Oceanis

M.M.

Mitglied
Oceanis

Sieben Minuten lang hatte sie aufs Wasser geschaut und sich im schönen ozeanblau verloren. Ihre Gedanken waren dabei irgendwann ruhiger geworden. Sie hatte angefangen, sich auf ihre Atmung zu konzentrieren, um die beginnende Panikattacke zu unterdrücken. Jetzt spürte sie nur noch ein Kribbeln in ihren Gliedern, das langsam ihre Wirbelsäule hinaufkroch und eine Gänsehaut auf ihrer zarten Haut hinterließ. Das Zittern war wie weggeblasen. Dank ihrem Therapeuten gelang es ihr wenigstens manchmal, die Panikattacken zu unterdrücken. Auch, wenn es eine große Anstrengung war.
Ihre nackten Füße baumelten über das Wasser. Der Steg, auf dem sie saß, verlief in den großen See hinein. Manch ein Schwimmer nutzte den Steg, um Anlauf zu nehmen und dann mit einem lauten Platschen und einem Kopfsprung im Wasser zu landen. Sie, Sanne, stellte sich vor, wie sie eines Tages über den Steg laufen würde und in den See springen würde. Ohne Ängste. Sie wollte das Wasser spüren, doch sie konnte nicht.
Heute schien Sanna ungestört sein zu wollen. Kein Schwimmer hatte sie von ihrem Lieblingsort gescheucht. Stattdessen genoss sie schon seit einer guten Stunde die warmen Sonnenstrahlen und die Ruhe des Sees. Sie stellte sich vor, wie die Fische und Enten zu ihr schwammen und sie aus ihrem Leben befreiten. Wie gerne wäre sie ein Wassertier, das tagelang im See verweilte und die Menschen am Ufer beobachten konnte. Menschen, die Krach machten und die Tiere vertrieben oder aber Menschen, die in dem See schwammen und tauchten.
Sanna hatte gerade nach ihrer Wasserflasche greifen wollen, als ein Schatten auf sie fiel. Sie drehte sich um und sah behaarte Beine vor sich. Definitiv Männerbeine.
„Wie lange willst du eigentlich noch hier deine Zeit absitzen?“, fragte die Stimme unfreundlich.
Sanna wollte den Kopf heben, doch der Mann war ihr zu nah auf die Pelle gerückt. Langsam stand sie auf, sodass sie fast auf Augenhöhe mit dem Fremden war. Dunkelbraune Augen sahen sie funkelnd an. Die nassen Haare des geschätzt Anfang Zwanzigjährigen glitzerten in der Sonne. Eine Strähne fiel ihm ins Haar. Er trug blaue Karoshorts und ein schwarzes enges Shirt darüber, unter dem sich seine Brustmuskeln abzeichneten.
„Bist du stumm?“, fragte er nun unfreundlich.
Sie schüttelte den Kopf. „Für gewöhnlich werde ich freundlich angesprochen.“
Er zog die Augenbrauen hoch und grinste. „Freundlich?“
„Ja.“ Ihre Stimme klang leise und unsicher.
„Also, machst du bald die Bahn frei?“
Sie nickte. „Das war’s dann wohl.“
Ohne ein weiteres Wort nahm sie ihre Strandtasche und lief an dem jungen Mann vorbei Richtung Wiese. Bei jedem Schritt kam ihr der Gedanke, dass sie beobachtet wurde. Doch als sie sich umdrehte, sah sie nur den Mann, der auf den See hinausblickte.

Von der Wiese aus hatte sie immer noch einen guten Blick auf den See, wenn auch nicht ganz aus der Nähe. Sie sah zu, wie der Mann sein Shirt über den Kopf zog und sich immer weiter auszog. Sie traute ihren Augen nicht, als er splitterfasernackt auf dem Steg stand. Ihr Mund stand offen, als er sich noch einmal umdrehte und sie erblickte.
Beschämt senkte sie den Blick und vernahm kurz darauf das Platschen des Wassers. Als sie nochmals aufsah, war er im Wasser und schwamm Richtung Mitte.

