Notiz aus dem Alltag

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Der Neue

Mitglied
Der schwarze Adler sitzt auf meiner Brust,
streckt dürr und erzen die Flügel aus
aus schwarzem Guss,


verknöcherten Erdinnereien.
Rau und fühllos und ohne Unterschied
Hemd wie Haut zerreibt er


kraft meiner eigenen Bewegungen,
sei es Atem, sei es Tanz.
Mein Tun bewegt ihn tiefer zum Schmerz, aber


kein böser Wille drückt meine Rippen,
nur leeres Auge und Knochenfinger,
fossil und jung. Ohne Urteil


wie ein Geier wartet der
schattenrisshafte König der luftleeren Lüfte
auf mein nächstes Zucken, mein Drehen im Schlaf.
 

revilo

Mitglied
Der schwarze Adler sitzt auf meiner Brust,
streckt dürr und erzen die Flügel aus
aus schwarzem Guss,


verknöcherten Erdinnereien.
Rau und fühllos und ohne Unterschied
Hemd wie Haut zerreibt er


kraft meiner eigenen Bewegungen,
sei es Atem, sei es Tanz.
Mein Tun bewegt ihn tiefer zum Schmerz, aber


kein böser Wille drückt meine Rippen,
nur leeres Auge und Knochenfinger,
fossil und jung. Ohne Urteil


wie ein Geier wartet der
schattenrisshafte König der luftleeren Lüfte
auf mein nächstes Zucken, mein Drehen im Schlaf.

viel zu schwere Bilder, viel zu viele Adjektive...in der ersten Strophe verwendest du 2 x schwarz ....und was dann kommt, kann man bei allem Wohlwollen nur als typisches Lyriklametta bezeichnen ....und dann mutiert der Adler plötzlich zum Geier, bereit zum Zustoßen...seltsame Metamorphose...sei froh, dass du noch lebst....benutze nicht so viele theatralische Bilder....überschwemm den Leser nicht pausenlos mit bleischweren Adjektiven...das Gedicht wirkt auf mich unfreiwillig komisch...ich musste echt schmunzeln über soviel schwarz.......nicht bösesein...ich bin nur ehrlich......Lg revilo
 

Cellist

Mitglied
Ich kann hier revilo nur zustimmen. Völlig überzogen, theatralisch ... da findet der Leser (zumindest ich) überhaupt nicht rein, wenn er denn bis zum Ende liest. Lyrik ist Dichtung, Verdichtung. Du blähst deinen Text auf. Vielleicht, weil es nicht wirklich viel zu sagen hat?

Sorry, auch von mir ist es nicht böse gemeint, aber ehrlich.
 

Der Neue

Mitglied
viel zu schwere Bilder, viel zu viele Adjektive...in der ersten Strophe verwendest du 2 x schwarz ....und was dann kommt, kann man bei allem Wohlwollen nur als typisches Lyriklametta bezeichnen ....und dann mutiert der Adler plötzlich zum Geier, bereit zum Zustoßen...seltsame Metamorphose...sei froh, dass du noch lebst....benutze nicht so viele theatralische Bilder....überschwemm den Leser nicht pausenlos mit bleischweren Adjektiven...das Gedicht wirkt auf mich unfreiwillig komisch...ich musste echt schmunzeln über soviel schwarz.......nicht bösesein...ich bin nur ehrlich......Lg revilo
Hallo und danke für‘s Lesen.
Bestimmte handwerkliche Hinweise (zweimal schwarz, Adler und Geier) nehme ich gerne an, das ist mir tatsächlich selbst nie so aufgefallen. Sehr schön fand ich die Aussage: „Sei froh, dass du noch lebst“. Das ist ja generell ein guter Rat.
Es ist immer sehr spannend zu sehen, wie Texte ankommen. Ich selbst hielt das Gedicht natürlich für einigermaßen gelungen und auch „dicht“, aber ich bin ja hier um einer gewissen Betriebsblindheit oder Selbstüberschätzung vorzubeugen.
 

Der Neue

Mitglied
Vielleicht, weil es nicht wirklich viel zu sagen hat?

Sorry, auch von mir ist es nicht böse gemeint, aber ehrlich.
Hallo, ehrliche Kommentare sind willkommen, kein Problem. Das Aushalten von Kritik will geübt und gelernt sein, insofern ist das auf jeden Fall hilfreich.
Bei der zitierten Vermutung kommt es darauf an, ob man die Sender- oder Adressatenseite im Blick hat. Ich hatte definitiv etwas zu sagen, sonst hätte ich mich ja nicht in dieser Form mitzuteilen versucht. Falls sich das Gedicht liest, als sei es nur bemüht düstere lyrische Schaumschlägerei ohne Inhalt, fände ich das natürlich schon etwas enttäuschend.
 
