nero hoert so nette nachrichten

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Mondnein

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nero hoert so nette nachrichten


nero hoert die radio aktive ur urania
agrippinen sind ihr schatten – wer ist seine muse?
aphrodite mutter juliane naehrt am busen​
saenger ihrer selbst mit milch pastorisierter mania

gut versteht der kuenstler die musik die ihm gesendet wird
laechelt ob der trocknen basso wesser bisser stimme
die die nachricht bringt dass bakchou lied sogleich beginne​
atme tief im satz wenns atmen ein und aus gewendet wird

aller welt monaden reiszen tiger auf maenaden gleich
tropfen von der lyra traenen zucker rohr gewippter​
mutter soehne monoman an sahne mohn essenzen reich

staunen uebermannt freund faun: hat doch noch kaum genippt der​
am rizom a pavamana saft dem gummi gaumen weich
vom papaveranen suesz la kritz kommt auf den trip der
 

Mondnein

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Ja, Lè,

ein Klangrausch, auch ein Bedeutungenrausch, eine durchaus tonale Musik mit dem letzten Kaiser des Julisch-Claudischen Hauses als Zentralton. Thema und Gegenthema in der Sonatenhauptsatzform sind wohl die Mutterbeziehung Neros, der seiner Ermordung durch Agrippina zuvorgekommen ist, einerseits, und andererseits der Opiumgenuß des Künstlers, der sich offensichtlich lieber in Musik als in Macht aufgelöst hätte. Er wollte die Gladiatorenkämpfe abschaffen und durch Theater ersetzen. Damit kam er vierhundert Jahre zu früh.
Interessant, wie der Claudius des Ranke-Graves am Ende von "Ich, Claudius, Kaiser und Gott" sich in den Opiumträumen des Nero verliert, das ist so faszinierend wie todtraurig. Uns so fremd, doch kaum befremdlich.

grusz, hansz

P.S.:
Wortspiele im letzten Terzett: Soma Pavamana, der "Nektar" der Götter im Rgveda; "Papavera" lat. für Mohn.
 
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