Sie wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, als er zurück zum Steg schwamm und sich nach oben schob. Er zog seine Klamotten an und lief Richtung Wiese. Schnell kramte sie in ihrer Tasche nach ihrem Handy. Sie wollte nicht wie eine Stalkerin wirken, wenn er an ihr vorbeilief. Sie würde niemals zugeben, dass sie ihn angestarrt hatte und sich etwas Fremdes in ihr gerührt hatte. Ein Gefühl, das sie noch nie hatte. Ein Kribbeln in ihrem Unterleib und das Verlangen, den fremden Mann kennenzulernen. Ihr Herzschlag verdoppelte sich, als er auf sie zukam und nicht wie gedacht an ihr vorbei ging. Stattdessen ließ er sich neben sie auf der Wiese nieder. Seine Haare standen in allen Richtungen ab. Sanna wollte sie ihm richten, sie wollte Ordnung reinbringen. Chaos war ihr fremd.
„Na, wie war ich?“, fragte er grinsend.
Sie lachte schüchtern.
Sein Mund verzog sich zu einem frechen Grinsen. „Ich hab genau gesehen, dass du mich beobachtet hast, Püppchen.“
Bei dem Wort „Püppchen“ biss sie sich auf die Lippe. Er war ein Frauenheld, das konnte sie spüren. Wahrscheinlich sprach er jede Frau an.
„Okay. Dann eben so.“ Er streckte ihr eine Hand hin und wartete. Vorsichtig legte Sanna ihre Hand in seine, als er feste zudrückte und sie mit seinem Gewicht hochhob. Jetzt stand sie ihm wieder gegenüber. „Oceanis“, stellte er sich vor.
Sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Oceanis?“
Er nickte. „Ja, mein Künstlername. Und mit welcher netten Schönheit habe ich es zu tun?“
Sie errötete bei dem Gedanken, dass er sie als schön bezeichnet hatte. Ihre Knie fühlten sich unglaublich weich und wacklig an. Und da war wieder dieses Kribbeln und der Drang, ihn näher kennenzulernen. Seine Fassade zu hinterblicken. „Sanna, wie die Sonne.“, hörte sie sich sagen.
„Wow, die Sonne höchstpersönlich. Blondes Haar, blaue Augen. Das passt perfekt.“
Sie schwieg unsicher.
Er hatte seine Hände in die Hüften gestemmt, sodass sie seine Muskeln bewundern konnte. Sie ertappte sich bei dem Gedanken, darüber zu streichen. Nie hatte sie auch nur ansatzweise an körperliche Berührungen gedacht. Nähe tat weh. Und Verletzungen hatte sie genug.
„Also Sanna.“ Er sprach ihren Namen mit so einer Weichheit aus, dass sie augenblicklich grinsen musste. „Wie schaffst du es, so lange am See zu sitzen und nichts zu tun?“
„Naja..“ Sie wollte ihm erzählen, dass sie sich in dem Moment endlich Mal geheilt fühlte. Sie wollte sagen, dass der See sie beruhigte und sie sich in der Natur verlor. Aber all das klang zu abgedroschen und albern, sodass sie nur ein „Es beruhigt mich“, hervorbrachte.
„Warst du je mal im See schwimmen?“, fragte er neugierig. Seine Zunge strich über seine Lippen. Sofort schoss Sanne ein Bild in den Kopf. Wie er seine Zunge in ihren Mund schob und sie leidenschaftlich küsste. Sie verscheuchte den Gedanken nicht nur im Kopf, sondern machte auch eine Handbewegung, als wollte sie eine Mücke wegschlagen.
Er lachte. „Also, warst du schwimmen?“
Sie schüttelte den Kopf. So gerne wollte sie das Wasser an sich spüren, die Fische aus der Nähe sehen und bis zum nächsten Ufer schwimmen. Aber sie traute sich nicht. Nicht seit der Sache damals.
„Dann sollten wir das dringend ändern? Es wird dir gefallen.“
Ihr gefrierte das Blut in den Adern. Von einen auf den anderen Moment wurde ihr kalt, eiskalt. Sie musste sich auf die Wiese setzen, sonst würden ihre Beine gleich nachgeben. Ihr Herzschlag hatte sich beschleunigt und raubte ihr den Atem. Sie umschloss ihre Knie mit den Händen und wippte vor und zurück. Vor und zurück. Genau das, was sie auch früher getan hatte, als sie eine Panikattacke überfiel. Ihr ganzer Körper zitterte, als die Emotionen wie eine Welle über sie hereinbrachen und die ersten Tränen über ihre Wangen kullerten. Sanne sah sie. Ihre Mutter, wie sie sich nur noch mit einem Arm am Boot festhielt und jeden Moment fallen würde.
„Sanne“, hatte ihre Mutter damals verzweifelt gerufen. „Den Rettungsring. Nicht mehr lange.“
Sanne war erst neun Jahre alt gewesen und doch war die Erinnerung präsenter denn je. Sie sah sich erneut auf dem Schiff, panisch nach dem Rettungsring suchend. Und dann war sie gestolpert. Sie hatte den Malkasten übersehen und war über die Farbeimer gefallen. Ihr Fuß schmerzte, als sie aufstehen wollte.
„Sanne, beeil dich“, hörte sie ihre Mutter rufen. Doch Sanne konnte nicht mehr aufstehen. Sie begann zu weinen.
„Sanne, alles okay?“ Die Stimme ihrer Mutter klang trotz, dass sie schon halb im Meer war, stark.
„Mama, ich kann nicht aufstehen. Ich.. ich liebe dich.“ Sanne versuchte ein letztes Mal, sich aufzuraffen, doch ihre Beine gehorchten nicht.
„Schatz. Pass auf Papa auf.“ Mit diesen Worten sah Sanne zu, wie ihre Mutter von Bord fiel. Sanne schrie um Hilfe, doch es war keiner weit und breit zu sehen. Ihre Mama war ertrunken und sie war Schuld. Alles nur, weil sie die Malsachen nicht weggeräumt hatte. Seitdem hasste sie Chaos.

„Alles okay?“ Endlich konnte sie wieder die Gegenwart wahrnehmen. Oceanis hatte sich neben sie gekniet und seine Hände auf ihrer Stirn. „Fieber hast du nicht. Du bist ganz kalt. Sanne? Kannst du mich hören?“
Langsam normalisierte sich ihr Puls wieder. Das Zittern war vorbei, nur noch ihre feuchten Wangen erinnerten an den Emotionsausbruch.
„Soll ich einen Arzt rufen?“
Oceanis Hände fühlten sich erstaunlicherweise vertraut an.
„Nein..“, flüsterte sie. „Ich.. Das hab ich manchmal.“
Er löste sich von ihr und sah sie immer noch besorgt an. „Bist du dir sicher? Mir ist nicht wohl dabei.“
„Hör zu“, sagte sie nun, mit Kälte in ihrer Stimme. „Du kennst mich nicht. Also kümmere dich besser um deine eigenen Sorgen.“
Sie stand auf, immer noch etwas wacklig auf den Knien, aber bereit ein paar Schritte zu gehen, um sich dann wieder erschöpft ins Gras sinken zu lassen.
Dieses Mal war er nicht sofort bei ihr, schaute ihr nur aus der Entfernung zu und wartete, bis sie hinter den Bäumen verschwand.

