operation walnuß

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G

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Gast
[ 4]operation walnuß


ich schlug die walnußschale auf
entspiegelt konnt ich alles sehn
da lag nun mein gehirn so schön
die windungen wie dünndarm-schlaufen

ja ich stieg hinab ins tal
und schlüpfte in die schlangengruben
schwamm dann durch das ubahn-tuben-
leitsystem vom hauptkanal

in dunkle seitennischen - kaum
zu finden - wär der zwischenraum
nicht selbstabbildend wie der traum
des traums: ein apfelmännchen-baum

und wieder ist es mir gelungen
ich gelangte in die letzte
kammer die von mir besetzt
mich selbst enthielt in mich verschlungen

hirn in hirn fand ich mich dort
im kanon mit mir selbst gesungen
als fraktal des knospen-jungen
selbstgeburten-orts im wort

ich schlag die walnußschale auf
entspiegelt kann ich alles sehn
da liegt nun mein gehirn so schön
die windungen wie dünndarm-schlaufen

und ich steig hinab ins tal
und schlüpfe in die schlangengruben
schwimm im schwamm der ubahn-tuben
feinst-infinitesimal

in dunkle seitennischen - kaum
zu finden - wär der zwischenraum
nicht selbstabbildend wie der traum
des traums: der paradieses-baum

und wieder ist es mir gelungen
ich gelange in die letzte
kammer die von mir besetzt
mich selbst enthält in mich verschlungen

selbsterkenntnis find ich da
im kanon mit mir selbst gesungen
ein fraktal - des knospen-jungen
selbstgeburten-wort: ich=ja
 

namibia

Mitglied
Lieber mondnein,

dieses Gedicht gefällt mir ausgesprochen gut, die Metapher ist hat mich gleich eingenommen ( der Titel hat mich neugierig gemacht !), das Spiel mit den Worten finde ich sehr lebendig und auch rhythmisch interessant .. du merkst, ich hatte viel Freude beim Lesen. Danke dafür..

Liebe Grüße

Namibia
 



 
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