Pandemischer Standpunkt

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Walther

Mitglied
Pandemischer Standpunkt

Ich danke sehr für all die Gaben.
Den Virus möchte ich nicht haben.
Den könnt ihr gerne weiter schenken.
Nicht böse über mich jetzt denken.

Ich liebe euch, ihr Menschen, alle:
Jedoch steigt mir sehr schnell die Galle
Und laust die Leber, dass ich platze,
Seh ich ne maskenlose Fratze

Im Bus, im Laden und im Zug.
Ich weiß, Bekloppte gibt’s genug.
Ich sollte mich jetzt nicht so haben:
Man freut sich über milde Gaben!

Entschuldigt, Leute, bis zur Impfung
Gilt diese Publikumsbeschimpfung!
 
Hallo Walther,
ja, da ist so eine Sache mit den maskenlosen Fratzen. Ich will jetzt keine Verurteilung in eine bestimmte Richtung abgeben, aber es sind, subjektiv betrachtet, immer die selbe Sorte von Menschen. Und ich als Busfahrer kann zwar mit einer Ansage appellieren, die Maske zu tragen, darf aber in Ausübung meines Hausrechts niemanden aus dem Fahrzeug verweisen, wenn er nicht freiwillig geht, weil wir eine Beförderungspflicht haben. Ich müsste in einem solchen Fall tatsächlich die Polizei rufen. Also lasse ich es doch lieber und handle mir keinen Ärger mit diesen Knalltüten ein.
Einzig bei einer tatsächlichen Gefährdung anderer Fahrgäste durch handgreifliches Auftreten dieser Typen, wenn andere Fahrgäste sie darauf hingewiesen haben, die Maske anzulegen, könnte ich die Weiterfahrt verweigern, bis derjenige ausgestiegen ist. Ansonsten halt mit Polizeigewalt.

Dieses Gedicht passt perfekt in die aktuelle Zeit. Gern gelesen.

Schöne Grüße,
Rainer Zufall
 
Erfreulich klar und eingängig formuliert. Mit Interesse habe ich auch den Vorkommentar gelesen. Persönlich habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass risikofreudiges, rücksichtsloses Verhalten bei Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Alters, Bildungsgrads, Vermögens usw. anzutreffen ist. Ich grübele immer noch über ihre mir bisher verborgen gebliebene gemeinsame innere Disponiertheit ... Was verbindet z. B. diese Fälle: das wohlhabende, gebildete Obere-Mittelschicht-Ehepaar, das auf dem Höhepunkt der Pandemie im Frühjahr noch zu einer Kreuzfahrt über den Atlantik aufbrechen wollte, und den Mann, der mir vor Tagen in einer Regionalbahn auffiel, Maske unterm Kinn, Bierflasche in der Hand und den reichlichen Schnodder in der Nase hörbar rauf und runter ziehend?

Freundlichen Gruß
Arno Abendschön
 
Tja, Arno,
schon richtig. Es ist relativ egal, aus welcher Schicht diese Verweigerer kommen, ob sie arm, reich, schlau oder blöd sind, man sieht es ihnen ja nicht immer an - mal von dem Typen mit der Bierflasche, dem man unterstellen mag, dass ihm sowieso alles egal ist, abgesehen.
Schöne Grüße,
Rainer Zufall
 

MarieA.

Mitglied
Da bin ich voll auf deiner Linie, ich könnte schon ausrasten, wenn die Maske unterhalb der Nase hängt ... Aber du hast dein Anliegen auch hübsch in Worte verpackt.
LG
Marie
 

Walther

Mitglied
Hallo Walther,
ja, da ist so eine Sache mit den maskenlosen Fratzen. Ich will jetzt keine Verurteilung in eine bestimmte Richtung abgeben, aber es sind, subjektiv betrachtet, immer die selbe Sorte von Menschen. Und ich als Busfahrer kann zwar mit einer Ansage appellieren, die Maske zu tragen, darf aber in Ausübung meines Hausrechts niemanden aus dem Fahrzeug verweisen, wenn er nicht freiwillig geht, weil wir eine Beförderungspflicht haben. Ich müsste in einem solchen Fall tatsächlich die Polizei rufen. Also lasse ich es doch lieber und handle mir keinen Ärger mit diesen Knalltüten ein.
Einzig bei einer tatsächlichen Gefährdung anderer Fahrgäste durch handgreifliches Auftreten dieser Typen, wenn andere Fahrgäste sie darauf hingewiesen haben, die Maske anzulegen, könnte ich die Weiterfahrt verweigern, bis derjenige ausgestiegen ist. Ansonsten halt mit Polizeigewalt.

Dieses Gedicht passt perfekt in die aktuelle Zeit. Gern gelesen.

