Paul und die zauberhafte Melodie

molly

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Die Reise von Musik- Paul mit Fee Melodie/ ab 5 Jahren

In einem Land, weit hinter vielen Wäldern, lebte Paul, der Musiker. Vom frühen Morgen bis in den späten Abend musizierte er auf seiner Geige. Zuerst spielte er lustige und fröhliche Lieder und tanzte dabei durch sein Zimmer. Nach dem Mittagessen, erfand er neue Lieder, bis es Abend wurde. Sobald die Dämmerung sich über das Land legte, strich er sanft mit seinem Bogen über die Saiten und spielte Abendlieder. Jeden Samstag legte Paul die Geige in den Kasten und trug diesen zum Marktplatz. Seine Freunde und alle Menschen erwarteten ihn schon. Wenn er zu spielen begann, fingen sie an zu tanzen und zu singen. Nach der Musikstunde setzte sich Paul mit seinem besten Freund, dem Zauber Jurkosch in den Schlosspark, und sie erzählten sich, was sie alles erlebt hatten.
Eines Tages zog der Zauber Jurkosch fort, um sich eine neue Zauberburg zu suchen. "Sei nicht traurig, Paul", sagte er zum Abschied. "Sobald ich mein neues Zuhause habe, hole ich Dich zu mir!"
Pauls Lieder wurden immer trauriger und die Leute mochten nicht mehr tanzen. Nur wenig Menschen versammelten sich noch auf dem Marktplatz.
An einem heißen Sommertag fuhr ein König in seiner Kutsche auf den Marktplatz und stieg aus. Verärgert runzelte er die Stirn. Er rief: „He, Musiker, spiel lustige Lieder, sofort, ich will tanzen!“ Er klatschte dabei in die Hände und drehte sich im Kreis. Doch Paul hörte nicht, was der König sagte. Seine Lieder klangen trauriger als zuvor. Da schrie der König: „Ich befehle dir, mit der trostlosen Musik aufzuhören.“ Paul hatte die Augen geschlossen. Er dachte an seinen Freund, der das Land verlassen hatte und verstand wieder nicht, was ihm der König befahl. Dieser wurde rot vor Zorn, riss Paul die Geige aus der Hand und schlug sie auf die Straße. Musikpaul konnte vor Entsetzen nicht mehr sprechen. Wortlos sammelte er die Trümmer seiner Geige zusammen. Ohne sich noch einmal nach dem König um zu drehen, verließ er das Land. Er wollte seinen Freund, den Zauberer suchen. Der würde ihm sicher die Geige wieder ganz zaubern.
Unterwegs fragte er alle Menschen, die er traf, nach seinen Freunden, doch niemand kannte sie. So irrte er viele Tage umher, bis er zu einer Mühle kam. Der alte Müller lud Paul ein, bei ihm zu bleiben. Das Mühlrad drehte sich nicht mehr, vielleicht konnte Paul das reparieren. Paul versprach, dem alten Müller zu helfen und zog in die winzige Dachkammer der Mühle ein. Bald versuchte er, das Mühlrad zum klappern zu bringen, doch es war verrostet und bewegte sich nicht. Als er den Rost vom Mühlrad weggeschrubbt hatte, drehte es sich wieder und von nun an schleppte Paul die schweren Kornsäcke in die Mühle. Er vergaß seine Lieder, vergaß seine Geige und weil er vom Säcke tragen so müde war, hatte er auch keine Zeit mehr, an seine Freunde zu denken.
In einer Sommernacht wachte Paul von seltsamen Tönen auf. Neben seinem Bett stand ein wunderschönes Mädchen. Es sagte: „Ich bin die Fee Melodie, und du bist der Musiker.“ Paul hob abwehrend die Hände hoch und flüsterte: „Nein, nein, ich bin nur Paul. Kein Musiker. Ich habe keine Geige mehr.“
Da lachte die Fee und das klang, als würde Paul ein lustiges Geigenlied spielen. Sie sagte: „Ich habe mein Zauberstäbchen verloren und dennoch bin ich eine Fee. Und du bist und bleibst auch ohne Geige ein Musiker!“
Sie setzte sich auf das Bettende und meinte: „Du könntest mir helfen, dass ich wieder ein Zauberstäbchen bekomme! Begleite mich bitte zum Zauberer Jurkosch!“ Mit einem Satz sprang Paul aus dem Bett. Nichts lieber als das, doch er wusste nicht, wo sein Freund lebte. Die Fee beruhigte ihn. Sie kannte den Weg, denn Jurkosch war auch ihr Freund. Paul verabschiedete sich von dem alten Müller. Die Fee sagte: „Wir setzen uns auf Geigenkasten, so, als wäre er ein Hexenbesen!“ Paul nahm Platz hinter der kleinen Fee. Ihm war es gleich, wie sie reisten, wenn er nur zu seinem Freund kam. Die kleine Fee strich über den Geigenkasten und murmelte:

„Lieber alter Geigenkasten fliege durch die Nacht,
fliege unterm Sternenhimmel, bis der Tag erwacht.“


Damit begaben sich Fee Melodie und der Musiker Paul auf ihre lange Reise.

Die Reise

Nach dem die Sonne aufgegangen war, sank der Geigenkasten. Tagsüber, erklärte die Fee, müsste Paul zu Fuß gehen. Sie setzte sich wieder auf den Geigenkasten und dirigierte Paul den Weg. Als sie einen Hügel erklommen hatten, sagte Melodie: „Da unten liegt das Tal der Nebelhexen. Sie schlafen am Tag. Nur am Eingang sitzt eine Wache, aber sie darf mich auf keinen Fall sehen.“ Auf dem Hügel öffnete Paul den Geigenkasten, nahm die zerbrochene Geige heraus und Melodie legte sich hinein. Dann marschierte er hurtig zum Tal hinunter. Am Eingang versperrte ihm eine müde Hexe mit ihrem Besen den Weg. Sie sagte: „Du bist schon früh am Morgen unterwegs. Was ist in deinem Geigenkasten?“ Paul erwiderte: „Eine Fee!“ Da begann die Hexe zu kichern und sagte: „Du kannst ja besser schwindeln als alle Hexen zusammen.“ Sie kicherte wieder, hüllte sich in ihren grauen Schal und döste weiter vor sich hin. Paul aber lief, so schnell er konnte, weiter.
Nachdem die Hexen ausgeschlafen hatten, berichtete die Wache von dem seltsamen Besucher, der früh am Morgen mit seinem Geigenkasten spazieren ging. Der Oberhexe gefiel das nicht, sie setzte sich auf ihren Besen und ritt auf den Hügel. Dort entdeckte sie die zerbrochene Geige. Mit einem Fingerschnalzer holte sie die anderen Hexen herbei. „Wahrscheinlich sitzt die Fee im Kasten. Wir werden uns den Burschen genauer ansehen, sicher hat er unser Tal noch nicht verlassen!“ Sie stiegen auf ihre schnellen Besen und sausten los.
Schon von weitem hörte Paul das Zischen in der Luft, der Wind wehte sehr stark. Paul wusste, dass die Hexen bald bei ihnen ankamen und öffnete den Geigenkasten.
Melodie schlüpfte hinaus und versteckte sich hinter einem dichten Busch. Paul breitet seinen Mantel auf der Wiese aus und setzte sich darauf. Als die Hexen vor ihm landeten, hob er müde seine Hand zum Gruß. Die Oberhexe öffnete den Geigenkasten. Sie fragte: „Wo hast du die Fee versteckt?“
Paul zuckte mit den Schultern: „Vielleicht sitzt sie unter meinem Mantel.“ Sie zogen Paul unsanft vom Mantel hoch. Als sie die kleine Fee nicht fanden, fegten sie wütend mit ihren Besen auf dem Boden und wenn Paul nicht in die Luft sprang, trafen ihn die Hexenbesen am Bein. Da begann er zu kichern und rief atemlos: „Das ist ja wie Seilspringen.“
Sofort setzten sich die Hexen auf ihre Besen. Sie wollten auf keinen Fall Paul eine Freude machen und eine sagte: „Genug mit Spaß, verschwinde, aber schnell.“ Paul gähnte laut und fragte: „Ich habe meine Geige verloren, habt ihr die gesehen? „Na klar, die liegt da oben auf dem Hügel. Ein echter Musiker bist du nicht, ein echter Musiker würde auf seine Geige aufpassen“, fauchte die Oberhexe. Paul nickte und fragte dann, wo die Hexen eine Toilette hätten, er müsste dringend mal verschwinden. Die Oberhexe faucht: „Geh doch hinter den Busch!“ So zog er seinen Mantel an, nahm den Geigenkasten unter den Arm und ging zum Busch. Umständlich zog er seinen Mantel wieder aus und warf ihn über den Geigenkasten. Während die Hexen mit lautem Geheul davon flogen, kroch die kleine Fee unter dem Mantel durch, öffnete den Geigenkasten und legte sich hinein. Keine der Hexen hatte etwas bemerkt und Paul marschierte mit dem Geigenkasten bis ans Ende des Hexenreiches. Als es dunkel wurde, verließ die Fee ihr Versteck, setzte sich mit Paul auf den Geigenkasten und sang:

