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Party nonstop

5,00 Stern(e) 6 Bewertungen

anbas

Mitglied
Party nonstop

Die Milchstraße feiert
mit ihren Gestirnen
ein rauschendes Fest.
Und weithin ist sichtbar,
wie dort man begeistert
es grell krachen lässt.

Die Stimmung ist riesig,
genauso bei uns hier
im Sonnensystem.
Bloß Pluto entzieht sich,
er hält nichts von Partys –
und mag's mehr bequem.

Er schaut auf das Treiben
und gönnt sich ein Bierchen,
dazu noch paar Chips.
Dann sieht er belustigt,
der Jupiter hat schon
'nen kräftigen Schwips.

Der ist völlig albern,
muss ständig nur lachen
und kriegt sich nicht ein.
Den Uranus nervt er
mit saudummen Sprüchen
und viel Lästerei'n.

Der leidet an Weltschmerz
nach viel zu viel Rotwein
so dass er nun weint.
Dann sieht er verschwommen
Merkur und die Venus
ganz innig vereint.

Die beiden sind glücklich
und tanzen zusammen –
unendlich verliebt.
Auch unser Mond sieht das,
weshalb er sofort auch
die Kante sich gibt.

Der Mond ist längst voll und
trinkt weitere Gläschen
vom himmlischen Schnaps.
Dann gibt er dem nächsten
Kometen, der auftaucht,
'nen herzhaften Klapps.

Der kichert verlegen,
und dann, kaum erkennbar,
errötet sein Schweif.
Dies sieht nun der Mars und
muss gleich hämisch lästern:
"Hey Kleiner – that's life!"

Doch eigentlich will er,
wie dieser Komet hier,
auf Fernreisen geh'n.
Stattdessen muss er stets
in kleinen Ellipsen
die Sonne umdreh'n.

Die bräuchte 'ne Auszeit.
Verschwitzt durch das Feiern
ist sie echt gestresst.
Wogegen Saturn ganz
entspannt seine Ringe
den Blues tanzen lässt.

Er sorgt so für Ruhe,
doch kann er auch anders,
dann gibt's Rock 'n' Roll.
Sofort tritt Neptun auf,
mit all seinen Monden –
verdammt eindrucksvoll.

Er bleibt bei den Tanzshows,
stets konsequent nüchtern –
das bringt Qualität.
Die Erde bemerkt's nicht,
weil sie sich nur ständig
um sich selber dreht.

Sie hat ihren Ruf weg,
und der ist recht übel,
das weiß sie genau.
So wird viel getuschelt:
"Die Erde", so heißt es,
"ist immer nur blau."

Die Milchstraße feiert,
Millionen von Jahren,
bis heute auch noch.
Nur manchmal, da fallen
paar Sonnen abrupt in
ein tief schwarzes Loch.
 

Trist

Mitglied
Da lässt du es ja richtig krachen, in deiner Milchstraße, Andreas!
Origineller Einfall und Klasse durchgezogen.
Toll gemacht!

Liebe Grüße
Trist
 

anbas

Mitglied
Hallo Trist,

vielen Dank!

Es begann alles mit dem "vollen Mond" - und dann konnte ich nicht mehr aufhören... die Party riss mich einfach mit :cool:.

Liebe Grüße

Andreas
 

aliceg

Mitglied
Hi anbas,

die Himmelskörper zum "homo partycus" zu machen, diese Idee muss man erst einmal haben und dann so locker durchziehen, wie du. Hätte David Bowie deine Ode gelesen - er hätte sie spontan vertont!
lg aliceg
 
Hallo Andreas,

ich habe meinen Kopf in den letzten Wochen oft ganz woanders. Darum ist mir Dein Meisterwerk wohl durchgegangen.
Ist ja eine ziemlich lange Party, aber was kannst Du dafür, dass da so viele Gäste auftauchen. ;) Unser Sonnensystem hat halt so viele Planeten.
Was mich trotz der netten Kommentare wundert, ist das Fehlen von ein paar Sternchen. Dabei passen die doch nun wirklich zum Thema.
Dann fange ich eben damit an.

Liebe Grüße,
Rainer Zufall
 

anbas

Mitglied
Hallo aliceg,

es begann ganz harmlos als ich nachts unterwegs war und mir eine gewisse Doppeldeutigkeit in der Formulierung "der volle Mond" auffiel. Und dann war plörtzlich diese Zeile da:
Der volle Mond gönnt sich ein weiteres Gläschen vom himmlischen Schnaps.
Na ja, und dann bekam das Ganze so eine eigene Dynamik, die dann in dem endete, was Du jetzt lesen kannst.

Vielen Dank für Deine Rückmeldung, ich freue mich sehr!



Hallo Rainer,

ebeso freue ich mich sehr über Deine Rückmeldung und die Besternung - auch, wenn ich selber mit Begriffen wie "Meisterwerk" vorsichtig bin ;).

Genau, ich kann nix dafür, dass immer mehr Gäste dazugekommen sind :cool: .



Hallo Inge,

vielen Dank auch für Deine besternende Rückmeldung!



Liebe Grüße in die Runde

Andreas
 

Arianne

Mitglied
Guten Tag anbas!

Das Gedicht wird aus einer besonderen Laune heraus entsprungen sein. Gut gereimt, Länge ist auch da, so wie fast das gesamte Planetarium.
Es wird seine Liebhaber finden und die vom Vortrag ermüdeten Zuhörer könnten kräftig Applaus spenden. Nur frage ich mich wo?

Beim Heurigen, wo man sich das Schinkenbrot mit Weißwein schmecken lässt, wird Dir der Geräuschpegel des schmatzenden und schluckenden Publikums störend wirken. In eine Lehrsaal für angehende Astronomen könnte es in der Erfrischungspause schnell einer kleineren Schar aufgesagt werden.

Seien wir realistisch, Dich kann ein geduldiges Mütterlein retten, die sich das anhört oder eine Klasse in einer Grundschule.
Reiche es nicht ein als Literatur des Jahrhunderts, und in einem Buch sollte es nie neben einem Goethe stehen.
Also, es war eine besondere Laune, voll verständlich – gelungen.

Gruß
Arianne
 

Trist

Mitglied
Also ich finde das Gedicht einfach originell, Arianne, es ist herzerfrischend humorvoll.
Es geht hier sicherlich nicht um einen Lyrikpreis, oder?
Mach es also jetzt bitte nicht nieder, so ein Nachtreten ist geschmacklos.

Trist
 

anbas

Mitglied
Moin Arianne,

Danke für Deine Rückmeldung - auch, wenn ich sie in ihrer Form als unnötig bissig empfinde.



Hallo Trist, hallo aliceg,

Danke für Eure Reaktion.



Liebe Grüße

Andreas
 


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