muster in meiner sofadecke

Mondnein

Mitglied
[ 4]muster in meiner sofadecke


ten russel: hoch elef assel
antelep hassel bar
palmblatt zu bensch lacke co con
gensch lager ben schalatt –

en rüssalm: blassele fassel
zwölef ellessel sat
zungen schla xungen pelé plek
sus alm blassell schalatt?

rüssel hoch: elefell anten
rüssalm balassel bar
lattzungen schlager cocó con
gen schlag zu ben schalatt …

wölf assel: rüsselel massel
toffee karüssell na
schlag zungen lag zulu gula
gumm pa padumm padatt!
 

HerbertH

Mitglied
Lieber Hansz,

jetzt weiß ich wieder, wie es sich anhört, wenn man von einer fremden Sprache nur einiges zu verstehen glaubt :D

"muster in meiner sofadecke" ist die Überraschung, weil dieser Titel vom Gedicht weit entfernt scheint ... Ich bin mir allerdings sicher, dass Du hier genaue Vorstellungen hast ...

Liebe Grüße

Herbert
 

Mondnein

Mitglied
Lieber Hansz,

jetzt weiß ich wieder, wie es sich anhört, wenn man von einer fremden Sprache nur einiges zu verstehen glaubt

"muster in meiner sofadecke" ist die Überraschung, weil dieser Titel vom Gedicht weit entfernt scheint ... Ich bin mir allerdings sicher, dass Du hier genaue Vorstellungen hast ...

Liebe Grüße

Herbert
Danke, HerbertH -
es geht Dir, wenn ich Dich richtig verstehe, um die poetologische Grundlage dieses Klanggedichts, ich hoffe, die Forenredakteure lassen diesen Antwortversuch deshalb unverborgen:


Richtig: Der Leser (mich eingeschlossen) sieht sich in einen fremden Sprachraum versetzt. Ist mir gerade noch konkret, da ich über die Weihnachtsferien in Indien war, wo die Familie meiner Frau Marathi sprach, aber ich kann nicht mal Hindi (nur Sanskrit).

Dann bleibt in diesem Lied hier (mit seinen streng abgezählten Silben pro Zeile) die Klangstruktur, aber nicht völlig abstrakt, sondern mit Assoziations-Valenzen. Die lassen Molekülgruppen aus den silbenen Trümmern bilden, einige Sprachen kommen durch, wie Deutsch und Hebräisch, aber es bleibt knapp unter der kommunikativen Verständnisschwelle.
Es ist so, wie bei einer Decke, die mit Motiven bedruckt, oder einem Teppich, in den Figuren hineingewebt sind, die fast schon als Bäume, Tiere, Ranken erkennbar sind, aber genausogut Ubahnstreckenpläne einer Millionenstadt symmetrisieren könnten. Die in einem Sofabezug dann aber kaum einen Bezug zu einem Berliner oder Londoner Streckennetz haben, der über die ästhetische Analogie und die strukturelle Projektion hinausgeht. So, wie ein Andreaskreuz die beiden Ubahnen von Rom abbilden könnte, aber ja - es bliebe kabbalistischer Analogienzauber, das Kaffeesatz-Lesespiel.

In der Malerei ist völlige Abstraktion seit hundert Jahren selbstverständlich, in der Sprache ist sie noch immer experimentell.

grusz, hansz
 

HerbertH

Mitglied
Lieber Hansz, wusst ichs doch :D ... Jetzt verstehe ich auch die Sofadeckenintention. Die erinnert mich an eine Unterhaltungssendung, in der Passanten eine Karte - in Wirklichkeit Strickmuster o.ä. - gezeigt bekamen und anhand der Karte den Weg zum Bahnhof erklären sollten, wobei viele mit den Fingern auf der Karte die Richtungen anzeigten. Das war also eigentlich ein abstakter Spass....

zungen: Die tauchen im Klartext auf, und das hat ja nach Deiner Beschreibung auch allen Grund.

Interessant ist auch, dass bei solcher Abstraktion eine äußere Form wichtig ist. Das hält zusammen.

Meine eigenen Versuche mit Sprache zu experimentieren, sind auch oft von der Form gesteuert, aber vom Umfang her bei weitem nicht mit den Deinen vergleichbar.

Herzliche Grüße

Herbert
 

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