Nicht-menschliches Leben

Der einflügelige Engel
Unser Hauptcharakter hat die Strapazen, die er durch den Bösewicht erleiden musste, überstanden und seinen Widersacher endlich gestellt. Nun stehen sich beide gegenüber. Gewappnet für den finalen Endkampf, der alles entscheiden wird, stürmen sie heroisch auf einander zu. Doch bereits nach dem ersten Schlagabtausch scheint unser Held die Nase vorn zu haben. Und da geschieht das Unglaubliche: der Bösewicht verwandelt sich und entpuppt sich als riesiges, haariges Monster.

Ich denke, so eine Szene wird jeder schon einmal irgendwo gesehen oder gelesen haben. Vor allem Disney bedient sich dieser Trope sehr gerne. Die Rede ist vom sogenannten Einflügeligen Engel (engl. „One-winged Angel“). Zugegeben für ein Monster ist der Name mal wieder sehr irreführend gewählt.
Möglicherweise ist euch auch schonmal aufgefallen, dass es oft gar keinen Grund für diese Verwandlung des Antagonisten gibt. Manchmal ist der Bösewicht in seiner menschlichen Form unserem Helden sogar überlegen, besonders intellektuell. Doch dann verwandelt er sich und wird zu einem gewaltigen Muskelprotz, dem es aber leider meist an Hirnmasse fehlt und dadurch letztlich sein Ende findet.

Die Frage ist also: warum verwandelt sich der Antagonist überhaupt? Nun, das hat i.d.R. 2 Gründe.

1. Weil der Antagonist dem Protagonisten eben überlegen wäre. Auf diese Weise kann man den Protagonisten gegenüber einem überlegenen Bösewicht trotzdem obsiegen lassen.
2. Weil man dadurch eine FSK-12-Freigabe erhält. Und das bringt uns zu einem weiteren, wichtigen Punkt.
Quelle: https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/OneWingedAngel


Nicht-menschliches Leben in Filmen und Büchern
"Junge, wären diese Angestellten keine Roboter gewesen, hätte ich ausgesehen wie eine Art Serienkiller, oder so."
-Dr. McNinja (The Adventures of Dr. McNinja)
Ich denke es ist ein offenkundiges, wenn auch vielleicht trauriges Thema, das nicht-menschliches Leben in unserer Gesellschaft weniger wert ist. Das sieht man daran, wie unsere Gesellschaft sich aufregt, wenn eine Kuh geschlachtet oder ein Mensch ermordet wird. Beides wird mit zweierlei Maß gemessen, was bedeutet, dass unsere Gesellschaft einem menschlichen Leben einen höheren Stellenwert beimisst, als einem Tier oder gar einer Maschine.
Dieses Phänomen lässt sich auch auf die Film- und Bücherbranche ausdehnen, nur dass es hier nicht nur um Tiere oder Roboter geht, sondern auch um Außerirdische oder Fantasiewesen, wie Elfen, Orks, Kobolde und wie oben beschrieben eben auch Monster. Es ist schwer einen Menschen in einem Buch oder einem Film bewusst zu töten. Selbst dann, wenn er nur durch einen Unfall und nicht durch Menschenhand stirbt. Das Ganze ist tatsächlich ein extrem heikles Thema vor allem, was Kinder- und Familiengeschichten angeht. Was kann man einem Kind wirklich zumuten? Ist es richtig ein kleines Kind schon so früh mit schlimmen Dingen wie Gewalt und Tod zu konfrontieren?
Ganz anders sieht es da schon mit Monstern aus. Wen schert es ob die sterben? Die braucht eh niemand un die meisten Kinder haben ohnehin Angst vor ihnen. Und genau dieses Prinzip greift auch, wenn es sich um einen Menschen handelt, der sich am Ende als hirnloses Ungetüm entpuppt. Zwar gibt es hier immer noch gewisse Abstufungen. So ist z.B. das Leben eines sprechenden Löwen mehr Wert als das eines nicht sprechenden Tieres. Das liegt daran, dass solche sprechenden Tiere zwar als Tiere dargestellt werden, sich aber wie Menschen verhalten. Und genau an diesem Punkt wird es wirklich den Wert des Lebens eines Charakters zu bemessen. Deshalb werden Antagonisten, die sich bereits in ein Monster verwandelt haben, auch gerne ohne Verstand porträtiert. Dess es ist einfacher ein nicht bewusst denkendes Monster zu töten, das wie ein Tier nur nach seinen Instinketen handelt, als einen echten, fühlenden Menschen, und sei er auch noch so böse.
Quelle: https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/WhatMeasureIsANonHuman
 

jon

Foren-Redakteur
Teammitglied
Das ist extrem einseitig dargestellt und beschreibt eher Nebeneffekte als den eigentlichen Sinn der Abstraktion mittels Monstern & Co.
 

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