Schöne Grüße,
Rainer Zufall
Hi Rainer,
danke fürs lesen und kommentierend. deine berufl. lage ist nicht einfach. zumal man damit rechnen muß, daß die personen, die man anspricht, austillen. gelegentlich sollte man die ordnungshüter bemühen - auch wenn's schwerfällt. schon damit nicht der eindruck entsteht, man käme immer mit seinem asozialen verhalten durch.
lg W.
Erfreulich klar und eingängig formuliert. Mit Interesse habe ich auch den Vorkommentar gelesen. Persönlich habe ich allerdings die Erfahrung gemacht, dass risikofreudiges, rücksichtsloses Verhalten bei Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, unterschiedlichen Alters, Bildungsgrads, Vermögens usw. anzutreffen ist. Ich grübele immer noch über ihre mir bisher verborgen gebliebene gemeinsame innere Disponiertheit ... Was verbindet z. B. diese Fälle: das wohlhabende, gebildete Obere-Mittelschicht-Ehepaar, das auf dem Höhepunkt der Pandemie im Frühjahr noch zu einer Kreuzfahrt über den Atlantik aufbrechen wollte, und den Mann, der mir vor Tagen in einer Regionalbahn auffiel, Maske unterm Kinn, Bierflasche in der Hand und den reichlichen Schnodder in der Nase hörbar rauf und runter ziehend?

Freundlichen Gruß
Arno Abendschön
hi Arno,
danke fürs lesen und so freundlich empfehlen.
rücksichtslosigkeit hat nichts mit bildung oder schicht zu tun, aber viel mit charakter. es gibt menschen, die sich im zentrum sehen und denen der rest ama vorbergeht. einer davon trägt die bezeichnung POTUS. ein andrer sitzt im bunker und regiert von dort sein riesenreich.
lg W.
Tja, Arno,
schon richtig. Es ist relativ egal, aus welcher Schicht diese Verweigerer kommen, ob sie arm, reich, schlau oder blöd sind, man sieht es ihnen ja nicht immer an - mal von dem Typen mit der Bierflasche, dem man unterstellen mag, dass ihm sowieso alles egal ist, abgesehen.
Schöne Grüße,
Rainer Zufall
Hi Rainer,
es kann auch eine dose RedBull mit oder ohne gin sein.
lg W.
Da bin ich voll auf deiner Linie, ich könnte schon ausrasten, wenn die Maske unterhalb der Nase hängt ... Aber du hast dein Anliegen auch hübsch in Worte verpackt.
LG
Marie
lb Marie,
danke vielmals. das war mein ziel.
lg W.
 
Hallo Walther,
ich habe derzeit noch den Vorteil, dass wir durch eine Folie komplett vom Fahrgastraum abgetrennt sind. Da sehe ich das sowieso nicht. Nur zuletzt hatte ich eine Diskussion mitbekommen, wo eine Frau eine andere angepflaumt hatte, gefälligst die Maske aufzusetzen. Da habe ich an einem Zebrastreifen angehalten, auch bedingt durch den stattfindenden Wildwechsel, um die entsprechende Ansage zu machen: "Maske an oder raus, vorher geht es nicht weiter." Hat funktioniert. Eine Minute später war Ruhe.
Aber diesen provokant auftretenden Totalverweigerern würde ich niemals eins zu eins entgegentreten, denn es würde ganz sicher nicht den gewünschten Erfolg haben. Ein Austillen, wie Du es nennst, will ich nämlich nicht riskieren.
Schöne Grüße,
Rainer Zufall
 

Walther

Mitglied
Hallo Walther,
ich habe derzeit noch den Vorteil, dass wir durch eine Folie komplett vom Fahrgastraum abgetrennt sind. Da sehe ich das sowieso nicht. Nur zuletzt hatte ich eine Diskussion mitbekommen, wo eine Frau eine andere angepflaumt hatte, gefälligst die Maske aufzusetzen. Da habe ich an einem Zebrastreifen angehalten, auch bedingt durch den stattfindenden Wildwechsel, um die entsprechende Ansage zu machen: "Maske an oder raus, vorher geht es nicht weiter." Hat funktioniert. Eine Minute später war Ruhe.
Aber diesen provokant auftretenden Totalverweigerern würde ich niemals eins zu eins entgegentreten, denn es würde ganz sicher nicht den gewünschten Erfolg haben. Ein Austillen, wie Du es nennst, will ich nämlich nicht riskieren.
Schöne Grüße,
Rainer Zufall
Hi Rainer, dein handeln ist absoöut OK und sehr nachvollziehbar. ich würd' nicht anders handhaben. laß dich nicht verdrießen! lg W.
 

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