nach Shakespeare zu lieben

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Auch wenn es schwer ist
nach shakespeare zu lieben. hast du gesagt
(mercy bien-aimee´) nun ja,
genickt und schweigend auch gegangen.
was soll es denn. die straße jedenfalls
blieb gleich. in etwa... grau
nur weniger farbe darin. überhaupt
gebrüder dreck + konsorten
(oder schlimmeres) sind
hier nicht nur auf kurzweil aus.
sie machen das beruflich. gründlich.
dostojewski jedenfalls
könnte ganze romane damit füllen.
wer weiß... aber
noch habe ich eine handvoll billiger
quadratmeter heimat zu verzeichnen.
da darf es draußen das zeitliche
regnen. dort krieche ich mir selber gern
ins herz. und nage etwas daran herum.
die kleinen tragödien des all und
erdtags fröhnend. aber heute
ist es anders. seltener.
ich überlege eine handvoll schlaf zu
schlucken und belass es dabei.
Auch wenn es schwer ist
nach dir zu bleiben. hab ich gedacht.
 

Tula

Mitglied
Hallo Patrick

auch wenn ich verstehe, dass es sich um das Ende einer Beziehung handelt, habe ich inhaltlich bei diesem an einigen Stellen meine Probleme, was aber sicherlich an fehlenden Kenntnissen meinerseits liegt.

Zumindest verstehe ich den Bezug auf Shakespeare nicht ganz.
Eine Art "Schlag' nach bei Shakespeare" ist es jedenfalls nicht.
Die gebrüder dreck könnten Kritiker sein (Bezug Theater und Shakespeare), aber dann dostojewski? Oder der lyrich ist einfach Opfer der Intrigen anderer (?)

Zum Stil der Kleinschreibung: ganz persönlich finde ich diesen passend, wenn er den Text als solchen freier und interessanter macht, Doppelsinn entstehen lässt (er war dichter <Zeilenbruch> dran als ... ) usw. Die Funktion bei diesem und anderen hier ist mir nicht immer klar. Vielleicht eine reine Geschmacksfrage. Die Wiederholung der ersten in der vorletzten Zeile wird ja so auch deutlicher.

Dennoch gefällt mir das Gedicht sehr gut, besonders die letzten 12 Zeilen beschreiben die Stimmung des kurzweiligen in sich selbst Verkriechens und neu Ordnens sehr schön.

LG
Tula
 
Auch wenn es schwer ist
nach shakespeare zu lieben. hast du gesagt
(mercy bien-aimee´) nun ja,
genickt und schweigend auch gegangen.
was soll es denn. die straße jedenfalls
blieb gleich. in etwa... grau
nur weniger farbe darin. überhaupt
gebrüder dreck + konsorten
(oder schlimmeres) sind
hier nicht nur auf kurzweil aus.
sie machen das beruflich. gründlich.
dostojewski jedenfalls
könnte ganze romane damit füllen.
wer weiß... aber
noch habe ich eine handvoll billiger
quadratmeter heimat zu verzeichnen.
da darf es draußen das zeitliche
regnen. dort krieche ich mir selber gern
ins herz. und nage etwas daran herum.
die kleinen tragödien des all und
erdtags fröhnend. aber heute
ist es anders. seltener.
ich überlege eine handvoll schlaf zu
schlucken und belasse es dabei.
Auch wenn es schwer ist
nach dir zu bleiben. habe ich gedacht.
 

Tula

Mitglied
Hallo nochmal
Gestern abend empfand ich den Romeo und Julia Bezug als nicht mehr zeitgemäss. Heute morgen dachte ich dann doch an homosexuelle und andere Beziehungen (verschiedene Kulturen usw.), die sicher auch noch heute von den Vorurteilen anderer stark belastet werden. Also doch treffend, wobei die Aussage dann klarer sein könnte.
Bleibt Dostojewski. Anspielung auf ein bestimmtes Werk?


Tula
 
Hallo tula.
Den Romeo und Julia Bezug hast du ja schon
richtig erkannt. Dostojewski wird erwähnt
da seine Romane nun einmal meisten vom "dreck"
und "Schmutz" handeln. Nicht nur dem
in den städten.

Außerdem fand ich es passend, da direkt
danach die kleine Wohnung genannt wird.
Die könnte durchaus an "Schuld und Sühne"
erinnern.

Vielen Dank für den sehr guten Kommentar!
Das freut mich sehr.

L.G
Patrick
 

hermannknehr

Mitglied
Hallo Patrick Schuler,
ich muss zugeben, dass ich beim ersten Durchlesen Deines Gedichtes nicht besonders angetan war. Zu viele Schlaglichter: Shakespeare, Dostojewski, Gebrüder Dreck, Heimat, Tragödien des Alls etc. Erst beim wiederholtem Lesen ist mir aufgegangen, welche geballte Lyrik sich hinter diesen ungereimten Versen verbirgt. Nun könnte man das Gedicht zerpflücken, unklare Details hinterfragen, sezieren. Aber damit würde man der Sache nicht gerecht. Man muss es als Ganzes nehmen in seinem chaotischen Stil, um die Lyrik zu erkennen und wertzuschätzen.
Sehr gerne gelesen.
Hermann
 
Danke hermann
So war es gedacht. Etwas lapidar, etwas dreckig
und chaotisch. Auf den zweiten Blick
dann genauer.

L.G
Patrick

Danke auch an dich karl
und den anonymen Werter :)
 

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