Nicht wahr?

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minitaurus

Mitglied
Nicht wahr?

Er wacht aus seinen Träumen auf und weiß,
die Welt wär' schon zu retten.
Und nicht mal sonderlich schwierig war's.
Also ist der Hohn auf die Weltverbesserer nicht berechtigt.

Er greift nach Stift und Papier,
um alles sofort und genau zu notieren,
- und stockt; er kann sich
an das Wie nicht erinnern.
Was er festhalten will, verschwimmt ihm.

Die Spötter werden triumphieren,
nicht wahr? Aber es bleibt das Gefühl…
 

revilo

Mitglied
Nicht wahr?

Er wacht aus seinen Träumen auf und weiß,
die Welt wär' schon zu retten.
Und nicht mal sonderlich schwierig war's.
Also ist der Hohn auf die Weltverbesserer nicht berechtigt.

Er greift nach Stift und Papier,
um alles sofort und genau zu notieren,
- und stockt; er kann sich
an das Wie nicht erinnern.
Was er festhalten will, verschwimmt ihm.

Die Spötter werden triumphieren,
nicht wahr? Aber es bleibt das Gefühl…


...das ist ein typischer Text nach dem Motto mehr Schein als Sein.....zusammengefasst geht es um einen Schreiber, der einen (keine Anspielung auf meine Vor- Kommentatorin) blackout hat....er kann sich einfach nicht mehr erinnern....wer oder was sind die Weltverbesserer?....und warum triumphieren die Spötter? .....wer sind die denn? Worüber triumphieren die? ....natürlich kann man jetzt lange Besinnungsaufsätze schreiben......oder die üblichen Germanisten-Phrasen dreschen...

Das mag vordergründig intellektuell sein..... für mich ist das komplett inhaltsleer, gedrechselt und gewollt pseudo- intellektuell... schreib doch mal einfach,lass diese gedrungene Komplexität....so wird das nix..........so, du kannst mich genau jetzt niedermachen....LG revilo
 

minitaurus

Mitglied
Eine "Wer"-Frage und eine "Wie"-Frage, schön.
Zum "Wer"?: Den Traum hatte ich, und das bringt mich auf die Frage: Wäre die Ich-Form vielleicht doch besser? Es ist jedenfalls eine sehr private Geschichte.

...an welches [blue]Wie[/blue] kann er sich bitteschön nicht mehr erinnern???????
Natürlich wie er/ich das konkret gemacht hat, die Welt retten. "black out" ist hier wohl nicht der richtige Begriff. Man kann dieses Verschwimmen bei Träumen recht häufig erleben, wenn man sie erinnern will.
Und dass Du das Schimpfwort Weltverbesserer nicht kennst, kann ich Dir nicht abnehmen, lieber revilo. Dazu höre ich es zu oft, und noch öfter wird es nicht ausgesprochen, sieht man es nur im Mienenspiel der anderen. Und ich erlebe das als Spott. Kümmerer ist ein ähnlicher Begriff, über den Erich Kästner ein Gedicht geschrieben hat.
Spott auf einen, der will, aber nicht kann. Ich muss allerdings zugeben, spotten kann in diesem Fall nur einer, der die LL benutzt, denn erzählt habe ich das niemandem.
In jedem Fall Danke für diesen sehr offenen Kommentar; ich weiß das zu schätzen.
 

Tula

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Moin minitaurus

Das sich-plötzlich-nicht-mehr-erinnern nach dem Traum kennt jeder. Soweit ok. Nun möchte Lyri hier allerdings gleich die Welt retten. Das wäre für mich auch ok, wenn's dann ins Groteske ginge. Es bleibt allerdings beim Sachbestand, dass das zunächst Klare sofort wieder verschwimmt. Gerade diesen Vorgang könnte man lyrisch gesehen auf witzige Weise verarbeiten. Genau genommen ein schwieriges Thema.

LG
Tula
 

Walther

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in die runde,

die frage für mich ist vielmehr: ist das lyrik? das thema sicher - aber die ausführung? nein. das ist ein tagebuch-eintrag, mehr nicht (und nicht weniger). da gehören solche unreflektierten selbstbetrachtungen hin.

daher ist es m.e. obsolet, den text zu besprechen - vom inhalt einmal abgesehen. ich warne immer wieder davor, das, was man als ungereimte poesie bezeichnet, auf die leichte schulter zu nehmen und zu glauben, ein paar umbrüche und eine recht merkwürdige verstrophung machten aus unpoetischer sprache ein gedicht.

dem ist nicht so. hier haben wir ein eklatantes beispiel. ich sag's nicht gerne: das teil ist lyrisch gesehen für den eimer.

lg W.
 

minitaurus

Mitglied
Okay, dann eine andere Form, eine andere Version: Versuchen wir's mal so, der Titel passt nun leider nicht mehr; vielleicht "Die Welt verbessern"

Da wachst Du morgens auf und weißt,
Du kannst sie retten, diese Welt
auch wenn es immer wieder heißt:
Das sei ein viel zu weites Feld.

Es war im Traum auch gar nicht schwer.
Man müsste nur…. und nicht zu sehr…
Du holst Papier und Bleistift her
- und stockst. - und merkst, Du weißt nicht mehr,

was denn genau Du da getan
im Schlaf. das schöne Bild verschwimmt.
Wie fing das alles denn nur an?
Jetzt gibst Du auf, bist leicht verstimmt.

Schon richtig: viel zu weites Feld,
so denkst Du nun. Ihr habt ja recht.
Ich geb es zu, so schwer‘s mir fällt.
Und doch war das Gefühl nicht schlecht….​
 

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