"Lieber alter Geigenkasten fliege durch die Nacht,
fliege unterm Sternenhimmel bis der Tag erwacht."


Als es wieder hell wurde, landeten Husch-Husch und Paul mit dem Geigenkasten auf einem Waldweg. Die kleine Fee flüstere aufgeregt: „Hier beginnt das Reich der Gatschen, wir müssen unbedingt auf dem Weg bleiben, uns von nichts ablenken lassen!“
Paul erkundigte sich, wer die Gatschen seien und wie sie aussähen.
Melodie flüsterte: „Kobolde sind das. Nur ihre grünen Finger kannst du sehen. Sie setzen sich ins Genick der Menschen. Alle, die etwas von den Gatschen annehmen und den Weg verlassen, schleppen sie in ihr Land. Und dort müssen sie für die Kobolde schuften.“
Paul nickte. „Ich passe auf“ versprach er. Sein Magen knurrte und er hatte Durst. Auf einmal spürte er einen sanften Wind an seinem Hals und eine Stimme flüsterte: „ Komm mit mir, ich habe feinen Tee gekocht!“ Und schon schwenkte ein grüner Finger einen Teebeutel vor Pauls Nase hin und her. Paul schob ihn ärgerlich weg, doch sogleich baumelte ein Leberwurstbrötchen vor seiner Nase. Melodie sprang vom Geigenkasten hoch und schlug das Wurstbrot auf die Seite. Paul stöhnte leise, wenn er nur nicht so hungrig wäre! Vielleicht fand er ein paar Beeren am Wegrand, die konnten ihm bestimmt nicht schaden.
Schon sah er vor sich eine Menge winzig kleine Erdbeeren, aber noch ehe er sich danach bücken konnte, zog ihn Melodie weiter. „Warte nur noch eine kleine Weile, dann kocht der Zauberer für uns das beste Essen“, zischte sie ihm zu. Paul fuhr sich mit der Zunge über dir trockenen Lippen und seufzte leise. Am Abend verließen sie das Land der Gatschen und noch einmal setzten sie sich auf den Geigenkasten und flogen davon.

Als die lange Nacht vorbei war und es wieder heller wurde, sah Paul in der Ferne einen Turm und bemerkte, wie die Fee den Geigenkasten dorthin lenkte. Sie zappelte unruhig hin und her und landete direkt vor der Haustür. Jurkosch, der Zauberer, hatte sie schon lange gesehen. Er umarmte Melodie und Paul und nachdem sie gegessen hatten, zauberte Jurkosch.
Paul bekam eine schöne neue Geige und die Fee ein neues Zauberstäbchen. Sie saßen bis spät in der Nacht zusammen und erzählten sich ihre Erlebnisse. Danach musste die Fee alleine weiter reisen, denn Musikpaul blieb bei Jurkosch. Sie begleiteten Melodie auf den Turm. Als eine dicke Wolke vorbei kam, setzte sich die Fee darauf und schwebte mit ihr langsam davon. Jurkosch und Paul, die beiden Freunde, winkten ihr noch lange nach.
©Monika Rieger
 
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herziblatti

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Hallo molly, gern gelesen, ich mag die Idee, dass man Musiker bleibt, auch wenn man nicht aufspielt - oder eben eine Fee :) oder Schriftsteller, oder ... Ich bin mit dem Schluss noch nicht glücklich - Paul bekommt eine neue Geige, die probiert er doch sofort aus, oder? Der Titel - mein Kopf hat hitzefrei ;) LG vom herziblatti
 

molly

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Die Reise von Musik- Paul mit Fee Melodie/ ab 5 Jahren

In einem Land, weit hinter vielen Wäldern, lebte Paul, der Musiker. Vom frühen Morgen bis in den späten Abend musizierte er auf seiner Geige. Zuerst spielte er lustige und fröhliche Lieder und tanzte dabei durch sein Zimmer. Nach dem Mittagessen, erfand er neue Lieder, bis es Abend wurde. Sobald die Dämmerung sich über das Land legte, strich er sanft mit seinem Bogen über die Saiten und spielte Abendlieder. Jeden Samstag legte Paul die Geige in den Kasten und trug diesen zum Marktplatz. Seine Freunde und alle Menschen erwarteten ihn schon. Wenn er zu spielen begann, fingen sie an zu tanzen und zu singen. Nach der Musikstunde setzte sich Paul mit seinem besten Freund, dem Zauber Jurkosch in den Schlosspark, und sie erzählten sich, was sie alles erlebt hatten.
Eines Tages zog der Zauber Jurkosch fort, um sich eine neue Zauberburg zu suchen. "Sei nicht traurig, Paul", sagte er zum Abschied. "Sobald ich mein neues Zuhause habe, hole ich Dich zu mir!"
Pauls Lieder wurden immer trauriger und die Leute mochten nicht mehr tanzen. Nur wenig Menschen versammelten sich noch auf dem Marktplatz.
An einem heißen Sommertag fuhr ein König in seiner Kutsche auf den Marktplatz und stieg aus. Verärgert runzelte er die Stirn. Er rief: „He, Musiker, spiel lustige Lieder, sofort, ich will tanzen!“ Er klatschte dabei in die Hände und drehte sich im Kreis. Doch Paul hörte nicht, was der König sagte. Seine Lieder klangen trauriger als zuvor. Da schrie der König: „Ich befehle dir, mit der trostlosen Musik aufzuhören.“ Paul hatte die Augen geschlossen. Er dachte an seinen Freund, der das Land verlassen hatte und verstand wieder nicht, was ihm der König befahl. Dieser wurde rot vor Zorn, riss Paul die Geige aus der Hand und schlug sie auf die Straße. Musikpaul konnte vor Entsetzen nicht mehr sprechen. Wortlos sammelte er die Trümmer seiner Geige zusammen. Ohne sich noch einmal nach dem König um zu drehen, verließ er das Land. Er wollte seinen Freund, den Zauberer suchen. Der würde ihm sicher die Geige wieder ganz zaubern.
Unterwegs fragte er alle Menschen, die er traf, nach seinen Freunden, doch niemand kannte sie. So irrte er viele Tage umher, bis er zu einer Mühle kam. Der alte Müller lud Paul ein, bei ihm zu bleiben. Das Mühlrad drehte sich nicht mehr, vielleicht konnte Paul das reparieren. Paul versprach, dem alten Müller zu helfen und zog in die winzige Dachkammer der Mühle ein. Bald versuchte er, das Mühlrad zum klappern zu bringen, doch es war verrostet und bewegte sich nicht. Als er den Rost vom Mühlrad weggeschrubbt hatte, drehte es sich wieder und von nun an schleppte Paul die schweren Kornsäcke in die Mühle. Er vergaß seine Lieder, vergaß seine Geige und weil er vom Säcke tragen so müde war, hatte er auch keine Zeit mehr, an seine Freunde zu denken.
In einer Sommernacht wachte Paul von seltsamen Tönen auf. Neben seinem Bett stand ein wunderschönes Mädchen. Es sagte: „Ich bin die Fee Melodie, und du bist der Musiker.“ Paul hob abwehrend die Hände hoch und flüsterte: „Nein, nein, ich bin nur Paul. Kein Musiker. Ich habe keine Geige mehr.“
Da lachte die Fee und das klang, als würde Paul ein lustiges Geigenlied spielen. Sie sagte: „Ich habe mein Zauberstäbchen verloren und dennoch bin ich eine Fee. Und du bist und bleibst auch ohne Geige ein Musiker!“
Sie setzte sich auf das Bettende und meinte: „Du könntest mir helfen, dass ich wieder ein Zauberstäbchen bekomme! Begleite mich bitte zum Zauberer Jurkosch!“ Mit einem Satz sprang Paul aus dem Bett. Nichts lieber als das, doch er wusste nicht, wo sein Freund lebte. Die Fee beruhigte ihn. Sie kannte den Weg, denn Jurkosch war auch ihr Freund. Paul verabschiedete sich von dem alten Müller. Die Fee sagte: „Wir setzen uns auf Geigenkasten, so, als wäre er ein Hexenbesen!“ Paul nahm Platz hinter der kleinen Fee. Ihm war es gleich, wie sie reisten, wenn er nur zu seinem Freund kam. Die kleine Fee strich über den Geigenkasten und murmelte:

„Lieber alter Geigenkasten fliege durch die Nacht,
fliege unterm Sternenhimmel, bis der Tag erwacht.“


Damit begaben sich Fee Melodie und der Musiker Paul auf ihre lange Reise.

Die Reise

Nach dem die Sonne aufgegangen war, sank der Geigenkasten. Tagsüber, erklärte die Fee, müsste Paul zu Fuß gehen. Sie setzte sich wieder auf den Geigenkasten und dirigierte Paul den Weg. Als sie einen Hügel erklommen hatten, sagte Melodie: „Da unten liegt das Tal der Nebelhexen. Sie schlafen am Tag. Nur am Eingang sitzt eine Wache, aber sie darf mich auf keinen Fall sehen.“ Auf dem Hügel öffnete Paul den Geigenkasten, nahm die zerbrochene Geige heraus und Melodie legte sich hinein. Dann marschierte er hurtig zum Tal hinunter. Am Eingang versperrte ihm eine müde Hexe mit ihrem Besen den Weg. Sie sagte: „Du bist schon früh am Morgen unterwegs. Was ist in deinem Geigenkasten?“ Paul erwiderte: „Eine Fee!“ Da begann die Hexe zu kichern und sagte: „Du kannst ja besser schwindeln als alle Hexen zusammen.“ Sie kicherte wieder, hüllte sich in ihren grauen Schal und döste weiter vor sich hin. Paul aber lief, so schnell er konnte, weiter.
Nachdem die Hexen ausgeschlafen hatten, berichtete die Wache von dem seltsamen Besucher, der früh am Morgen mit seinem Geigenkasten spazieren ging. Der Oberhexe gefiel das nicht, sie setzte sich auf ihren Besen und ritt auf den Hügel. Dort entdeckte sie die zerbrochene Geige. Mit einem Fingerschnalzer holte sie die anderen Hexen herbei. „Wahrscheinlich sitzt die Fee im Kasten. Wir werden uns den Burschen genauer ansehen, sicher hat er unser Tal noch nicht verlassen!“ Sie stiegen auf ihre schnellen Besen und sausten los.
Schon von weitem hörte Paul das Zischen in der Luft, der Wind wehte sehr stark. Paul wusste, dass die Hexen bald bei ihnen ankamen und öffnete den Geigenkasten.
Melodie schlüpfte hinaus und versteckte sich hinter einem dichten Busch. Paul breitet seinen Mantel auf der Wiese aus und setzte sich darauf. Als die Hexen vor ihm landeten, hob er müde seine Hand zum Gruß. Die Oberhexe öffnete den Geigenkasten. Sie fragte: „Wo hast du die Fee versteckt?“
Paul zuckte mit den Schultern: „Vielleicht sitzt sie unter meinem Mantel.“ Sie zogen Paul unsanft vom Mantel hoch. Als sie die kleine Fee nicht fanden, fegten sie wütend mit ihren Besen auf dem Boden und wenn Paul nicht in die Luft sprang, trafen ihn die Hexenbesen am Bein. Da begann er zu kichern und rief atemlos: „Das ist ja wie Seilspringen.“
Sofort setzten sich die Hexen auf ihre Besen. Sie wollten auf keinen Fall Paul eine Freude machen und eine sagte: „Genug mit Spaß, verschwinde, aber schnell.“ Paul gähnte laut und fragte: „Ich habe meine Geige verloren, habt ihr die gesehen? „Na klar, die liegt da oben auf dem Hügel. Ein echter Musiker bist du nicht, ein echter Musiker würde auf seine Geige aufpassen“, fauchte die Oberhexe. Paul nickte und fragte dann, wo die Hexen eine Toilette hätten, er müsste dringend mal verschwinden. Die Oberhexe faucht: „Geh doch hinter den Busch!“ So zog er seinen Mantel an, nahm den Geigenkasten unter den Arm und ging zum Busch. Umständlich zog er seinen Mantel wieder aus und warf ihn über den Geigenkasten. Während die Hexen mit lautem Geheul davon flogen, kroch die kleine Fee unter dem Mantel durch, öffnete den Geigenkasten und legte sich hinein. Keine der Hexen hatte etwas bemerkt und Paul marschierte mit dem Geigenkasten bis ans Ende des Hexenreiches. Als es dunkel wurde, verließ die Fee ihr Versteck, setzte sich mit Paul auf den Geigenkasten und sang:

"Lieber alter Geigenkasten fliege durch die Nacht,
fliege unterm Sternenhimmel bis der Tag erwacht."

Als es wieder hell wurde, landeten Husch-Husch und Paul mit dem Geigenkasten auf einem Waldweg. Die kleine Fee flüstere aufgeregt: „Hier beginnt das Reich der Gatschen, wir müssen unbedingt auf dem Weg bleiben, uns von nichts ablenken lassen!“
Paul erkundigte sich, wer die Gatschen seien und wie sie aussähen.
Melodie flüsterte: „Kobolde sind das. Nur ihre grünen Finger kannst du sehen. Sie setzen sich ins Genick der Menschen. Alle, die etwas von den Gatschen annehmen und den Weg verlassen, schleppen sie in ihr Land. Und dort müssen sie für die Kobolde schuften.“
Paul nickte. „Ich passe auf“ versprach er. Sein Magen knurrte und er hatte Durst. Auf einmal spürte er einen sanften Wind an seinem Hals und eine Stimme flüsterte: „ Komm mit mir, ich habe feinen Tee gekocht!“ Und schon schwenkte ein grüner Finger einen Teebeutel vor Pauls Nase hin und her. Paul schob ihn ärgerlich weg, doch sogleich baumelte ein Leberwurstbrötchen vor seiner Nase. Melodie sprang vom Geigenkasten hoch und schlug das Wurstbrot auf die Seite. Paul stöhnte leise, wenn er nur nicht so hungrig wäre! Vielleicht fand er ein paar Beeren am Wegrand, die konnten ihm bestimmt nicht schaden.
Schon sah er vor sich eine Menge winzig kleine Erdbeeren, aber noch ehe er sich danach bücken konnte, zog ihn Melodie weiter. „Warte nur noch eine kleine Weile, dann kocht der Zauberer für uns das beste Essen“, zischte sie ihm zu. Paul fuhr sich mit der Zunge über dir trockenen Lippen und seufzte leise. Am Abend verließen sie das Land der Gatschen und noch einmal setzten sie sich auf den Geigenkasten und flogen davon.