Am nächsten Tag war sie entschlossen, wieder zum See zu gehen. Dieses Mal blieb sie auf der Wiese und beobachtete den See aus der Ferne. Sie wollte nicht nochmal eine Panikattacke erleben und die Schwimmer bei ihrem Sprung stören.
Sie war gerade in ein Buch vertieft, als sie eine bekannte Stimme hörte. „Es tut mir leid.“
Sie sah auf und schaute in ein braunes Augenpaar. Wärme bereitete sich in ihrem Bauch aus.
„Ich hätte mich nicht so einmischen sollen. Das wird wohl Gründe haben, warum du nicht mit mir schwimmen gehen willst. Vor allem, weil ich ja bestimmte Vorlieben habe.“ Er grinste frech, was ihr sofort das Blut in die Wangen schießen ließ.
„Warum sprichst du nicht mit einer von denen?“ Sie zeigte auf Mädels, die mit Picknickdecke und nur halb bekleidet auf der Picknickdecke saßen und zu ihm rüberstarrten.
Er setzte sich neben Sanne und kam mit seinem Kopf näher. „Weil ich andere Absichten habe.“
Sanne klappte ihr Buch zusammen. Sie wusste, dass es sinnlos war. Er würde nicht locker lassen. „Ach ja?“ Sie schob die Sonnenbrille über ihre brennenden Augen. „Welche Absichten hast du denn?“
Er grinste. „Wenn ich böse Absichten hätte, hätte ich dich schon längst in den See geschleppt und mit dir gevögelt.“
Ihre Wangen brannten vor Scham. Das war ein Traum. Niemand hatte sich je für sie interessiert. Warum er? Er war viel zu attraktiv, dass er mit solch einem verängstigten und durchschnittlichen Mädchen wie ihr ausgehen wollte.
„Also das will ich natürlich immer noch, nicht falsch verstehen.“ Er lachte. „Aber ich will dich nicht überfallen. Und ich denke, dass du eher auf was Ernstes aus bist? Also, wann darf ich dich auf ein Date einladen?
Ihr Magen drehte sich vor Angst um. Sie stotterte, „Aber.. Aber wieso sollte ich..ich überhaupt?“
Er nahm ihre Hände. „Ein Date und dann sehen wir weiter, okay?“
Sie nickte.
„Ich werde dir nichts tun, versprochen. Was auch immer du erlebt hast, ich werde vorsichtig sein.“
„Wie kommst du auf die Idee, dass ich das von dir gedacht habe?“
Er zuckte mit den Schultern. „Du wirktest so distanziert. Aber genau das macht dich so reizend.“
Sie lächelte und schwieg.
Er tat es ihr nach und sah zusammen mit ihr auf den See hinaus, in dem kein Mensch zu sehen war. Heute herrschte Ruhe. Vielleicht lag es auch an der Uhrzeit. Es war erst früher Morgen und die meisten waren in der Schule, Uni oder auf der Arbeit.
Nach einiger Zeit drehte Oceanis sich noch einmal zu Sanne um. „Ich verstehe jetzt, was dich am See so fasziniert. Und ich möchte dir auch gerne meine Schwimmbegeisterung zeigen.“
Er merkte, dass sich Angst in ihren Augen spiegelte. „Du darfst auch gerne nur zugucken.“
Sie nickte. „Zeig es mir.“
Erstaunt zog er die Augenbraunen nach oben. „Jetzt?“
„Genau jetzt.“ Sie sprang begeistert auf und lief zum Steg. Gespannt setzte sie sich auf den Stegesrand und wartete, bis er sich ausgezogen hatte.
Sie drehte sich nicht um und entfernte sich nicht, als er neben ihr ins Wasser sprang und wieder auftauchte. Es wunderte sie, dass keinerlei Emotionen aufploppten und sie ganz frei war. Grinsend beobachte sie, wie er vor ihr auf und ab schwamm und sich immer wieder zu ihr umdrehte. Seine Haare waren wieder nass verwuschelten. Sanne streckte ihre Hand aus und tat so, als wollte sie die Häärchen ordnen. Er kam näher und stützte sich am Steg ab. Grinsend sah er zu ihr auf.
„Wo hast du so gut schwimmen gelernt?“, fragte Sanne nun.
„Ach. Ich hatte als Kind viel Freizeit und da hab ich den halben Sommer im Schwimmbad verbracht.“
„Und wieso bist du jetzt am See und nicht im Schwimmbad?“
Sie sah, wie er schluckte und den Blick senkte. „Naja.. Seen sind doch auch toll.“
Sie nickte.
„Vor allem, wenn man so eine schöne Frau wie dich kennenlernt.“
Sofort stieg ihr die Röte ins Gesicht.
Jetzt sprang er auf und setzte sich neben sie. Er kam ihr so nah wie noch nie. Seine Beine berührten fast ihre. Sofort spürte sie die kribbelnden Glieder und die Gänsehaut.
„Ich möchte gerne etwas ausprobieren. Komm.“ Er nahm ihre Hand und zog sie hinter sich her. Sie liefen am Ufer entlang und stoppten im Kinderbereich, wo kein Mensch zu sehen war. Er lief ein Stück ins Wasser. „Komm zu mir.“
Sie schüttelte den Kopf. „Das kann ich nicht.“
„Doch, das kannst du. Ich weiß, dass du nicht schwimmen kannst und Angst hast.“
Sie schluckte. „Wo.. woher?“
„Deine Reaktion sagte alles aus. Du wolltest nicht mit mir schwimmen. Das war einerseits die Angst vor mir als männlicher Person und die Angst vor dem Wasser.“
„Aber..“, begann sie, doch er ließ sie gar nicht ausreden, kam auf sie zu, hob sie mit Leichtigkeit hoch und schob sie so weit ins Wasser, das sie nur noch mit dem Kopf über Wasser war. Er selbst war etwas größer, sodass seine Brustmuskeln hervorlugten.
Sanne spürte, wie ihr immer kälter wurde und sich das Zittern ankündigte. Doch sie blieb stark und schloss die Augen. Langsam atmete sie durch den Mund. Sie vergaß alles um sich rum, das kühle Wasser um ihren Körper, die Kälte in ihrem Körper und den Knoten in ihrem Bauch. Sie sah kurz das Schiff vor sich. Und ihre Mama, die sich mit weit aufgerissenen Augen immer fester an das Boot klammerte.
Als sie die Augen öffnete, sah sie in dunkelbraune Augen. Oceanis war ihr näher gekommen und sah sie an, während sie gegen die Erinnerungen ankämpfte. Er hatte seine Arme um ihre Taille geschwungen und sie näher an sich gezogen. Sie konnte alles von ihm spüren. Seine nackte Haut an ihrem nassen, dünnen Sommerkleid. Und natürlich auch sein männliches Körperteil, dass sich gegen ihren Bauch drückte.
„Ich will dir helfen“, sagte er.
„Aber wie? Du hast ja keine Ahnung“, erwiderte Sanne atemlos.
„Schließ die Augen“, sagte er.
„Nein. Nicht hier. Im Wasser kann so viel passieren“, begann sie ängstlich.
„Vertrau mir, Sanne.“ Seine Stimme klang so echt, so vertraut und so ehrlich. Es war unmöglich, dass sie sich innerhalb eines Tages einem Mann so nahe fühlen konnte. Er kannte sie nicht und verstand sie trotzdem.
Sie schloss ihre Augen. Ihr Bauch kribbelte vor Angst, doch sie ignorierte es.
Und auf einmal spürte sie etwas an ihrem Mund. Seine Lippen, die erst schmetterlingszart über die ihre strichen und dann langsam mit der Zunge ihren Mund öffneten. Sanne hatte aufgehört zu atmen und doch atmete sie weiter. Jede Erinnerung schien zu verschwimmen und wurde durch ein neues Gefühl ersetzt. Liebe. Sie wusste nichts davon und doch spürte sie in diesem Kuss mehr, als sie eigentlich sollte. Die Wärme schoss durch ihren Körper und löschte alle kalten Empfindungen aus. Ihr Unterleib kribbelte, als Oceanis sich noch enger an sie presste und seine Zunge sanft in ihren Mund schob. Er schmeckte nach Salz, nach Meer, nach Freiheit. Sie konnte loslassen, sich hingeben und sich ganz fallen lassen. Ihre Knie waren weich wie Pudding, doch sie küsste weiter. Sie drückte sich mit ihrem Kleid an seinen nassen Körper und wollte mehr von ihm. Ihre Arme wanderten seinen Rücken hinauf, ohne dass sie darüber nachgedacht hatte. Ihr Körper reagierte nur. Und als ihr Unterleib so stark pochte, dass ihr sogar ein Stöhnen entwich, löste er sich schwer atmend von ihr.
Tief sah er in ihre Augen. „Wow. Du bist es. Ich.. Ich kann es nicht glauben.“ Nervös fuhr er sich durch seine wuscheligen Haare.
„Wer? Wer bin ich?“, fragte Sanne glühend.
„Ich glaube ich, ich muss jetzt gehen.“ Oceanis wartete ihre Antwort gar nicht erst ab und watete zum Ufer.
„Hey!“, schrie Sanne ihm hinterher. „Du kannst mich doch nicht küssen und dann einfach stehenlassen?“ Doch er hörte sie schon nicht mehr und verschwand hinter dem Umkleidehäuschen. Ganz so, als hätte er nicht gerade die Richtige gefunden. Diejenige, die seine Hilfe brauchte. Und es war seine Aufgabe, ihr zu helfen.

