Ob ich Abschied schaffe. - Sonnet

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Walther

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Ob ich Abschied schaffe.

Das Bett ist leer. Sein Tuch hat keine Falten.
Kein Kleid weht mehr durch meinen großen Schrank.
Ich darf Erinnerung allein verwalten.
Mein Herz schlägt einsam, und es fühlt sich krank.

Ich steh Minuten vor der Kaffeekanne.
Mein Becher tropft die Reste auf den Boden.
Die Spinne webt ein Netz, das ich schnell spanne:
Patina brauchen sie, die Episoden,

Die nie von Dauer sind, die Abschnitt bleiben.
Die Schnitte bluten. Wollen nicht verheilen.
Den Becher stell ich ab, die Schläfen reiben
Muss ich, als rasch mir die Gedanken eilen

Zum Bett, zu deinem Duft, zu der Karaffe,
Die ich dir schenkte: Ob ich Abschied schaffe?
 

AbrakadabrA

Mitglied
Abschied ist ein scharfes Schwert, lieber Walther, wie Roger Whittaker einstmals sang.

Um nicht zu sehr in Selbstmitleid zu verfallen, hätte ich in der vorletzten Zeile als Gegengewicht zum melancholischen Ton gesetzt:

Zum Bett, zu deinem Duft, ich schlauer Affe ,
Der sich dir schenkte: Ob ich Abschied schaffe?

Das wäre so mein Stil.
 

Walther

Mitglied
Abschied ist ein scharfes Schwert, lieber Walther, wie Roger Whittaker einstmals sang.

Um nicht zu sehr in Selbstmitleid zu verfallen, hätte ich in der vorletzten Zeile als Gegengewicht zum melancholischen Ton gesetzt:

Zum Bett, zu deinem Duft, ich schlauer Affe ,
Der sich dir schenkte: Ob ich Abschied schaffe?

Das wäre so mein Stil.
Hi Aron,
danke fürs lesen, kommentieren und den anderen schluss. wie du schriebst: das ist deiner. ich lass mal den meinen, weil das meiner ist.
wünsche uns ein paar sonnenstrahlen, die aus- und einsichten erhellen.
lg W.

der dichter dankt @klauskuckuck für die leseempfehlung!
 


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