Als die lange Nacht vorbei war und es wieder heller wurde, sah Paul in der Ferne einen Turm und bemerkte, wie die Fee den Geigenkasten dorthin lenkte. Sie zappelte unruhig hin und her und landete direkt vor der Haustür. Jurkosch, der Zauberer, hatte sie schon lange gesehen. Er umarmte Melodie und Paul und nachdem sie gegessen hatten, zauberte Jurkosch.
Paul bekam eine schöne neue Geige und die Fee ein neues Zauberstäbchen. Sie saßen bis spät in der Nacht zusammen und erzählten sich ihre Erlebnisse. Danach musste die Fee alleine weiter reisen. Paul, der bei Jurkosch blieb, nahm seine Geige unter den Arm und mit dem Zauberer zusammen begleiteten sie Melodie auf den Turm. Als Paul zu musizieren begann und ein Abschiedslied spielte, segelte eine dicke Wolke vorbei. Die Fee setzte sich darauf und schwebte mit ihr langsam davon. Paul spielte solange auf seiner neuen Geige, bis er Melodie nicht mehr sah und der der Zauberer winkte mit beiden Händen.
©Monika Rieger
 

molly

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Liebe Heidi,

herzlichen Dank für den Tipp, irgend etwas hat mir auch noch gefehlt. Jetzt spielt Paul zu Abschied.
Leide auch unter der Hitze.

Liebe Grüße

Monika
 
Die Reise von Musik-Paul mit Fee Melodie

Hallo Molly,
wie immer von dir, eine bezaubernde Geschichte.
Einige Kleinigkeiten sind mir aufgefallen:

Ohne sich noch einmal nach dem König [red]umzudrehen[/red]
hole ich [red]d[/red]ich zu mir
zum [red]K[/red]lappern
Wir setzen uns auf [red]den[/red] Geigenkasten
Die Oberhexe faucht[red]e[/red]:

landeten Husch-Husch und Paul
: [red]Melodie oder [/red]?

: [red]schreibt man, glaube ich, zusammen[/red]


Vorschläge für einen anderen Titel:
'Pauls wundersame Reise' oder
'Die zerbrochene Geige' oder
'Die Fee und der Musiker' oder
'Paul und die zauberhafte Melodie'

Mehr fällt mir im Augenblick auch nicht ein.

LG Christa
 

molly

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Die Reise von Musik- Paul mit Fee Melodie/ ab 5 Jahren

In einem Land, weit hinter vielen Wäldern, lebte Paul, der Musiker. Vom frühen Morgen bis in den späten Abend musizierte er auf seiner Geige. Zuerst spielte er lustige und fröhliche Lieder und tanzte dabei durch sein Zimmer. Nach dem Mittagessen, erfand er neue Lieder, bis es Abend wurde. Sobald die Dämmerung sich über das Land legte, strich er sanft mit seinem Bogen über die Saiten und spielte Abendlieder. Jeden Samstag legte Paul die Geige in den Kasten und trug diesen zum Marktplatz. Seine Freunde und alle Menschen erwarteten ihn schon. Wenn er zu spielen begann, fingen sie an zu tanzen und zu singen. Nach der Musikstunde setzte sich Paul mit seinem besten Freund, dem Zauber Jurkosch in den Schlosspark, und sie erzählten sich, was sie alles erlebt hatten.
Eines Tages zog der Zauber Jurkosch fort, um sich eine neue Zauberburg zu suchen. "Sei nicht traurig, Paul", sagte er zum Abschied. "Sobald ich mein neues Zuhause habe, hole ich dich zu mir!"
Pauls Lieder wurden immer trauriger und die Leute mochten nicht mehr tanzen. Nur wenig Menschen versammelten sich noch auf dem Marktplatz.
An einem heißen Sommertag fuhr ein König in seiner Kutsche auf den Marktplatz und stieg aus. Verärgert runzelte er die Stirn. Er rief: „He, Musiker, spiel lustige Lieder, sofort, ich will tanzen!“ Er klatschte dabei in die Hände und drehte sich im Kreis. Doch Paul hörte nicht, was der König sagte. Seine Lieder klangen trauriger als zuvor. Da schrie der König: „Ich befehle dir, mit der trostlosen Musik aufzuhören.“ Paul hatte die Augen geschlossen. Er dachte an seinen Freund, der das Land verlassen hatte und verstand wieder nicht, was ihm der König befahl. Dieser wurde rot vor Zorn, riss Paul die Geige aus der Hand und schlug sie auf die Straße. Musikpaul konnte vor Entsetzen nicht mehr sprechen. Wortlos sammelte er die Trümmer seiner Geige zusammen. Ohne sich noch einmal nach dem König umzudrehen, verließ er das Land. Er wollte seinen Freund, den Zauberer suchen. Der würde ihm sicher die Geige wieder ganz zaubern.
Unterwegs fragte er alle Menschen, die er traf, nach seinen Freunden, doch niemand kannte sie. So irrte er viele Tage umher, bis er zu einer Mühle kam. Der alte Müller lud Paul ein, bei ihm zu bleiben. Das Mühlrad drehte sich nicht mehr, vielleicht konnte Paul das reparieren. Paul versprach, dem alten Müller zu helfen und zog in die winzige Dachkammer der Mühle ein. Bald versuchte er, das Mühlrad zum Klappern zu bringen, doch es war verrostet und bewegte sich nicht. Als er den Rost vom Mühlrad weggeschrubbt hatte, drehte es sich wieder und von nun an schleppte Paul die schweren Kornsäcke in die Mühle. Er vergaß seine Lieder, vergaß seine Geige und weil er vom Säcke tragen so müde war, hatte er auch keine Zeit mehr, an seine Freunde zu denken.
In einer Sommernacht wachte Paul von seltsamen Tönen auf. Neben seinem Bett stand ein wunderschönes Mädchen. Es sagte: „Ich bin die Fee Melodie, und du bist der Musiker.“ Paul hob abwehrend die Hände hoch und flüsterte: „Nein, nein, ich bin nur Paul. Kein Musiker. Ich habe keine Geige mehr.“
Da lachte die Fee und das klang, als würde Paul ein lustiges Geigenlied spielen. Sie sagte: „Ich habe mein Zauberstäbchen verloren und dennoch bin ich eine Fee. Und du bist und bleibst auch ohne Geige ein Musiker!“
Sie setzte sich auf das Bettende und meinte: „Du könntest mir helfen, dass ich wieder ein Zauberstäbchen bekomme! Begleite mich bitte zum Zauberer Jurkosch!“ Mit einem Satz sprang Paul aus dem Bett. Nichts lieber als das, doch er wusste nicht, wo sein Freund lebte. Die Fee beruhigte ihn. Sie kannte den Weg, denn Jurkosch war auch ihr Freund. Paul verabschiedete sich von dem alten Müller. Die Fee sagte: „Wir setzen uns auf den Geigenkasten, so, als wäre er ein Hexenbesen!“ Paul nahm Platz hinter der kleinen Fee. Ihm war es gleich, wie sie reisten, wenn er nur zu seinem Freund kam. Die kleine Fee strich über den Geigenkasten und murmelte:

„Lieber alter Geigenkasten fliege durch die Nacht,
fliege unterm Sternenhimmel, bis der Tag erwacht.“


Damit begaben sich Fee Melodie und der Musiker Paul auf ihre lange Reise.

