Ophelia am Ufer

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Ich gehe heute nicht ins Wasser.

Der Fluss
hat umsonst
seine Oberfläche gebügelt.

Mädchen treiben darin
seit Jahrhunderten
mit offenen Haaren,
mit stillgelegten Stimmen.

Ich habe genug
von diesem feuchten Ruhm,
von Malern,
die mein Sterben
farblich abstimmen.

Genug von Männern,
die mich erst brechen
und später
zum Symbol verklären.

Heute lege ich die Blumen ab,
Der Fluss bekommt mich nicht.

Diesmal
geht nur
der Mythos unter,

Hinter mir
steigen die schönen Mädchen
aus dem Wasser.
 
P.S.Kunstwerke als Sumpfdotterblumen in Dämmerungsbuchten wäre das nicht eine Idee für ein faszinierendes Gedicht von dir? Ich würde mich darauf freuen.
LG
Chandrika
 

Scal

Mitglied
Ui, Chandrika, da müsste ich mich zu einem Fenster begeben, das ich schon lange nicht mehr geöffnet habe, und das deshalb vermutlich ziemlich klemmt :rolleyes:
War's mal offen?

Scal
Mitglied

20 März 2021
quetschtaumelnd presste das uugetön
welkte auf dräuenden farnen

sumpfwirkgezweige verschmauchte
pilzschwüläugig bei knietiefem tanz

zuckende zitzen krähten zur flut
schmolzen zu fahlmundgegisch

schlunddunkel tränte
ernstdunkel robbend
gähnte im steinwundgewicht

fliehflügel schäumten
eilrufendweit
wellten mit nickendem pfauchen

schabende wiesen
riefen zuhauf
ooföhnig umrundet

nachtkirschenrufe
tropften hervor

blindlings erdichtet
vom äugen


LG:)
 
Was für eine Sprachgewalt!!! Ich bin geplättet!!! DANKE!!! Deine Sätze treffen mich wie eine Brandung:schön, unaufhaltsam, größer als ich .....

LG Chandrika
 



 
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