dass ich Hunger haben sollte, doch ich spüre nichts.

Das Amphetamin schnürt den Magen zu und brennt Löcher in die Seele.

Die Pupillen so groß, das Herz so leer.

Der Alltag kommt.

Meine Seele hat Hunger.

Die Stille an Montag Morgenden ist immer am lautesten.
 
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