Sanne war den ganzen restlichen Tag in Gedanken versunken. Noch in ihrem Zimmer meinte sie, das Salz auf ihren Lippen schmecken zu können. Ihr ganzer Körper brannte wie Feuer, weil sie zu lange in der Sonne gesessen und aus lauter Schwärmerei das Eincremen mit Sonnencreme vergessen hatte.
Das hatte sie jetzt davon. Die Eiseskälte in ihrem Inneren war durch tödliche Hitze ersetzt worden.
Unruhig lief sie im Zimmer auf und ab. Wer war Oceanis? Und warum wolllte er ausgerechnet sie? Sie, die Durchschnittsfrau, die keine Oberweite und keine langen Beine hatte? Das graue Mäuschen, das distanziert und vorsichtig war?
Sie erinnerte sich an seine Worte. Oceanis war sein Künstlername. Neugierig gab sie den Namen in Google ein und fand nur Bootsnamen und Hotels, die nach dem Ozean benannt waren. Als sie auf die Bilderleiste klickte, stockte ihr der Atem. Sie sah ein dunkelblaues Boot, auf dessen Seite der Name Oceanis stand. Sofort erinnerte sie sich an die Bootsfahrt mit Mama.
Das konnte doch kein Zufall sein, dass er genauso hieß wie das Boot, auf dem Mama verunglückt war?
Sie musste ihn sehen. Sofort.

