Morgenstimmung im Februar

ich schiebe die Gardine zur Seite
schaue hinaus
das Haus gegenüber blinzelt schläfrig herüber
aus seinem Schornstein fädelt sich leichter Rauch
die Kirchturmuhr thront über dem Ort
bewacht die Zeit
ihr Glockenton weckt
morgens rechtzeitig
die Menschen
gehen zur Arbeit
eilen zum Zug
jede Minute wird es einen Schritt heller
eine Amsel zerteilt im Flug mein Fenster
noch ist es nicht Frühling
so kurz vor sieben Uhr
hätte es mein vorletzter Tag sein können

27.02.2019
 

revilo

Mitglied
ich schiebe die Gardine zur Seite
schaue hinaus
das Haus gegenüber [red]blinzelt schläfrig[/red] herüber
aus seinem Schornstein fädelt sich leichter Rauch
die Kirchturmuhr [red]thront über dem Ort[/red]
[red]bewacht die Zeit[/red]
ihr Glockenton weckt
morgens rechtzeitig
die Menschen
gehen zur Arbeit
eilen zum Zug
jede Minute wird es einen Schritt heller
[red]eine Amsel zerteilt im Flug mein Fenster[/red]
noch ist es nicht Frühling
so kurz vor sieben Uhr
hätte es mein vorletzter Tag sein können

gute Ansätze, aber hier hast du definitiv zu viel gewollt........Lg revilo
 

revilo

Mitglied
ich schiebe die Gardine zur Seite
aus dem Haus gegenüber blinzelt es schläfrig
der Schornstein fädelt silbern den Rauch
die Kirchturmuhr wacht über dem Ort
zählt die Zeit
ihr Glockenton weckt
morgens den Tag
die Menschen
hasten zur Arbeit
eilen zum Bahnhof

jede Minute wird es einen Schritt heller
eine Amsel zerteilt im Flug mein Fenster
noch ist es nicht Frühling
so kurz vor sieben Uhr
hätte es mein vorletzter Tag sein können

mal ganz spontan..........
 
Finde ich nett von dir, dass du an meinem Text "rumgebastelt" hast. Das regt mich an, weiter zu denken. Vielleicht so?

ich schiebe ahnungslos die Gardine zur Seite
noch schläfrig der Ort
aus dem Schornstein des Hauses gegenüber
fädelt sich leichter Rauch in den grauen Morgenhimmel
die Kirchturmuhr verkündet die Zeit
wie ein Wächter
ihr Glockenschlag weckte
den Tag
mich
die Menschen
sind schon unterwegs
hasten an meinem Fenster vorbei
zur Arbeit
eilen zum Bahnhof

jede Minute wird es einen Schritt heller
eine Amsel zerteilt im Flug mein Fenster
noch ist es nicht Frühling
so kurz vor sieben Uhr
und es hätte mein vorletzter Lebens-Tag sein können
Danke dir und viele Grüße
Mistralgitter
 
ich schiebe die Gardine zur Seite
noch schläfrig der Ort
aus dem Schornstein des Hauses gegenüber
fädelt sich leichter Rauch in den grauen Morgenhimmel
die Kirchturmuhr verkündet die Zeit
wie ein Wächter
ihr Glockenschlag weckte
den Tag
mich
die Menschen
sind schon unterwegs
hasten zur Arbeit
eilen zum Bahnhof

jede Minute wird es einen Schritt heller
eine Amsel zerteilt im Flug mein Fenster
noch ist es nicht Frühling
so kurz vor sieben Uhr
und es hätte mein vorletzter Lebens-Tag sein können

27.02.2019
 

revilo

Mitglied
versteh mich bitte nicht falsch.....mir geht es nicht darum , dass di meine Vorschläge einbaust....ich will dich nur zum Nachdenken animieren...
 

blackout

Mitglied
Mistral, mir kommt der ganze Text ein bisschen wie "1., 2., 3." vor, dadurch, dass es eine ununterbrochene Aufzählung gibt. Und so recht will beim Lesen auch keine Morgenstimmung entstehen, selbst morgendliche Hektik kommt nicht rüber. Es ist nicht die Anzahl von Beobachtungen, die Bilder ergeben. Der letzte Vers ist meiner Ansicht nach verstörend, man weiß nicht, warum du ihn geschrieben hast, und so verpufft er, bei mir jedenfalls. Schon, dass du ihn erklären musst, zeigt, dass da was nicht stimmt, zudem ich einige Verse auch noch für erklärungsbedürftig halte, zum Beispiel die Amsel, die das Fenster "zerteilt".

blackout
 

revilo

Mitglied
ooooooopppssssss, das finde ich heftig, aber leider erschließt sich das dem Leser nicht.....Ich hoffe, es ist wieder alles ok....
 
