musen sonett

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Mondnein

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[ 4]musen sonett


schenk mir deine seele spricht die göttin streng
liebe mich: ich gebe dir die worte ein
schreibe auf was ich dir singe – sing allein
was ich dir ins ohr einküsse engel-eng

explodieren dir die lüste little bang
brause pulver leicht berauschen dein gebein
fein geplatzte konsonanten stimmen ein
echos hall vokale reimen eng und streng

dichter noch als dicht bin ich dir eingeschmiegt
bin ich deine lust zu trinken mich in dir
spreche in dir gleich wie meine zunge liegt

tief im ohr spiralen schnecken hörgang hier
sind unendlich fein gewunden still vergnügt
wir – wie du: ein ich punkt schlieszt mein du mit dir
 

Zirkon

Mitglied
Hallo Mondnein,

ein wirklich ungewöhnliches Sonett, das sich augenzwinkernd über das Verhältnis eines Dichters und seiner Muse erhebt.
Sprachlich individuell, eine Mischung aus modernen Wörtern und alten Ausdrucksweisen , z.B. " brausepulverleicht berauschen dein Gebein", "dichter noch als dicht...bin ich deine Lust" macht es leicht und animiert zur schmunzelnden Selbstanalyse.
Fein gemachtes Stückchen
Allein das dreimalige "dir" in den Terzetten und dir als zweimaliger Reim trüben das ein wenig ein. Tippfehler bei schließt?
Liebe Grüße Zirkon
 

Mondnein

Mitglied
Dankeschön Zirkon,
und Danke auch HerbertH!

Ich war gerade wegen Vorhofkammerflimmern (doppelter Herzschlag) im Krankenhaus, und seit dem Elektroschock - ironischerweise wie bei den "Schutzflehenden" des Juligedichts des Monats - erhole ich mich est langsam von einer Aphasie, schreibe alles falsch, muß jedes Wort Buchstabe für Buchstabe korrigieren - ich sollte mich im automatischen Schreiben üben (schrieb eben "automanisch" ...) nur das Wort "Aphasie" geht mir seit dem Aufwachen aus der Narokose locker von den Lippen -

grusz, hansz
 

 
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