Es war bereits halb neun, als sie den See erreichte. Panisch lief sie den Steg entlang, in der Hoffnung, in ihm See schwimmen zu sehen. Fehlanzeige. Was hatte sie sich auch dabei gedacht? Er hatte Besseres zu tun, als den ganzen Tag im See zu schwimmen.
Sie wollte gerade umdrehen, als sie ein Zischen hörte. Es klang, als sei ein Reifen defekt. Verwirrt drehte sie sich um.
„Mist!“ Sie erkannte seine Stimme sofort, auch wenn sie ihn noch nicht sehen konnte. Aufgeregt ging sie den Steg entlang zur Wiese und sah ihn bei den Fahrradständern. Er begutachte den Reifen, der ihm wohl soeben geplatzt war. „So eine…“
Er sah auf und blickte in ihre funkelnden Augen. „Sanna! Welch ein Zufall. Ich hatte gehofft..“
Ihr war ganz entgangen, dass er sie stehen gelassen hatte. Sofort versuchte sie, wütend zu sein. „Sag mal, was war das vorhin?“
Ihre Arme waren verschränkt und bedeckten ihren Ausschnitt, der sowieso nicht viel verdecken musste.
Oceanis stand auf und griff nach ihren Händen. „Es tut mir leid. Mir ist etwas klar geworden.“

Sie stemmte wütend die Hände in die Hüfte, widerstand aber auch den Drang, ihn nochmal zu küssen. Gerade, weil er nur eine blaue Schwimmhose trug, fiel es ihr noch schwerer, die Gefühle zu ignorieren, die sich in ihrem Herzen breit machten.
„Du willst mich nicht kennenlernen. Ich habe miserabel geküsst und du hast es dir anders überlegt, gib es zu.“
Er schüttelte den Kopf, zog sie an sich und drückte seine Lippen auf ihre. Überrumpelt ließ sie den Kuss zu, der ihr sofort wieder Wärme in die Adern bescherte, doch dann löste sie sich wütend von ihm.
„Mensch. Du kannst mich doch nicht einfach küssen und gleich wieder stehen lassen. Was willst du, verdammt?“
Er seufzte. „Ich… ich bin nicht gut mit Worten. Ich kann es dir nur zeigen.“
Verwirrt runzelte sie die Stirn. „Was? Was willst du mir zeigen? Und wieso heißt du genau so, wie das Boot, auf dem…“

Sie stockte, als sie seinen wissenden Blick sah.
„Du weißt es!“ Erschrocken schritt sie einen Schritt zurück. „Du.. du hast mich nur benutzt, weil du wusstest, dass du mich damit kriegst, wenn du mir bei meinen Ängsten hilfst!“ Ihr Gesicht glühte vor Wut und vor Scham. Sie hatte ihm vertraut, doch er hatte sie benutzt.
Er wollte nach ihren Händen greifen, doch sie schlug seine Hände zurück. „Sanne, das verstehst du vollkommen falsch. Ich hab das nicht ausnutzen wollen, wirklich. Gib mir eine Chance.“
Ihr schossen die Tränen in die Augen, als sie seinen hilflosen Blick sah und ihr bewusst wurde, dass sie ihn verschrecken würde. Dieses Mal durfte sie nicht so unnahbar sein. Nicht nach all den Emotionen.
„Ich.. Sag mir doch einfach, wer du bist? Wieso gehst du nackt baden? Und wieso hast du mich ausgesucht, wenn du jede andere haben kannst?“ Tausend Fragen brannten ihr auf der Zunge, doch sie wartete.
Er senkte den Kopf. „Ich zeige es dir. Aber es wird nicht einfach für dich werden. Und vielleicht wirst du mich danach hassen.“
Sie schüttelte den Kopf. „Ich bin einiges gewöhnt.“
Oceanis nahm ihre Hände und drückte sie leicht. Dieses Mal spürte sie keine Wut, sondern nur Wärme, die sich immer weiter ausbreitete und dann hob er sie hoch und trug sie Richtung Wasser.
Sanna wehrte sich und schlug um sich, als er sie im Wasser abstellte. „Was soll das?“ Die Wut ließ ihr Blut brodeln.
„Vertrau mir“, sagte er und zog sie an sich. Dieses Mal war er nicht nackt. Trotzdem konnte sie spüren, dass er sie näher haben wollte, als er seine Hände an ihren Kopf legte und sie näher an sich zog.
„Sanne und Oceanis“, flüsterte er an ihren Mund und küsste sie.