Die Reise

Nach dem die Sonne aufgegangen war, sank der Geigenkasten. Tagsüber, erklärte die Fee, müsste Paul zu Fuß gehen. Sie setzte sich wieder auf den Geigenkasten und dirigierte Paul den Weg. Als sie einen Hügel erklommen hatten, sagte Melodie: „Da unten liegt das Tal der Nebelhexen. Sie schlafen am Tag. Nur am Eingang sitzt eine Wache, aber sie darf mich auf keinen Fall sehen.“ Auf dem Hügel öffnete Paul den Geigenkasten, nahm die zerbrochene Geige heraus und Melodie legte sich hinein. Dann marschierte er hurtig zum Tal hinunter. Am Eingang versperrte ihm eine müde Hexe mit ihrem Besen den Weg. Sie sagte: „Du bist schon früh am Morgen unterwegs. Was ist in deinem Geigenkasten?“ Paul erwiderte: „Eine Fee!“ Da begann die Hexe zu kichern und sagte: „Du kannst ja besser schwindeln als alle Hexen zusammen.“ Sie kicherte wieder, hüllte sich in ihren grauen Schal und döste weiter vor sich hin. Paul aber lief, so schnell er konnte, weiter.
Nachdem die Hexen ausgeschlafen hatten, berichtete die Wache von dem seltsamen Besucher, der früh am Morgen mit seinem Geigenkasten spazieren ging. Der Oberhexe gefiel das nicht, sie setzte sich auf ihren Besen und ritt auf den Hügel. Dort entdeckte sie die zerbrochene Geige. Mit einem Fingerschnalzer holte sie die anderen Hexen herbei. „Wahrscheinlich sitzt die Fee im Kasten. Wir werden uns den Burschen genauer ansehen, sicher hat er unser Tal noch nicht verlassen!“ Sie stiegen auf ihre schnellen Besen und sausten los.
Schon von weitem hörte Paul das Zischen in der Luft, der Wind wehte sehr stark. Paul wusste, dass die Hexen bald bei ihnen ankamen und öffnete den Geigenkasten.
Melodie schlüpfte hinaus und versteckte sich hinter einem dichten Busch. Paul breitet seinen Mantel auf der Wiese aus und setzte sich darauf. Als die Hexen vor ihm landeten, hob er müde seine Hand zum Gruß. Die Oberhexe öffnete den Geigenkasten. Sie fragte: „Wo hast du die Fee versteckt?“
Paul zuckte mit den Schultern: „Vielleicht sitzt sie unter meinem Mantel.“ Sie zogen Paul unsanft vom Mantel hoch. Als sie die kleine Fee nicht fanden, fegten sie wütend mit ihren Besen auf dem Boden und wenn Paul nicht in die Luft sprang, trafen ihn die Hexenbesen am Bein. Da begann er zu kichern und rief atemlos: „Das ist ja wie Seilspringen.“
Sofort setzten sich die Hexen auf ihre Besen. Sie wollten auf keinen Fall Paul eine Freude machen und eine sagte: „Genug mit Spaß, verschwinde, aber schnell.“ Paul gähnte laut und fragte: „Ich habe meine Geige verloren, habt ihr die gesehen? Die Oberhexe fauchte: „Na klar, die liegt da oben auf dem Hügel. Ein echter Musiker bist du nicht, ein echter Musiker würde auf seine Geige aufpassen." Paul nickte und fragte dann, wo die Hexen eine Toilette hätten, er müsste dringend mal verschwinden. Die Oberhexe rief: „Geh doch hinter den Busch!“ So zog er seinen Mantel an, nahm den Geigenkasten unter den Arm und ging zum Busch. Umständlich zog er seinen Mantel wieder aus und warf ihn über den Geigenkasten. Während die Hexen mit lautem Geheul davon flogen, kroch die kleine Fee unter dem Mantel durch, öffnete den Geigenkasten und legte sich hinein. Keine der Hexen hatte etwas bemerkt und Paul marschierte mit dem Geigenkasten bis ans Ende des Hexenreiches. Als es dunkel wurde, verließ die Fee ihr Versteck, setzte sich mit Paul auf den Geigenkasten und sang:

"Lieber alter Geigenkasten fliege durch die Nacht,
fliege unterm Sternenhimmel bis der Tag erwacht."

Als es wieder hell wurde, landeten Melodie und Paul mit dem Geigenkasten auf einem Waldweg. Die kleine Fee flüstere aufgeregt: „Hier beginnt das Reich der Gatschen, wir müssen unbedingt auf dem Weg bleiben, uns von nichts ablenken lassen!“
Paul erkundigte sich, wer die Gatschen seien und wie sie aussähen.
Melodie flüsterte: „Kobolde sind das. Nur ihre grünen Finger kannst du sehen. Sie setzen sich ins Genick der Menschen. Alle, die etwas von den Gatschen annehmen und den Weg verlassen, schleppen sie in ihr Land. Und dort müssen sie für die Kobolde schuften.“
Paul nickte. „Ich passe auf“ versprach er. Sein Magen knurrte und er hatte Durst. Auf einmal spürte er einen sanften Wind an seinem Hals und eine Stimme flüsterte: „ Komm mit mir, ich habe feinen Tee gekocht!“ Und schon schwenkte ein grüner Finger einen Teebeutel vor Pauls Nase hin und her. Paul schob ihn ärgerlich weg, doch sogleich baumelte ein Leberwurstbrötchen vor seiner Nase. Melodie sprang vom Geigenkasten hoch und schlug das Wurstbrot auf die Seite. Paul stöhnte leise, wenn er nur nicht so hungrig wäre! Vielleicht fand er ein paar Beeren am Wegrand, die konnten ihm bestimmt nicht schaden.
Schon sah er vor sich eine Menge winzig kleine Erdbeeren, aber noch ehe er sich danach bücken konnte, zog ihn Melodie weiter. „Warte nur noch eine kleine Weile, dann kocht der Zauberer für uns das beste Essen“, zischte sie ihm zu. Paul fuhr sich mit der Zunge über dir trockenen Lippen und seufzte leise. Am Abend verließen sie das Land der Gatschen und noch einmal setzten sie sich auf den Geigenkasten und flogen davon.

Als die lange Nacht vorbei war und es wieder heller wurde, sah Paul in der Ferne einen Turm und bemerkte, wie die Fee den Geigenkasten dorthin lenkte. Sie zappelte unruhig hin und her und landete direkt vor der Haustür. Jurkosch, der Zauberer, hatte sie schon lange gesehen. Er umarmte Melodie und Paul und nachdem sie gegessen hatten, zauberte Jurkosch.
Paul bekam eine schöne neue Geige und die Fee ein neues Zauberstäbchen. Sie saßen bis spät in der Nacht zusammen und erzählten sich ihre Erlebnisse. Danach musste die Fee alleine weiterreisen. Paul, der bei Jurkosch blieb, nahm seine Geige unter den Arm und mit dem Zauberer zusammen begleiteten sie Melodie auf den Turm. Als Paul zu musizieren begann und ein Abschiedslied spielte, segelte eine dicke Wolke vorbei. Die Fee setzte sich darauf und schwebte mit ihr langsam davon. Paul spielte solange auf seiner neuen Geige, bis er Melodie nicht mehr sah und der der Zauberer winkte mit beiden Händen.
©Monika Rieger
 

molly

Mitglied
Liebe Christa,

herzlichen Dank fürs aufmerksame Lesen. Ich habe die Fehler verbessert und werde die Geschichte nach Deiner Idee: "'Paul und die zauberhafte Melodie" um nennen.
Ich werde demnächst viel lesen!

