Muttertag

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Tinka

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Muttertag

Der zweite Sonntag ist’s im Mai
und d’rum verwöhnen heut’ die drei –
sie haben es genau besprochen
im Bett am Freitag vor zwei Wochen –
mit allen Mitteln die Mama.
Oh, freu dich, – Muttertag ist da!

Am Morgen nun - es ist halb acht -
da wird die Tür leis’ aufgemacht.
Mama – schon wach - schließt schnell die Lider,
dann blinzelt sie, sieht weißen Flieder.
Kaffeeduft sie jedoch vermisst,
weil der doch ‚kalt-gebrüht’ heut’ ist. . .

Nun lässt sie sich ausgiebig wecken,
danach das Kaffee-Wasser schmecken.
Doch – durstig ist sie heut’ nicht sehr
und trinkt nur eine Tasse leer.
Dazu gibt’s Toast – recht dunkelbraun –
dick mit Nutella noch zum Kau’n.

Dann wird beschenkt die Frau Mama
mit Selbstgemachtem – ist doch klar.
Sie freut sich über’s Herz am Band
und das Gedicht mit Blümchenrand.
Gerührt sagt sie: „Ach, ihr seid nett!“,
entsteigt erleichtert nun dem Bett.

Oh, wie sie heut’ ihr Bad genießt!
Jan sitzt daneben und er liest
- zwar stockend noch – von Franz dem Pferd
der Mutter vor und er erklärt:
„Heut’ musst du nicht alleine sein!“
Die Mutter lächelt: „Das ist fein!“

Die and’ren zwei – am Küchentuch
erkennt man deutlich den Versuch –
haben den Abwasch schon geschafft
und wollen nun mit frischer Kraft
allein das Mittagsmahl bereiten.
Mama zur Stube sie geleiten.

„Das wird ’ne Überraschung!“, spricht
der kleine Nils, „ich sag’ dir nicht,
dass wir für dich heute Pizza backen!“
Setzt sie aufs Sofa, in den Nacken
stopft er ein Kissen, schaltet dann
für sie die Sesamstraße an.

Im Ofen backt der Festtagsschmaus,
die stolzen Köche ruh’n sich aus.
Nach einer Stunde spricht Mama:
„Es riecht nach Rauch! – Wie sonderbar!“
Die Kathi ruft: „Mensch, unser Essen!
Wir hab’n die Pizza ganz vergessen!“

Die Überraschung ist gelungen!
Schnell wird gelüftet und die Jungen
verstau’n mit traurigem Gefühl
die ‚Pizza-Negro’ nun im Müll.
Papa sagt: “Ich find’s angemessen,
wir gehen heute auswärts essen!“

Der Mutter(-nachmit-)tag verrinnt
bei ’Memory’ und ’Vier gewinnt’.
Dann spricht Mama: „Es ist schon spat!
Ich mach’ uns Brote und Salat!“
„Bleib sitzen!“, protestieren schwach
die Kinder, - geben schnell dann nach!

Am Abend sitzt die Kinderschar
müd’ und zufrieden strahlend da.
„Nicht wahr, dein Muttertag war nett!?“
„Ja!“, sagt Mama, „doch nun ins Bett!“,
und denkt dabei so insgeheim:
„Ein Mal im Jahr – mehr muss nicht sein!“
 

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