@ revilo Ich bin einigermaßen glimpflich davon gekommen und lebe! Man hat mir in Aussicht gestellt, nach etwa einem Jahr wieder ganz hergestellt zu sein. Bin gespannt. Im März weiß ich mehr. Und jetzt schreibe ich hin und wieder Texte, naja solche und andere ;-)
 

blackout

Mitglied
Mistral, es geht doch nicht darum, dass ich es dir verbieten würde, solche Texte zu schreiben. Ich dachte mir, dass dir solche Hinweise helfen würden, mehr Qualität ins Gedicht zu bringen. Ja, ich weiß, man verdaut es schwer, wenn da eine Kritik kommt, die man im ersten Moment nicht versteht. Aber ich denke, wenn du ein Weilchen darüber nachdenkst, wirst du deine Ansicht ändern.

blackout
 
@ blackout Ich bin lang genug "im Geschäft" um zu wissen, dass nicht alles, was ich schreibe, Zustimmung erfährt. Und dass meine Texte nicht perfekt sind, weiß ich auch. Ich glaube, dass der Text aber dennoch seine Berechtigung hat.
 
ich schiebe die Gardine zur Seite
noch schläfrig der Ort
aus dem Schornstein des Hauses gegenüber
fädelt sich leichter Rauch in den grauen Morgenhimmel
die Kirchturmuhr verkündet die Zeit
wie ein Wächter
ihr Glockenschlag weckte
den Tag
mich
die Menschen
sind schon unterwegs
gehen zur Arbeit
eilen zum Bahnhof

jede Minute wird es einen Schritt heller
eine Amsel zerteilt im Flug mein Fenster
noch ist es nicht Frühling
so kurz vor sieben Uhr
und es hätte mein vorletzter Lebens-Tag sein können

27.02.2019
 
ich schiebe die Gardine zur Seite
schaue hinaus
noch ahnungslos
noch schläfrig
wie der Ort

aus dem Schornstein des Hauses gegenüber
fädelt sich leichter Rauch in den grauen Morgenhimmel
die Kirchturmuhr verkündet die Zeit
wie ein Wächter von hoch oben

ihr Glockenschlag weckte
den Tag
mich
die Menschen
sind schon unterwegs
gehen zur Arbeit
eilen zum Bahnhof
wie jeden Tag
alle Tage

eine Amsel zerteilt im Flug mein Fenster
in ein Oben und Unten meinen Blick
sie kümmert das nicht

jede Minute wird es einen Schritt heller
wie es üblich ist um diese Jahreszeit
noch ist es nicht Frühling
so kurz vor sieben Uhr

und so hätte es mein vorletzter Lebens-Tag sein können
einfach so

27.02.2019
 

revilo

Mitglied
ich schiebe die Gardine zur Seite
schaue hinaus
noch ahnungslos
noch schläfrig
wie der Ort

aus dem Schornstein des Hauses gegenüber
fädelt sich leichter Rauch in den grauen Morgenhimmel
die Kirchturmuhr verkündet die Zeit
wie ein Wächter von hoch oben

ihr Glockenschlag weckte
den Tag
mich
die Menschen
sind schon unterwegs
gehen zur Arbeit
eilen zum Bahnhof
wie jeden Tag
alle Tage

eine Amsel zerteilt im Flug mein Fenster
in ein Oben und Unten meinen Blick
sie kümmert das nicht

jede Minute wird es einen Schritt heller
wie es üblich ist um diese Jahreszeit
noch ist es nicht Frühling
so kurz vor sieben Uhr

und so hätte es mein vorletzter Lebens-Tag sein können
einfach so


Der Text und die dahinterstehende Geschichte berührt mich, weil ich mich vor 10 Jahren in einer ähnlichen Situation befunden habe. Vor 6 Jahren sind binnen drei Monaten 2 meiner besten Freunde gestorben. Diese schlimme Erfahrung habe ich in meinen Gedichten Abschied zumindest versucht zu verarbeiten. Wenn der Text für dich so ok ist, dann lass ihn so. Und die von blackout gerügte Beschreibung gefällt mir. De gustibus est non disputandum.

Aus handwerklicher Sicht muss ich dir allerdings sagen, dass das Ende des Gedichtes zu hart ist. Du solltest die Todesbotschaft daher eher verstecken. Vielleicht in einer Überschrift "mein fast vorletzter Tag" und dann die letzte Strophe weglassen oder dergleichen.....LG Revilo
 

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