Viele Grüße,

molly
 

molly

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Die Reise von Musik- Paul mit Fee Melodie/ ab 5 Jahren

In einem Land, weit hinter vielen Wäldern, lebte Paul, der Musiker. Vom frühen Morgen bis in den späten Abend musizierte er auf seiner Geige. Zuerst spielte er lustige und fröhliche Lieder und tanzte dabei durch sein Zimmer. Nach dem Mittagessen, erfand er neue Lieder, bis es Abend wurde. Sobald die Dämmerung sich über das Land legte, strich er sanft mit seinem Bogen über die Saiten und spielte Abendlieder. Jeden Samstag legte Paul die Geige in den Kasten und trug diesen zum Marktplatz. Seine Freunde und alle Menschen erwarteten ihn schon. Wenn er zu spielen begann, fingen sie an zu tanzen und zu singen. Nach der Musikstunde setzte sich Paul mit seinem besten Freund, dem Zauber Jurkosch in den Schlosspark, und sie erzählten sich, was sie alles erlebt hatten.
Eines Tages zog der Zauber Jurkosch fort, um sich eine neue Zauberburg zu suchen. "Sei nicht traurig, Paul", sagte er zum Abschied. "Sobald ich mein neues Zuhause habe, hole ich dich zu mir!"
Pauls Musik wurde immer trauriger und die Leute mochten nicht mehr tanzen. Nur wenig Menschen versammelten sich noch auf dem Marktplatz.
An einem heißen Sommertag fuhr der König in seiner Kutsche auf den Marktlatz und stieg aus. Verärgert runzelte er die Stirn. Er rief: „He, Musiker, spiel lustige Lieder, sofort, ich will tanzen!“ Er klatschte dabei in die Hände und drehte sich im Kreis. Doch Paul hörte nicht, was der König sagte. Seine Lieder klangen trauriger als zuvor. Da schrie der König: „Ich befehle dir, mit der trostlosen Musik aufzuhören.“ Paul hatte die Augen geschlossen. Er dachte an seinen Freund, der das Land verlassen hatte und verstand wieder nicht, was ihm der König befahl. Dieser wurde rot vor Zorn, riss Paul die Geige aus der Hand und schlug sie auf die Straße. Musikpaul konnte vor Entsetzen nicht mehr sprechen. Wortlos sammelte er die Trümmer seiner Geige zusammen. Ohne sich noch einmal nach dem König umzudrehen, verließ er das Land. Er wollte seinen Freund, den Zauberer suchen. Der würde ihm sicher die Geige wieder ganz zaubern.
Unterwegs fragte er alle Menschen, die er traf, nach seinem Freund, doch niemand kannte ihn. So irrte er viele Tage umher, bis er zu einer Mühle kam. Der alte Müller lud Paul ein, bei ihm zu bleiben. Das Mühlrad drehte sich nicht mehr, vielleicht konnte Paul das reparieren. Paul versprach, dem alten Müller zu helfen und zog in die winzige Dachkammer der Mühle ein. Bald versuchte er, das Mühlrad zum Klappern zu bringen, doch es war verrostet und bewegte sich nicht. Als er den Rost vom Mühlrad weggeschrubbt hatte, drehte es sich wieder und von nun an schleppte Paul die schweren Kornsäcke in die Mühle. Er vergaß seine Lieder, vergaß seine Geige und weil er vom Säcke tragen so müde war, hatte er auch keine Zeit mehr, an seine Freunde zu denken.
In einer Sommernacht wachte Paul von seltsamen Tönen auf. Neben seinem Bett stand ein wunderschönes Mädchen. Es sagte: „Ich bin die Fee Melodie, und du bist der Musiker.“ Paul hob abwehrend die Hände hoch und flüsterte: „Nein, nein, ich bin nur Paul. Kein Musiker. Ich habe keine Geige mehr.“
Da lachte die Fee und das klang, als würde Paul ein lustiges Geigenlied spielen. Sie sagte: „Ich habe mein Zauberstäbchen verloren und dennoch bin ich eine Fee. Und du bist und bleibst auch ohne Geige ein Musiker!“
Sie setzte sich auf das Bettende und meinte: „Du könntest mir helfen, dass ich wieder ein Zauberstäbchen bekomme! Begleite mich bitte zum Zauberer Jurkosch!“ Mit einem Satz sprang Paul aus dem Bett. Nichts lieber als das, doch er wusste nicht, wo sein Freund lebte. Die Fee beruhigte ihn. Sie kannte den Weg, denn Jurkosch war auch ihr Freund. Paul verabschiedete sich von dem alten Müller. Die Fee sagte: „Wir setzen uns auf den Geigenkasten, so, als wäre er ein Hexenbesen!“ Paul nahm Platz hinter der kleinen Fee. Ihm war es gleich, wie sie reisten, wenn er nur zu seinem Freund kam. Die kleine Fee strich über den Geigenkasten und murmelte:

„Lieber alter Geigenkasten fliege durch die Nacht,
fliege unterm Sternenhimmel, bis der Tag erwacht.“


Damit begaben sich Fee Melodie und der Musiker Paul auf ihre lange Reise.

Die Reise

Nach dem die Sonne aufgegangen war, sank der Geigenkasten. Tagsüber, erklärte die Fee, müsste Paul zu Fuß gehen. Sie setzte sich wieder auf den Geigenkasten und dirigierte Paul den Weg. Als sie einen Hügel erklommen hatten, sagte Melodie: „Da unten liegt das Tal der Nebelhexen. Sie schlafen am Tag. Nur am Eingang sitzt eine Wache, aber sie darf mich auf keinen Fall sehen.“ Auf dem Hügel öffnete Paul den Geigenkasten, nahm die zerbrochene Geige heraus und Melodie legte sich hinein. Dann marschierte er hurtig zum Tal hinunter. Am Eingang versperrte ihm eine müde Hexe mit ihrem Besen den Weg. Sie sagte: „Du bist schon früh am Morgen unterwegs. Was ist in deinem Geigenkasten?“ Paul erwiderte: „Eine Fee!“ Da begann die Hexe zu kichern und sagte: „Du kannst ja besser schwindeln als alle Hexen zusammen.“ Sie kicherte wieder, hüllte sich in ihren grauen Schal und döste weiter vor sich hin. Paul aber lief, so schnell er konnte, weiter.
Nachdem die Hexen ausgeschlafen hatten, berichtete die Wache von dem seltsamen Besucher, der früh am Morgen mit seinem Geigenkasten spazieren ging. Der Oberhexe gefiel das nicht, sie setzte sich auf ihren Besen und ritt auf den Hügel. Dort entdeckte sie die zerbrochene Geige. Mit einem Fingerschnalzer holte sie die anderen Hexen herbei. „Wahrscheinlich sitzt die Fee im Kasten. Wir werden uns den Burschen genauer ansehen, sicher hat er unser Tal noch nicht verlassen!“ Sie stiegen auf ihre schnellen Besen und sausten los.
Schon von weitem hörte Paul das Zischen in der Luft, der Wind wehte sehr stark. Paul wusste, dass die Hexen bald bei ihnen ankamen und öffnete den Geigenkasten.
Melodie schlüpfte hinaus und versteckte sich hinter einem dichten Busch. Paul breitet seinen Mantel auf der Wiese aus und setzte sich darauf. Als die Hexen vor ihm landeten, hob er müde seine Hand zum Gruß. Die Oberhexe öffnete den Geigenkasten. Sie fragte: „Wo hast du die Fee versteckt?“
Paul zuckte mit den Schultern: „Vielleicht sitzt sie unter meinem Mantel.“ Sie zogen Paul unsanft vom Mantel hoch. Als sie die kleine Fee nicht fanden, fegten sie wütend mit ihren Besen auf dem Boden und wenn Paul nicht in die Luft sprang, trafen ihn die Hexenbesen am Bein. Da begann er zu kichern und rief atemlos: „Das ist ja wie Seilspringen.“
Sofort setzten sich die Hexen auf ihre Besen. Sie wollten auf keinen Fall Paul eine Freude machen und eine sagte: „Genug mit Spaß, verschwinde, aber schnell.“ Paul gähnte laut und fragte: „Ich habe meine Geige verloren, habt ihr die gesehen? Die Oberhexe fauchte: „Na klar, die liegt da oben auf dem Hügel. Ein echter Musiker bist du nicht, ein echter Musiker würde auf seine Geige aufpassen." Paul nickte und fragte dann, wo die Hexen eine Toilette hätten, er müsste dringend mal verschwinden. Die Oberhexe rief: „Geh doch hinter den Busch!“ So zog er seinen Mantel an, nahm den Geigenkasten unter den Arm und ging zum Busch. Umständlich zog er seinen Mantel wieder aus und warf ihn über den Geigenkasten. Während die Hexen mit lautem Geheul davon flogen, kroch die kleine Fee unter dem Mantel durch, öffnete den Geigenkasten und legte sich hinein. Keine der Hexen hatte etwas bemerkt und Paul marschierte mit dem Geigenkasten bis ans Ende des Hexenreiches. Als es dunkel wurde, verließ die Fee ihr Versteck, setzte sich mit Paul auf den Geigenkasten und sang:

