Nichts zu sagen

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Walther

Mitglied
Nichts zu sagen


Die reime sind zerkocht & auf
gefasert die verse mit dem stößel
zerrieben & in den wind geworfen

Der Sahara staub bringt mir wüsten
ei & der April schneit sich in den Mai
hin über wo die blauen bänder

Die jung fraun stranguliern wenn
sie sich den Alb trauf hin ab stürzen -
paraglider vögel die sich paaren

Ach spricht der dichter in mir ach
ist das gefühl so groß & das wort so
alt & so schal & so klein gemacht

Da greif ich ins haar das über nächte
weiß mir wurde in jahren & spreche
aus erfahrung um nichts zu sagen
 

Label

Mitglied
Lieber Walther

eigentlich gefällt mir dein Gedicht sehr gut, bis auf die dritte Strophe.
Die sitzt für mich wie ein Fremdkörper in den ansonsten gut einfühlbaren Gedankenfäden.
könnten die blauen Bänder (Frühling läßt sein blaues Band... schön!!)eventuell auch flattern? oder locken?

das gäbe einen perfekten Anschluß an

Ach spricht der dichter in mir ach

das:
& spreche
aus erfahrung um nichts zu sagen
darüber lässt sich trefflich meditieren


lieber Gruß
Label
 

Walther

Mitglied
Nichts zu sagen


Die reime sind zerkocht & auf
gefasert die verse mit dem stößel
zerrieben & in den wind geworfen

Der Sahara staub bringt mir wüsten
ei & der April schneit sich in den Mai
hin über wo die blauen bänder

Die jung fraun umfächeln wenn
sie sich den Alb trauf hin ab stürzen -
paraglider vögel die sich paaren

Ach spricht der dichter in mir ach
ist das gefühl so groß & das wort so
alt & so schal & so klein gemacht

Da greif ich ins haar das über nächte
weiß mir wurde in jahren & spreche
aus erfahrung um nichts zu sagen
 

Walther

Mitglied
Hi Label,

danke für deinen eintrag. ich dachte schon, das bleibt "ungeantwortet". ;)

oben habe ich ein verb gefunden, das in richtung deines hinweises geht und die meldodie des verses aufrecht erhält. trifft das deine idee?

danke nochmals und lieber gruß

W.
 

Mondnein

Mitglied
"in den wind geworfen"

Das hat eine wunderbare Leichtigkeit: die "luftigen" ersten drei Strophen, der Abgesang der letzten beiden - mit dem zentralen Bild der "paraglider", zu dem es sich hinsteigert, von dem es wehmütig zurückgeht, mit der sanften Paradoxie in der Schlußsentenz - wie schön!
 

Walther

Mitglied
hi mondnein,

danke für deine lobenden anmerkungen. das frühjahr heuer ist eine windige angelegenheit. man kann als poet gar nicht anders, als mit dem wind zu werfen, was gerufen werden soll.

spechen wir nicht alle in die eine bö, die uns das wort raubt?

lieber gruß W.

ps: danke fürs tolle werten ...
 

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