Partyfrust

Party-Einladungen nimmt man ja immer gerne an, doch in letzter Zeit war nichts aufregendes dabei. Man kennt das doch. Der Freund lädt einen Freund ein und der bringt wieder einen Freund mit und der wiederum einen Bekannten. Das Wohnzimmer ist vollgestopft mit Leuten. Mit Leuten, die man teilweise noch nie zuvor gesehen hat. Auf dem Lieblingssofa hängen irgendwelche Typen rum und meinen, dass sie mit ihrer Machoart, bei der weiblichen Bevölkerung landen. Ich hasse solche schmierigen, aalglatten Kerle, die, wenn sie den Mund aufmachen, nur gequirlte Scheiße reden, in sich selbst verliebt sind und Ölflecken auf dem Sofa hinterlassen. Das Buffet ist in der Küche aufgebahrt und wie sollte es anders sein, finden sich hier die typischen Hausfrauen ein, tauschen Rezepte aus und fallen sich gegenseitig ins Wort, um ihre Erfahrungen kund zu tun. „Kennst du den neuen Nudelsalat noch nicht, da kommt doch kein Majoran an, wie langweilig, Knoblauchpfeffer gibt ihm die richtige Schärfe, scharf macht lustig“. Allgemeines Gelächter. Ich fülle mir schnell noch den Teller und sehe zu, dass ich mich davon schleiche, nicht dass ich noch in so ein Gespräch verwickelt werde. Weiterhin schaue ich mich gelangweilt um. Die Party hat noch längst nicht ihren Höhepunkt erreicht, doch die Bierkisten verlieren langsam an Fülle. Ich nehme mir ein „dunkles“, stelle mich abseits und beobachte die Masse.
Wenigstens leidet die Musik nicht unter dem Geschmack des Gastgebers. Nun bin ich schon eine Weile hier, aber meine Freundin hat sich noch nicht blicken lassen. Es klingelt, doch wie es scheint wird es überhört. Nach weiterem klingeln, erkläre ich mich bereit zu öffnen. Auf einen Macho mehr, kommt es so wieso nicht mehr an.
Ich wühle mich durch den vollen Flur und komme schweratmend an die Tür. Es klingelt wieder und ich öffne sie und bin baff. Was für eins Mannsbild. Er schaut mir in die grünen Augen und sein Lächeln macht mich etwas kribbelig. Er fragt, ob ich ihn nicht reinlassen möchte. Ich komme gedankenverloren in die Realität zurück und entschuldige mich. Er stellt sich mit Antonio vor und ich sage ihm, dass ich Maria heiße. Doch das ist auch schon alles, denn er wühlt sich eilig durch das Getümmel im Flur und verschwindet im Wohnzimmer. Er scheint jemanden zu suchen. Ich stehe immer noch wie angewurzelt im Flur. Hoffentlich ist er nicht mit weiblicher Begleitung auf der Party verabredet. Ich trinke den letzten Schluck des Bieres und hole mir Nachschub aus der Küche. Sie ist jetzt nicht mehr eingenommen von der Hausfrauenbrigade. Ich atme erleichtert auf und nasche noch ein wenig hier und da. Ich dippe mit dem leckeren Brot in die Soße und da kippt die Schale auf die Seite. Ich versuche sie noch aufzufangen, doch mit einem krachen fällt sie herunter. Die Splitter verteilen sich quer über dem Boden und die Soße hinterlässt einen hässlichen, roten Fleck. Mit einem Fluch auf den Lippen, suche ich nach etwas geeignetem, um die Schweinerei zu entsorgen. Als ich gerade dabei bin die einzelnen Scherben vom Boden zu nehmen, höre ich die Tür klappen. Bitte nicht meine Freundin, die ist bei solchen Lappalien, gleich auf einhundertachzig. Dann höre ich eine Männerstimme, die mir Hilfe anbieten möchte. Ich drehe mich um, und sehe Antonio abermals in die Augen. Es hat sich nichts geändert, das kribbeln war wieder da. Ich bedanke mich für seine Hilfe und wir säubern gemeinsam den Boden.
Langsam kommen wir ins Gespräch und wie ich vermutet hatte, suchte er jemanden, aber dass es nun meine beste Freundin war, das sollte mir nicht in den Kopf. Also „Tabu“.
Ich erzähle ihm, dass ich sie den ganzen Abend noch nicht gesehen hatte, kein wunder bei diesem Getümmel.
Als hätte sie gehört, dass wir über sie gesprochen haben, kam sie lachend in die Küche. Sie sah Antonio und machte einen Freudensprung. Herzig begrüßten, umarmten und küssten sie sich. Ich wäre jetzt gern an Julias Stelle. „Wie ich sehe habt ihr euch schon bekannt gemacht. Antonio lebte bis gestern in Venezuela und es hat lange gedauert ihn aufzuspüren, bis wir uns das erste mal sahen. Glaub mir Maria, es war der schönste Moment in meinem Leben“. Das kann ich mir denken, dachte ich. „Antonio lebt jetzt vorerst bei mir, bis er sein Studium fortsetzen kann, die Stadt kennen gelernt und neue Freunde gefunden hat. Was sagst du Maria, ist mein Bruder nicht ein Prachtkerl“?
 
N

nuzz

Gast
prachtkerl

hallo lady darkover!

du traust dich diese veranstaltung auch noch party zu schimpfen???
maria, die heiße maus ist doch sicherlich schon spitz auf
antonios prachtkerl.wird sie ihn küssen? wird er sie nageln?


mfg nuzz
 
Hallöchen nuzz,

das bleibt deiner Fantasie überlassen, was du daraus machst, darum der offene Schluss. War nur ´ne Übung und spantaner Einfall.

Gruß Lady Darkover
 

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