Nähe

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Und tritt der Fremde in die Gärten ein
So zieh den Hut und trete noch hinzu
Und sage Ich und sage Du
Und ihr sollt nichts als miteinander sein

Erwähne auch das Laub und jenes Licht
Und immer nenn es Ding und Dein
Und schweigt er noch so schweige nicht
Verzeih es ihm, er war zu lang allein

Vielleich, nach einer Weile, dass er nickt
Sich wendet ohne Gruß und Wort
Nur in der Ferne einmal nach dir blickt
Dann ist es spät. Nun gehe fort.
 

anbas

Mitglied
Hallo Patrick,

manchmal können viele "und" stilistisch passen und dem Gedicht eine besondere Athmosphäre verleihen. Hier ist es für mein Empfinden zumindest teilweise so. Noch schwanke ich aber, ob der "und" nicht doch ein paar zu viel sind. - Mich würde interessieren, wie andere das sehen.

Liebe Grüße

Andreas
 

Walther

Mitglied
Hi Patrick,

schöne emjambements, interessanter text. aber: das mit dem metrum klappt nicht. du mußt dich entscheiden, ob du mit 4 oder 5 hebungen arbeiten willst ...

lg W.
 
Hi anbas
Ich schwanke auch noch hin und her ob
ich ein paar unds streichen soll
oder nicht.
Mal schauen ob ich was dran änder.

Hi Walther
Das stimmt. Werde ich auf jedenfall
nochmals einheitlich gestalten.

L.G euch beiden
Und danke für die rückmeldung

Patrick
 

Ralf Langer

Mitglied
Hallo Patrick,

Nähe ist eine Frage der Entfernung.
Wer ist der Fremde in der Nähe. Ein Flüchtling?
Leben ist Flucht. Die Wege mögen verschieden sein. Ebenso der Leidensdruck.
Das Ende ist doch für alle gleich...

Ich mag, wie so oft, den Ton deines Stückes. Und für meinen Teil sind die gehäuften
'unds' hier sehr gut aufgehoben, vor allem mit dem ersten Wort.

Ich empfinde den Spannungsbogen zum Ende, zur Auflösung hin eher schwach( weiss aber auch
Nichts besseres)

Aber das ist vielleicht Jammern auf hohem Niveau?

Der Text strömt wirklich sehr gelungen, das empfinde ich als positiv ergreifend.

apropos:
Hier empfinde ich ünrigens ' Ding' als angemessen. Ich habe dich ja einmal vor vielen Monaten
wegen dieses Wortes gescholten.
Aber: Ding und Dein
das finde ich ist ein gutes Gebilde....

Sehr gerne gelesen
Ralf
 
Ich melde mich noch einmal zu Wort.

Ich habe lange darüber nachgedacht was ich jetzt
um alles in der Welt mit diesem Gedicht anfangen soll
und bin letztlich zu dem Schluss gekommen es
"unfertig" zu lassen. Warum? Es scheint mir einfach
keine überarbeitung mehr wert zu sein.
Ich habe mich dem Gedicht entfremdet, ihr kennt das sicherlich.

Tut mir leid das ihr euch die mühe gemacht habt und
nun so eine Antwort bekommt. Ich möchte aber ehrlich bleiben.

L.G in die Runde
Patrick
 
Hallo Patrick Schuler,
mir gefiel die merkwürdige Stimmung Deines Textes, und auch wenn Du Dich von ihm abgewandt - oder ihn fallen gelassen - hast, habe ich versucht, ihn etwas auszuarbeiten. Natürlich habe ich vor allem den falschen Imperativ "trete" ausgemerzt!
Mit Dank für das schöne Material
E. L.

Und tritt der Fremde in den Garten ein,
So zieh den Hut und komm nur leis‘ hinzu.
Ihr sollt ja nichts als miteinander sein,
Und sage Ich und Wir und sage Du.
Erwähne auch das Laub, das fahle Licht,
Benenn die Dinge, sag, sie seien dein.
Und schweigt er still, so schweige du doch nicht,
Verzeih es ihm, er war zu lang' allein.
Geschieht’s nach einer Weile, dass er nickt,
Sich wendet ohne Gruß und ohne Wort,
Nur aus der Ferne einmal nach dir blickt,
So nimm es hin und geh an deinen Ort.

Hier würde ich gern ein zweizeiliges Couplet anhängen, aber das wäre dann sozusagen verbotene Eigenmacht. Z.B.:

[ 8]Und keiner da, der Näheres dir sagt.
[ 8]Er dankt es dir, dass du ihn nicht gefragt.
 

hermannknehr

Mitglied
Hallo Patrick Schuler,
ein sehr tiefes und in meinen Augen ausgesprochen lyrisches Gedicht. Lass Dich nicht irre machen wegen zu vieler "unds", oder unterschiedlicher Anzahl von Versfüßen in den einzelnen Zeilen. Es ist so wie es ist perfekt.
Einzig der Schluss in der letzten Zeile will mir nicht recht gefallen. Ich würde die Empfindung des Zurückgelassenen mehr herausstellen.
Vorschlag:
"und seltsam leer ist plötzlich dieser Ort" , oder so ähnlich.
L.G.
Hermann
 

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