Zuerst spürte sie die Wärme und schmeckte das Salz auf ihren Lippen. Doch dann sah sie den See um sich herum, nur dass der See alles andere als ruhig da lag. Sie sah Wellen, die auf sie zukamen, doch sie konnte nicht schwimmen. Sie sah Oceanis entfernt von ihr, doch sie konnte sich nicht bewegen.
Ihre Brust hob und senkte sich schnell und sie spürte schon das Zittern. Sie würde ertrinken.
„Wehr dich nicht dagegen“, sagte eine fremde Stimme. Sie strauchelte und paddelte mit den Armen, obwohl sie es noch nie getan hatte. Ihre Arme machten Schwimmbewegungen, hoben sie über die Welle hinweg, bis sie bei Oceanis angekommen war. Sie war nicht mehr Herr ihrer selbst und fühlte sich fremd. Als würde sie jemand wie eine Puppe hin und her schubsen.
Oceanis hielt sie fest, als sie vor ihm stand. Sofort hörte das fremde Gefühl auf. Sie fühlte sich sicher und wohl. Er würde sie beschützen. Ihre Haut kribbelte unter seinen warmen Händen. Alles konnte so schön sein, doch da tauchte ein Boot vor ihr auf. Wie aus dem Nichts ragte es über den beiden empor. Es war nicht irgendein Boot. Es war Oceanis. Und auf dem Boot stand eine Person und winkte den beiden zu.
„Mama“. Sanne hatte sie sofort wiederkannt. Sie wollte zu ihr, doch Oceanis hielt sie fest.
„Heute ist es Zeit, um Abschied zu nehmen. DU kannst ihr alles sagen, was du schon immer wolltest.“
Sanne schluckte. „Mama, ich hab das nie gewollt.“ Tränen standen in ihren Augen, als sie Mama quicklebendig an Bord sah, wie sie ihr mit ihren dünnen Armen zuwinkte. Ein Strahlen lag auf ihrem Gesicht.
„Sanne-Schatz“, rief ihre Mama. Ihre Stimme klang noch sicher und lebendig wie damals. „Ich bin dir nicht böse. Jeder Mensch hat seine Zeit auf Erden. Und meine Zeit war eben kürzer. Aber ich lebe weiter. Ich lebe in deinem Herzen.“ Mit diesen Worten verschwand das Boot und Sanne spürte eine Wärme im Herzen. Erleichterung machte sich in ihr breit. Ihre Schuldgefühle waren verschwunden, zurück blieben positive Erinnerung an ihre Kindheit. Der Moment, als ihre Mama ertrank, schien weit weg zu sein. So weit weg wie das Boot, das immer mehr verschwand.
Sanne schloss die Augen und hielt Oceanis Hand. Als sie die Augen wieder öffnete, befand sie sich wieder im vorderen Teil des Sees. Ihre Augen brannten von den Tränen, die ihre Wangen heruntergelaufen waren. Und vor ihr stand Oceanis, der sie anstrahlte.
„Wie hast du das gemacht?“, fragte sie verwirrt. „Kannst du manipulieren?“
Er schüttelte den Kopf und grinste sie weiter an. „Ich freue mich, dass ich dir helfen konnte, liebe Sanne. Und jetzt bleibt mir nur noch, dass ich dir alles Gute wünsche. Du bist besonders und jetzt wirst du dein Leben richtig genießen können.“
Oceanis hatte sich umgedreht und war den See entlang gewatet.
Sanne reagierte sofort. „Warte!“
Er drehte sich noch einmal um. „Ich werde immer in deinem Herzen sein. Genau wie deine Mama. Und jedes Mal, wenn du einen Mann küsst, wirst du an mich denken. Ich bin immer da. Du musst es nur zulassen. Vertrau mir, Sanne. Du bist und bleibst die Sonne. Und jetzt muss ich weiter. Es gibt noch viel zu tun.“
Mit einem Lächeln verschwand er hinter den Büschen. Sanne blieb im See zurück, ohne Angst vorm Ertrinken, mit einer unbeschreiblichen Wärme im Körper und einem Herzen voller schöner Erinnerungen an ihre Mama und an den Mann, der sie geheilt hatte. Oceanis.
 

ahorn

Mitglied
Hallo M.M.
hallo im Klub ;)
Dein Märchen gefällt mir. Muss ich wahrlich Zugeben.
Textlich sicher und wohl vormuliert, obwohl du zum Schluss schwächelst.
Es sind Kleinigkeiten, welche mir auffielen.
Unnötige Worte ggf Sätze, fehlende Wort.

Ich bin kein begnadeter Schreiber, dennoch ein aufmerksamer kleinkarierter Leser.
Bekomme keine Panik. Es sieht graunehafter aus, als es ist.
Nehme was du willst, bau es aus und wende es, wenn du willst in dem Rest deiner Geschichte an.