"Lieber alter Geigenkasten fliege durch die Nacht,
fliege unterm Sternenhimmel bis der Tag erwacht."

Als es wieder hell wurde, landeten Melodie und Paul mit dem Geigenkasten auf einem Waldweg. Die kleine Fee flüstere aufgeregt: „Hier beginnt das Reich der Gatschen, wir müssen unbedingt auf dem Weg bleiben, uns von nichts ablenken lassen!“
Paul erkundigte sich, wer die Gatschen seien und wie sie aussähen.
Melodie flüsterte: „Kobolde sind das. Nur ihre grünen Finger kannst du sehen. Sie setzen sich ins Genick der Menschen. Alle, die etwas von den Gatschen annehmen und den Weg verlassen, schleppen sie in ihr Land. Und dort müssen sie für die Kobolde schuften.“
Paul nickte. „Ich passe auf“ versprach er. Sein Magen knurrte und er hatte Durst. Auf einmal spürte er einen sanften Wind an seinem Hals und eine Stimme flüsterte: „ Komm mit mir, ich habe feinen Tee gekocht!“ Und schon schwenkte ein grüner Finger einen Teebeutel vor Pauls Nase hin und her. Paul schob ihn ärgerlich weg, doch sogleich baumelte ein Leberwurstbrötchen vor seiner Nase. Melodie sprang vom Geigenkasten hoch und schlug das Wurstbrot auf die Seite. Paul stöhnte leise, wenn er nur nicht so hungrig wäre! Vielleicht fand er ein paar Beeren am Wegrand, die konnten ihm bestimmt nicht schaden.
Schon sah er vor sich eine Menge winzig kleine Erdbeeren, aber noch ehe er sich danach bücken konnte, zog ihn Melodie weiter. „Warte nur noch eine kleine Weile, dann kocht der Zauberer für uns das beste Essen“, zischte sie ihm zu. Paul fuhr sich mit der Zunge über dir trockenen Lippen und seufzte leise. Am Abend verließen sie das Land der Gatschen und noch einmal setzten sie sich auf den Geigenkasten und flogen davon.

Als die lange Nacht vorbei war und es wieder heller wurde, sah Paul in der Ferne einen Turm und bemerkte, wie die Fee den Geigenkasten dorthin lenkte. Sie zappelte unruhig hin und her und landete direkt vor der Haustür. Jurkosch, der Zauberer, hatte sie schon lange gesehen. Er umarmte Melodie und Paul und nachdem sie gegessen hatten, zauberte Jurkosch.
Paul bekam eine schöne neue Geige und die Fee ein neues Zauberstäbchen. Sie saßen bis spät in der Nacht zusammen und erzählten sich ihre Erlebnisse. Danach musste die Fee alleine weiterreisen. Paul, der bei Jurkosch blieb, nahm seine Geige unter den Arm und mit dem Zauberer zusammen begleiteten sie Melodie auf den Turm. Als Paul zu musizieren begann und ein Abschiedslied spielte, segelte eine dicke Wolke vorbei. Die Fee setzte sich darauf und schwebte mit ihr langsam davon. Paul spielte solange auf seiner neuen Geige, bis er Melodie nicht mehr sah und der der Zauberer ihr winkte mit beiden Händen nach.
©Monika Rieger
 

molly

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Die Reise von Musik- Paul mit Fee Melodie/ ab 5 Jahren

In einem Land, weit hinter vielen Wäldern, lebte Paul, der Musiker. Vom frühen Morgen bis in den späten Abend musizierte er auf seiner Geige. Zuerst spielte er lustige und fröhliche Lieder und tanzte dabei durch sein Zimmer. Nach dem Mittagessen, erfand er neue Lieder, bis es Abend wurde. Sobald die Dämmerung sich über das Land legte, strich er sanft mit seinem Bogen über die Saiten und spielte Abendlieder. Jeden Samstag legte Paul die Geige in den Kasten und trug diesen zum Marktplatz. Seine Freunde und alle Menschen erwarteten ihn schon. Wenn er zu spielen begann, fingen sie an zu tanzen und zu singen. Nach der Musikstunde setzte sich Paul mit seinem besten Freund, dem Zauber Jurkosch in den Schlosspark, und sie erzählten sich, was sie alles erlebt hatten.
Eines Tages zog der Zauber Jurkosch fort, um sich eine neue Zauberburg zu suchen. "Sei nicht traurig, Paul", sagte er zum Abschied. "Sobald ich mein neues Zuhause habe, hole ich dich zu mir!"
Pauls Musik wurde immer trauriger und die Leute mochten nicht mehr tanzen. Nur wenig Menschen versammelten sich noch auf dem Marktplatz.
An einem heißen Sommertag fuhr der König in seiner Kutsche auf den Marktlatz und stieg aus. Verärgert runzelte er die Stirn. Er rief: „He, Musiker, spiel lustige Lieder, sofort, ich will tanzen!“ Er klatschte dabei in die Hände und drehte sich im Kreis. Doch Paul hörte nicht, was der König sagte. Seine Lieder klangen trauriger als zuvor. Da schrie der König: „Ich befehle dir, mit der trostlosen Musik aufzuhören.“ Paul hatte die Augen geschlossen. Er dachte an seinen Freund, der das Land verlassen hatte und verstand wieder nicht, was ihm der König befahl. Dieser wurde rot vor Zorn, riss Paul die Geige aus der Hand und schlug sie auf die Straße. Musikpaul konnte vor Entsetzen nicht mehr sprechen. Wortlos sammelte er die Trümmer seiner Geige zusammen. Ohne sich noch einmal nach dem König umzudrehen, verließ er das Land. Er wollte seinen Freund, den Zauberer suchen. Der würde ihm sicher die Geige wieder ganz zaubern.
Unterwegs fragte er alle Menschen, die er traf, nach seinem Freund, doch niemand kannte ihn. So irrte er viele Tage umher, bis er zu einer Mühle kam. Der alte Müller lud Paul ein, bei ihm zu bleiben. Das Mühlrad drehte sich nicht mehr, vielleicht konnte Paul das reparieren. Paul versprach, dem alten Müller zu helfen und zog in die winzige Dachkammer der Mühle ein. Bald versuchte er, das Mühlrad zum Klappern zu bringen, doch es war verrostet und bewegte sich nicht. Als er den Rost vom Mühlrad weggeschrubbt hatte, drehte es sich wieder und von nun an schleppte Paul die schweren Kornsäcke in die Mühle. Er vergaß seine Lieder, vergaß seine Geige und weil er vom Säcke tragen so müde war, hatte er auch keine Zeit mehr, an seine Freunde zu denken.
In einer Sommernacht wachte Paul von seltsamen Tönen auf. Neben seinem Bett stand ein wunderschönes Mädchen. Es sagte: „Ich bin die Fee Melodie, und du bist der Musiker.“ Paul hob abwehrend die Hände hoch und flüsterte: „Nein, nein, ich bin nur Paul. Kein Musiker. Ich habe keine Geige mehr.“
Da lachte die Fee und das klang, als würde Paul ein lustiges Geigenlied spielen. Sie sagte: „Ich habe mein Zauberstäbchen verloren und dennoch bin ich eine Fee. Und du bist und bleibst auch ohne Geige ein Musiker!“
Sie setzte sich auf das Bettende und meinte: „Du könntest mir helfen, dass ich wieder ein Zauberstäbchen bekomme! Begleite mich bitte zum Zauberer Jurkosch!“ Mit einem Satz sprang Paul aus dem Bett. Nichts lieber als das, doch er wusste nicht, wo sein Freund lebte. Die Fee beruhigte ihn. Sie kannte den Weg, denn Jurkosch war auch ihr Freund. Paul verabschiedete sich von dem alten Müller. Die Fee sagte: „Wir setzen uns auf den Geigenkasten, so, als wäre er ein Hexenbesen!“ Paul nahm Platz hinter der kleinen Fee. Ihm war es gleich, wie sie reisten, wenn er nur zu seinem Freund kam. Die kleine Fee strich über den Geigenkasten und murmelte:

