Nachdenklich 2026 Februar

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Winterling

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Nachdenklich 2026 Februar


Die Zeit beleckt die Steine
und Regen fällt und fällt,
der Schnee verweht das Meine,
wo sich die Welt entstellt.

Je älter ich nun werde,
mal müde und mal wach,
gesellt sich Mutter Erde
zu mir nun unterm Dach.

Heut sind die Fenster offen,
die Freiheit lugt hinein.
Wie lange bleibt das Hoffen,
wie lange wird es sein?
 
Zuletzt bearbeitet:

fee_reloaded

Mitglied
Lieber Winterling,

ich mag das Sanfte, Nachdenkliche und Hoffende, das aus deinen Zeilen spricht. Und das trotz - oder gerade wegen - des Gefühls der Entfremdung mit der Welt und wie diese mit dem Lauf der Zeit (und dem eigenen Altern) irgendwann nicht mehr mit einem synchron voranschreitet.

Vielleicht erzeugt ja genau das die Müdigkeit in uns - weil wir spüren, wir kommen nicht mehr so locker mit "der Welt" mit, wie wir das gewohnt waren. Als würden wir mit zunehmendem Alter in unserer eigenen Geschwindigkeit leben, während vieles an uns vorbeihetzt.
Andererseits liegt in diesen unterschiedlich empfundenen (oder gelebten) Geschwindigkeiten eben auch die Chance, Unwichtiges an uns vorbeiziehen zu lassen und so gelassener bleiben zu können. Man muss nicht mehr überall dabei sein.

Solange die Fenster offen bleiben, damit Freiheit und Bereicherndes in uns hineinlugen können, ist doch alles gut. Wir werden geerdeter mit dem Alter - und das ist doch schön!

Sehr gerne gelesen!
Liebe Grüße,

fee
 

Ubertas

Mitglied
Lieber Winterling :) ,

was mir an deinem Gedicht besonders gut gefällt und den Titel des Nachdenklichen so wunderbar trifft, sind folgende Verszeilen:
Heut sind die Fenster offen
die Freiheit lugt hinein
In meiner Vorstellung und Lesart, sehe ich nicht nur die hineinlugende Freiheit, die zwar schön ist, sie von außen erkennen zu dürfen, auf ihrem Weg zum Fenster, in das Innere. Ich habe beim Lesen dieser Zeilen gleichzeitig das Gefühl und das schwirrt im Weißraum, ungeschrieben, dass aus diesem offenen Fenster ebenso die Freiheit nach außen sieht. Dieses Bild ist sehr stark und kraftvoll. Da ist nicht nur Hoffnung, dort ist Verbindung, obwohl sie eine Frage stellt. Sich gleich zu werden, ist nicht die Absicht. Ich kann es jetzt nicht besser beschreiben. So fühlt es sich an beim Lesen und das ist wertvoll.

Liebe Grüße,
ubertas
 

Winterling

Mitglied
Liebe fee & liebe Ubertas :)

@ Fee, Die Schreiberin ist älter, und mit den Jahren wird man nachdenklicher, Ich schreibe meist Gedichte und schaue dabei aus dem Fenster. Wobei aus dem Fensterschauen auch ein inneres Schauen ist. Ich danke Dir und freue mich über deine treffenden Worte und über die Sternchen.

@ Ubertas, Ja Ubertas, es geht um innere Freiheit und um die Freiheit. im Alter habe ich festgestellt, wenn innere Fenster auf sind, und man ruhiger ist, weil das Leben nicht so dahin eilt, dann erkennt man mehr. Ich habe bei der letzten S. ein Fragezeichen gesetzt, weil man / ich mit dem Erkennen immer auf der Reise bin. Ich danke für die Sternchen

fee & Ubertas, die Welt da draußen ändert sich mit den Jahren schneller und intensiver.

Liebe Grüße Heike
 



 
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