Sieben Minuten lang hatte sie aufs Wasser geschaut und sich im schönen ozeanblau Ozeanblau verloren. Ihre Gedanken waren dabei irgendwann ruhiger geworden entspannten . Sie hatte angefangen, sich konzentrierte sich auf ihre Atmung zu konzentrieren, um die beginnende Panikattacke zu unterdrücken. Jetzt spürte sie nur noch ein Kribbeln in ihren Gliedern, das langsam ihre Wirbelsäule hinaufkroch und eine Gänsehaut auf ihrer zarten Haut hinterließ. Das Zittern war wie weggeblasen verschwunden. Dank ihrem ihres Therapeuten gelang es ihr wenigstens manchmal, die Panikattacken zu unterdrücken. Auch, wenn es eine große Anstrengung für sie war.
Ihre nackten Füße baumelten über das dem Wasser. Der Steg, auf dem sie saß, verlief in ragte über das Ufer in den großen See hinein. Manch ein Schwimmer nutzte n den Steg , um Anlauf zu nehmen und Sie nahmen Anlauf, um dann mit einem lauten Platschen und einem Kopfsprung im ins Wasser zu landen tauchen. Sie, Sanne, stellte sich vor, wie sie eines Tages ohne Angst über den Steg laufen würde und in den See springen würde lief und sprang. ohne Ängste. Sie wollte das Wasser spüren, jedoch sie konnte nicht.
Heute schien Sanna ungestört sein zu wollen war sie ungestört. Kein Schwimmer hatte sie von ihrem Lieblingsort gescheucht. Stattdessen genoss sie schon seit einer guten Stunde die warmen Sonnenstrahlen und sowie die Ruhe des Sees. Sie stellte sich vor, wie die Fische und Enten zu ihr schwammen und sie aus ihrem Leben befreiten. Wie gerne wäre sie ein Wassertier, das tagelang im See verweilte und die Menschen am Ufer beobachtete n konnte. Menschen, die Krach machten lärmten und die Tiere vertrieben oder aber Menschen, die in dem See schwammen und tauchten.
Sanna hatte gerade fasste nach ihrer Wasserflasche greifen wollen, als ein Schatten auf sie fiel. Sie drehte sich um und sah schaute auf behaarte Beine vor sich. Definitiv Männerbeine.
„Wie lange willst du eigentlich noch hier deine Zeit absitzen?“, fragte die Stimme unfreundlich in einer unfreundlichen Tonlage.




Sanna wollte den Kopf heben, doch der Mann war ihr zu nah auf die Pelle gerückt. Langsam stand sie auf, sodass sie fast Sanna richtete sich auf, bis sieauf Augenhöhe mit dem Fremden war. Funkelnde dunkelbraune Augen sahen blickten sie funkelnd an. Die nassen Haare des geschätzt Anfang Zwanzigjährigen jungen Mannes glitzerten in der Sonne. Eine Strähne fiel ihm ins Haar [über die Stirn. Er trug blaue Karoshorts und ein schwarzes enges Shirt darüber, unter dem sich seine Brustmuskeln abzeichneten.
„Bist du stumm?“, fragte er nun unfreundlich.
Sie schüttelte den Kopf. „Für gewöhnlich werde ich freundlicher angesprochen.“
Er zog die Augenbrauen hoch empor und grinste. „Freundlich?“
„Ja.“ Ihre Stimme klang , sprach sie, leise wobei eine Unsicherheit mitschwang und unsicher.
„Also, machst du bald die Bahn frei?“
Sie nickte. „Das war’s dann wohl.“
Ohne ein weiteres Wort nahm sie ihre Strandtasche und lief an dem jungen Mann vorbei Richtung Wiese. Bei jedem Schritt kam ihr der Gedanke, dass sie jemand beobachtete wurde. doch als sie sich umdrehte, sah sie nur den Mann, der auf den See hinausblickte.
Von der Wiese aus hatte sie immer noch weiterhin einen guten Blick auf den See , wenn auch nicht ganz aus der Nähe. Sie sah zu, wie der Mann sich sein Shirt über den Kopf zog und sich immer weiter auszog . weiter entkleidete Sie traute ihren Augen nicht, als er splitterfasernackt auf dem Steg stand. Ihr Mund stand offen, als er sich noch einmal umdrehte und sie erblickte.
Beschämt senkte sie den Blick und vernahm kurz darauf das Platschen des Wassers. Als sie nochmals aufsah, war er im Wasser und schwamm Richtung M Seemitte.

Sie wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, als er zurück zum Steg schwamm und sich nach oben schob. Er zog sich seine Klamotten Kleider an und lief eilte auf sie zu Richtung Wiese . schnell kramte durchwühlte sie in ihrer Tasche und holte ihr Handy hervor nach ihrem Handy. Sie wollte nicht wie eine den Anschein einer Stalkerin wirken hinterlassen, wenn er an ihr vorbeilief. Sie würde niemals zugeben, dass sie ihn angestarrt hatte und sich etwas Fremdes Neues in ihr gerührt hatte. Ein Gefühl, das sie noch nie hatte kannte. Ein Kribbeln in ihrem Unterleib und Bauch sowie das Verlangen, den fremden Mann näher kennenzulernen. Ihr Herzschlag verdoppelte sich, als er auf sie zukam und nicht wie gedacht vermutet hatte an ihr vorbei ging. Stattdessen ließ er sich neben sie auf der Wiese ihr nieder. Seine Haare standen in allen Richtungen ab. Sanna wollte sie verlangte es diese ihm zu richten, sie wollte Ordnung reinbringen zu ordnen. Chaos war ihr fremd.
Er schmunzelte. „Na, wie war ich?“ , fragte er grinsend.
Sie wandte ihr Gesicht ab, schaute herab, zupfte ein Grashalm ab und kicherte. Sie lachte schüchtern.


Sein Mund verzog sich zu einem frechen Grinsen. „Ich hab genau gesehen, dass du mich beobachtet hast , COLOR=blue]PUNKT[/COLOR] Püppchen . COLOR=blue]AUSRUFEZEICHEN[/COLOR]“
Bei dem Wort „Püppchen“ biss sie sich auf die Lippe. Er war ein Frauenheld, das konnte sie spüren spürte sie. Wahrscheinlich sprach er jede Frau an.
„Okay. Dann eben so.“ Er streckte ihr eine Hand hin und wartete. vorsichtig Zögernd legte Sanna ihre Hand in seine auf die Seinige, als nachdem er feste zudrückte und sie mit seinem Gewicht hochhob zugedrückt hatte, stand er auf und zog sie mit empor.. jetzt stand sie sah ihm ins Gesicht ihm wieder gegenüber.

