Niemand. Keiner. - Sonett

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Walther

Mitglied
Niemand. Keiner.

Der Ruf aus dieser Wiese: War’s ein Schrei?
Ein Schatten. Und Gestiebe. Dann Geflatter.
Der kalte Schreck ist im Berichterstatter.
Bricht in ihm ein Naturidyll entzwei?

Er hat sich abgewendet. Blickt in sich.
Denn dort, am Rand des kahlen Buchenwaldes,
Haucht etwas Kaltes, Altes und auch Baldes
In sein verarmtes Herz den hellen Stich.

Er nimmt die Jacke fest am hohen Kragen,
Da ist kein Schal, der etwas Schutz gewährte.
Sein Schulterzucken möchte etwas sagen.

Doch niemand will es wissen, was das lehrte:
Es gibt ein Lebensende zu beklagen,
Und da ist keiner, der sich darum kehrte.
 
Zuletzt bearbeitet:

Trist

Mitglied
Das ist großartig, Walther.
Ich ernenne diesen Tag zum Tag des Sonetts.
Weil mich nun schon das zweite Sonett vom Hocker haut.
Wo nehmt ihr nur diese Sprache her, diese Kombination aus Bild und Ereignissen.
Und wieder sind 5 Sterne zu wenig ...
Ich lege noch ein paar drauf. Gedanklich.

Liebe Grüße in den Sonntag
Trist
 

Walther

Mitglied
Das ist großartig, Walther.
Ich ernenne diesen Tag zum Tag des Sonetts.
Weil mich nun schon das zweite Sonett vom Hocker haut.
Wo nehmt ihr nur diese Sprache her, diese Kombination aus Bild und Ereignissen.
Und wieder sind 5 Sterne zu wenig ...
Ich lege noch ein paar drauf. Gedanklich.

Liebe Grüße in den Sonntag
Trist
Hi @Trist,
beim sonett von @Tula habe ich dir recht gegeben. bei dem hier kann ich nicht. erstens: das von @Tula ist noch eine schippe besser. und - zwotens - hier bin ich partei. ich danke daher einfach für lob.
lg W.
der dichter dankt @Trist und @Inge. B die die leseempfehlungen!
 

Mondnein

Foren-Redakteur
Teammitglied
Ungewöhnlich, lieber Walther,
scheint mir für ein Sonett, daß es hier weniger betrachtend-beschaulich, also auch weniger betulich, klingt. Es hat etwas kurzatmiges, wie die Redeweise im Krimi, oder in einem Gangsterfilm von Melville. Ich muß es auch noch mal mit Monkschen Handfiltern lesen, um den Fall "zu lösen".

Zwei Stellen:
Der kalte Schreck ist im Berichterstatter.
Meinst Du "ist ihm Berichterstatter"? Aber so oder so ist es mir nicht klar.

Dort, am Rand des kahlen Buchenwaldes,
Hier beginnt der Vers betont, abweichend von den anderen, den iambischen Auftakt-Versen.
grusz, hansz
 

Walther

Mitglied
Ungewöhnlich, lieber Walther,
scheint mir für ein Sonett, daß es hier weniger betrachtend-beschaulich, also auch weniger betulich, klingt. Es hat etwas kurzatmiges, wie die Redeweise im Krimi, oder in einem Gangsterfilm von Melville. Ich muß es auch noch mal mit Monkschen Handfiltern lesen, um den Fall "zu lösen".

Zwei Stellen:

Meinst Du "ist ihm Berichterstatter"? Aber so oder so ist es mir nicht klar.


Hier beginnt der Vers betont, abweichend von den anderen, den iambischen Auftakt-Versen.
grusz, hansz
Hi Hansz,
danke. habe s2v2 geändert
s1v3 ist so korrekt. die ambivalenz prota/autor ist gewollt.
lg W.
 

Trist

Mitglied
Hi @Trist,
beim sonett von @Tula habe ich dir recht gegeben. bei dem hier kann ich nicht. erstens: das von @Tula ist noch eine schippe besser. und - zwotens - hier bin ich partei. ich danke daher einfach für lob.
lg W.
der dichter dankt @Trist und @Inge. B die die leseempfehlungen!

Wenn ich dein Sonett großartig finde, lieber Walther, dann finde ich es großartig.
Ob du mir Recht gibst oder nicht.
Ich lege die verstoßenen Worte meines Lesegefühls also also wieder an den alten Platz zurück ...

LG
Trist
 

Walther

Mitglied
Wenn ich dein Sonett großartig finde, lieber Walther, dann finde ich es großartig.
Ob du mir Recht gibst oder nicht.
Ich lege die verstoßenen Worte meines Lesegefühls also also wieder an den alten Platz zurück ...

LG
Trist
Lb Trist,
das habe ich dir doch gar abgesprochen! sorry.
ich wollte nur sagen, dass Tulas werk noch einen tacken gelungener ist - aus meiner unmaßgeblichen sicht.
lg W.
 


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