nachtausflug

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nichts flieht vor nichtigem
am dunklen himmel
blinkt nur eine maschine
im landeanflug auf köln/bonn
so eben verlischt die letzte
laterne an der oberen dorfstraße
habe kinderangst vor dunkelheit
mondlos und ohne sterne
nur überflüssige gedanken
zerstören lautlos die stille
dagegen röhrt ein motorrad
im lichtkegel blutet eine tote katze

ich kehre um und flüchte
nach hause
 
D

Die Dohle

Gast
unübersehbar: der herbst ist da.

starke zeilen, gefällt mir gut.
einzig, ich denke darüber nach, ob die dunkelheit und das fehlen von mond- und sternenlicht nicht ein vermeidbares doppel ist. evtl. muß das so sein. wegen der angst.
und was gescheites alternatives fällt mir auch nicht ein im augenblick. also:
sehr gerne gelesen.

LG
Die Dohle
 

anbas

Mitglied
Hallo Karl,

ebefalls gern gelesen. Ich blieb, wie Dohle, an der Stelle mit der Dunkelheit hängen. Aber nicht wegen der Doppelung, sondern der Reihenfolge. Für mein Gefühl würde es besser passen, wenn die Zeile "mondlos und ohne sterne" direkt nach der "Dorfstraßen-Zeile" käme - evtl. leicht umformuliert. Aus meiner Sicht hätte der Text dann mehr Fluß.

Liebe Grüße

Andreas
 
nichts flieht vor nichtigem
am mond- und sternlosen himmel
blinkt nur eine maschine
im landeanflug auf köln/bonn
so eben verlischt die letzte
laterne an der oberen dorfstraße
habe kinderangst vor dunkelheit
nur überflüssige gedanken
zerstören lautlos die stille
dagegen röhrt ein motorrad
im lichtkegel blutet eine tote katze

ich kehre um und flüchte
nach hause
 
D

Die Dohle

Gast
Hallo Karl Feldkamp,

hm, so, wie das jetzt dasteht, hm, die korrektur hat was genommen, was vorher da war, bzw. die kinderangst bekommt ein anderes gewicht. ich an deiner stelle müsste beide versionen zunächst parallel führen und erstmal geduldig ruhen lassen, wie einen guten braten, um rauszukriegen, was besser ist. (...nicht zuviel herumflicken, ist manchmal auch ein guter rat ;-)
tendenziell neige ich mittlerweile der ursprünglichen version zu, wegen der eindringlichen gottverlassenheit, sag ich mal, die da so nach und nach heraufbeschworen wird. die neue version zerstört das.

noch ne kleinigkeit: sagt man, die lampe verlöscht oder verlischt?

LG
Die Dohle
 
O

orlando

Gast
Lieber Karl,
vorab: Mir gefällt das Gedicht auch in der jetzigen Form.
Gleichwohl nagt ein kleines Änderungs- und Verdichtungsvorschlägelchen an meinen Hirnwindungen:
nichts flieht vor nichtigem
am mond- und sternlosen himmel
blinkt nur eine maschine
im landeanflug auf köln/[blue]bonn[/blue] -
[strike]so[/strike] eben verlischt die letzte
laterne an der oberen dorfstraße
[blue]keimt[/blue] kinderangst vor dunkelheit

[strike]nur[/strike] überflüssige gedanken
zerstören lautlos die stille
dagegen röhrt ein motorrad
im lichtkegel blutet eine tote katze

ich kehre um und flüchte
nach hause
Was meinst du dazu?
Fragende Grüße
orlando
 
nichts flieht vor nichtigem
am mond- und sternlosen himmel
blinkt nur eine maschine
im landeanflug auf köln/bonn
eben verlischt die letzte
laterne an der oberen dorfstraße
habe kinderangst vor dunkelheit
überflüssige gedanken
zerstören lautlos die stille
dagegen röhrt ein motorrad
im lichtkegel blutet eine tote katze

ich kehre um und flüchte
nach hause
 

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