Er nickte. „Oceanis“ , stellte er sich vor .
Sie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Oceanis?“
er nickte. „Ja, mein Künstlername. Und m Mit welcher netten Schönheit habe ich es zu tun?“
Sie errötete bei dem Gedanken, dass er sie als schön bezeichnet hatte. Ihre Knie fühlten sich unglaublich weich und wacklig an. Und d Da war wieder erneut dieses Kribbeln und der Drang, ihn näher kennenzulernen. S KOMMA seine Fassade zu Hinterblicken. „Sanna, wie die Sonne.“ , hörte sie sich sagen.
„Wow, die Sonne höchstpersönlich. Blondes Haar, blaue Augen. das passt perfekt.“
Sie schwieg unsicher.
Er hatte seine Hände in die Hüften gestemmt, sodass sie sich seine Muskeln abzeichneten bewundern konnte. Ihr Puls raste. Sie ertappte sich bei dem Gedanken, darüber zu streichen zu wollen. Nie hatte sie auch nur ansatzweise an körperliche Berührungen gedacht. Nähe tat weh schmerzte . U und Verletzungen hatte sie genug.
„Also Sanna.“ Er sprach ihren Namen mit so einer Weichheit aus, dass sie augenblicklich grinsen musste grinste. Er erwiderte ihr Grinsen. „Wie schaffst du es, so lange am See zu sitzen und nichts zu tun?“
„Naja..“ Sie wollte ihm erzählen, dass sie sich in dem Moment endlich Mal geheilt fühlte. Sie wollte sagen, dass der See sie beruhigte und sie sich in der Natur verlor. Aber all das dieses klang ihr zu abgedroschen und albern, sodass sie nur ein „Es beruhigt mich“, hervorbrachte.
„Warst du je mal jemals im See schwimmen?“ ,fragte er neugierig. Seine Zunge strich über seine Lippen. Sofort schoss Sanne ein Bild in den Kopf. Wie er seine Zunge in ihren Mund schob und sie leidenschaftlich mit Leidenschaft küsste. Sie verscheuchte den Gedanken nicht nur im aus ihrem Kopf , sondern machte auch und vollführte eine Handbewegung, als verscheuche wollte sie eine Mücke wegschlagen.



Er lachte. „Also, warst du schwimmen?“
Sie schüttelte den Kopf . So gerne , obwohl sie wollte sie das Wasser an sich spüren erkunden wollte, die Fische aus der Nähe sehen und bis zum nächsten Ufer schwimmen. Aber s Sie traute sich nicht. Nicht seit der Sache damals.
„Dann sollten wir das dringend ändern? Es wird dir gefallen.“
Ihr gefrierte gefror, stockte oder gerann das Blut in den Adern. Von einen auf den anderen Moment wurde ihr kalt, eiskalt. Sie musste setzte sich auf die Wiese setzen, sonst würden bevor ihre Beine gleich nachgeben nachgaben. Ihr Herzschlag hatte sich beschleunigt und raubte ihr den Atem. Sie umschloss ihre Knie mit den Händen und wippte vor und zurück. Vor und zurück. Genau das dies, was sie auch früher getan unternommen hatte , als sie wenn ihr eine Panikattacke überfiel. Ihr ganzer Körper zitterte, als die Emotionen wie eine Welle über sie hereinbrachen und die ersten Tränen über ihre Wangen kullerten. Sanne sah sie. Ihre Mutter, wie sie sich nur noch mit einem Arm er Hand am Boot festhielt und jeden Moment fallen würde versank .
„Sanne“, hatte ihre Mutter damals verzweifelt in Verzweiflung zugerufen. „Den Rettungsring. Nicht mehr lange.“
Sanne war erst neun Jahre alt gewesen und doch war die Erinnerung präsenter denn je. Sie sah sich erneut auf dem Schiff , panisch wie sie in Panik nach dem Rettungsring suchend suchte. Und d Dann war sie über die Farbeimer gestolpert und hingefallen. Sie hatte den Malkasten übersehen und war über die Farbeimer gefallen. Ihr Fuß schmerzte , als sie aufstehen wollte beim aufstehen.
„Sanne, beeil dich“, hörte sie ihre Mutter rufen schrie ihre Mutter. doch Sanne konnte nicht mehr aufstehen. Sie begann zu weinen weinte.
„Sanne, alles okay?“ Die Stimme ihrer Mutter klang trotz, dass ., obgleich sie schon halb war im Meer versank nach. , stark. Stark!
„Mama, ich kann nicht aufstehen. Ich.. ich liebe dich.“ Sanne versuchte ein letztes Mal, sich aufzuraffen, doch aber ihre Beine gehorchten nicht.
„Schatz. Pass auf Papa auf.“ Mit diesen Worten sah Sanne zu, wie ihre Muttervon Bord fiel wie die See ihre Mutter verschlang. Sanne schrie um Hilfe PUNKT , doch es war keiner niemand weit und breit zu sehen. Ihre Mama war ertrunken und sie war hatte die Schuld . Alles nur , weil sie die Malsachen nicht weggeräumt hatte. Seitdem hasste sie Chaos.


Gruß
Ahorn
 

M.M.

Mitglied
Hallo Ahorn,

vielen lieben Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast,meine Geschichte zu lesen und zu korrigieren.
Die Anregungen haben mir sehr geholfen.

Grüße
M.M.
 

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