Zuletzt bearbeitet:

Der Neue

Mitglied
viel zu schwere Bilder, viel zu viele Adjektive...in der ersten Strophe verwendest du 2 x schwarz ....und was dann kommt, kann man bei allem Wohlwollen nur als typisches Lyriklametta bezeichnen ....und dann mutiert der Adler plötzlich zum Geier, bereit zum Zustoßen...seltsame Metamorphose...sei froh, dass du noch lebst....benutze nicht so viele theatralische Bilder....überschwemm den Leser nicht pausenlos mit bleischweren Adjektiven...das Gedicht wirkt auf mich unfreiwillig komisch...ich musste echt schmunzeln über soviel schwarz.......nicht bösesein...ich bin nur ehrlich......Lg revilo
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viel zu schwere Bilder, viel zu viele Adjektive...in der ersten Strophe verwendest du 2 x schwarz ....und was dann kommt, kann man bei allem Wohlwollen nur als typisches Lyriklametta bezeichnen ....und dann mutiert der Adler plötzlich zum Geier, bereit zum Zustoßen...seltsame Metamorphose...sei froh, dass du noch lebst....benutze nicht so viele theatralische Bilder....überschwemm den Leser nicht pausenlos mit bleischweren Adjektiven...das Gedicht wirkt auf mich unfreiwillig komisch...ich musste echt schmunzeln über soviel schwarz.......nicht bösesein...ich bin nur ehrlich......Lg revilo
Nachtrag: ... wobei ich beim Überfliegen einiger anderer Kommentare feststelle, dass du Dunkles und Schweres wohl gerne einmal als unfreiwillig komisch empfindest, sodass ich mir erlaube die Kritik weniger als vernichtendes Urteil, sondern dann doch eher als Frage des persönlichen Geschmacks zu verstehen - nicht nur, aber auch.
Wenn ich einen Schmerz bzw. einen Angst auslösenden Druck auf der Brust mit schweren Bildern und Adjektiven beschreibe, scheint mir das nach wie vor nicht sooo abwegig.
Dennoch Dank für Hinweise auf zu Verbesserndes.
 

Mimi

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mich würde interessieren: ... warum
hast du "Notiz aus dem Alltag " als Titel gewählt?...
so ganz ist das jedenfalls für mich nicht aus dem Inhalt rauszulesen...
...vielleicht habe ich auch etwas "überlesen"....?!
 

Der Neue

Mitglied
Hallo Mimi,

die Frage ist berechtigt. Es ist so, dass das Gedicht an irgendeinem gewöhnlichen Werktag auf der Arbeit entstanden ist, als ich zwischendurch mal Zeit hatte in mich hineinzuhorchen. Ich war an dem Tag gesundheitlich nicht ganz auf der Höhe. Dazu kam mir ein gusseiserner Vogel in den Sinn, den meine Eltern früher als Wandschmuck im Haus hatten. Der wurde dann in dem Moment für mich zum Symbol / zur Chiffre für eine bedrohliche Krankheit bzw. die Angst davor.
Natürlich ist der Titel schon auch bewusst als Kontrast zum eher pathetischen Stil des Gedichts gewählt, aber der Text ist eben tatsächlich eine Notiz aus dem Alltag.
(Übrigens keine Sorge, mir geht‘s prima ).
Viele Grüße!
 

rainer Genuss

Mitglied
Hallo Neuer
die Frage von Mimi finde ich sehr hilfreich und sollte für Dich wegführend sein. Meiner Meinung nach ist dein Werk noch nicht zu Ende geschrieben:
Wie hervorragend Du in Deinem vorhergehenden Kommentar die Entstehungsgeschichte beschreibst, schreit der Text nach besserer Vollendung

Mein Tipp, für mich ist jedes meiner Gedichte auch eine Reise zu meiner Be- friedigung. Ich muss am Ende damit meinen Frieden gefunden haben. Also arbeite und suche ich sehr lange in meiner Geschichte, meinem Erleben, meinen Worten....
und wunderbar, am Ende l i e b e ich (manche) meiner Werke (z.B meine Rituale) - gerade weil soviel Herzblut hinein floß

Mein Rat
rappel Dich auf und lass die guten Gedanken, die Kreativität, gutgemeinte Anregungen und die konstruktive Kritik in Dir wirken und lieb dein Werk weiter
bis Du zufrieden damit bist.

Viel Glück und Gelingen wünscht
Rainer
 

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