„Lieber alter Geigenkasten fliege durch die Nacht,
fliege unterm Sternenhimmel, bis der Tag erwacht.“


Damit begaben sich Fee Melodie und der Musiker Paul auf ihre lange Reise.

Die Reise

Nach dem die Sonne aufgegangen war, sank der Geigenkasten. Tagsüber, erklärte die Fee, müsste Paul zu Fuß gehen. Sie setzte sich wieder auf den Geigenkasten und dirigierte Paul den Weg. Als sie einen Hügel erklommen hatten, sagte Melodie: „Da unten liegt das Tal der Nebelhexen. Sie schlafen am Tag. Nur am Eingang sitzt eine Wache, aber sie darf mich auf keinen Fall sehen.“ Auf dem Hügel öffnete Paul den Geigenkasten, nahm die zerbrochene Geige heraus und Melodie legte sich hinein. Dann marschierte er hurtig zum Tal hinunter. Am Eingang versperrte ihm eine müde Hexe mit ihrem Besen den Weg. Sie sagte: „Du bist schon früh am Morgen unterwegs. Was ist in deinem Geigenkasten?“ Paul erwiderte: „Eine Fee!“ Da begann die Hexe zu kichern und sagte: „Du kannst ja besser schwindeln als alle Hexen zusammen.“ Sie kicherte wieder, hüllte sich in ihren grauen Schal und döste weiter vor sich hin. Paul aber lief, so schnell er konnte, weiter.
Nachdem die Hexen ausgeschlafen hatten, berichtete die Wache von dem seltsamen Besucher, der früh am Morgen mit seinem Geigenkasten spazieren ging. Der Oberhexe gefiel das nicht, sie setzte sich auf ihren Besen und ritt auf den Hügel. Dort entdeckte sie die zerbrochene Geige. Mit einem Fingerschnalzer holte sie die anderen Hexen herbei. „Wahrscheinlich sitzt die Fee im Kasten. Wir werden uns den Burschen genauer ansehen, sicher hat er unser Tal noch nicht verlassen!“ Sie stiegen auf ihre schnellen Besen und sausten los.
Schon von weitem hörte Paul das Zischen in der Luft, der Wind wehte sehr stark. Paul wusste, dass die Hexen bald bei ihnen ankamen und öffnete den Geigenkasten.
Melodie schlüpfte hinaus und versteckte sich hinter einem dichten Busch. Paul breitet seinen Mantel auf der Wiese aus und setzte sich darauf. Als die Hexen vor ihm landeten, hob er müde seine Hand zum Gruß. Die Oberhexe öffnete den Geigenkasten. Sie fragte: „Wo hast du die Fee versteckt?“
Paul zuckte mit den Schultern: „Vielleicht sitzt sie unter meinem Mantel.“ Sie zogen Paul unsanft vom Mantel hoch. Als sie die kleine Fee nicht fanden, fegten sie wütend mit ihren Besen auf dem Boden und wenn Paul nicht in die Luft sprang, trafen ihn die Hexenbesen am Bein. Da begann er zu kichern und rief atemlos: „Das ist ja wie Seilspringen.“
Sofort setzten sich die Hexen auf ihre Besen. Sie wollten auf keinen Fall Paul eine Freude machen und eine sagte: „Genug mit Spaß, verschwinde, aber schnell.“ Paul gähnte laut und fragte: „Ich habe meine Geige verloren, habt ihr die gesehen? Die Oberhexe fauchte: „Na klar, die liegt da oben auf dem Hügel und die behalten wir zum Feuer machen. Ein echter Musiker bist du nicht, ein echter Musiker würde auf seine Geige aufpassen." Paul nickte und fragte dann, wo die Hexen eine Toilette hätten, er müsste dringend mal verschwinden. Die Oberhexe rief: „Geh doch hinter den Busch!“ So zog er seinen Mantel an, nahm den Geigenkasten unter den Arm und ging zum Busch. Umständlich zog er seinen Mantel wieder aus und warf ihn über den Geigenkasten. Während die Hexen mit lautem Geheul davon flogen, kroch die kleine Fee unter dem Mantel durch, öffnete den Geigenkasten und legte sich hinein. Keine der Hexen hatte etwas bemerkt und Paul marschierte mit dem Geigenkasten bis ans Ende des Hexenreiches. Als es dunkel wurde, verließ die Fee ihr Versteck, setzte sich mit Paul auf den Geigenkasten und sang:

"Lieber alter Geigenkasten fliege durch die Nacht,
fliege unterm Sternenhimmel bis der Tag erwacht."

Als es wieder hell wurde, landeten Melodie und Paul mit dem Geigenkasten auf einem Waldweg. Die kleine Fee flüstere aufgeregt: „Hier beginnt das Reich der Gatschen, wir müssen unbedingt auf dem Weg bleiben, uns von nichts ablenken lassen!“
Paul erkundigte sich, wer die Gatschen seien und wie sie aussähen.
Melodie flüsterte: „Kobolde sind das. Nur ihre grünen Finger kannst du sehen. Sie setzen sich ins Genick der Menschen. Alle, die etwas von den Gatschen annehmen und den Weg verlassen, schleppen sie in ihr Land. Und dort müssen sie für die Kobolde schuften.“
Paul nickte. „Ich passe auf“ versprach er. Sein Magen knurrte und er hatte Durst. Auf einmal spürte er einen sanften Wind an seinem Hals und eine Stimme flüsterte: „ Komm mit mir, ich habe feinen Tee gekocht!“ Und schon schwenkte ein grüner Finger einen Teebeutel vor Pauls Nase hin und her. Paul schob ihn ärgerlich weg, doch sogleich baumelte ein Leberwurstbrötchen vor seiner Nase. Melodie sprang vom Geigenkasten hoch und schlug das Wurstbrot auf die Seite. Paul stöhnte leise, wenn er nur nicht so hungrig wäre! Vielleicht fand er ein paar Beeren am Wegrand, die konnten ihm bestimmt nicht schaden.
Schon sah er vor sich eine Menge winzig kleine Erdbeeren, aber noch ehe er sich danach bücken konnte, zog ihn Melodie weiter. „Warte nur noch eine kleine Weile, dann kocht der Zauberer für uns das beste Essen“, zischte sie ihm zu. Paul fuhr sich mit der Zunge über dir trockenen Lippen und seufzte leise. Am Abend verließen sie das Land der Gatschen und noch einmal setzten sie sich auf den Geigenkasten und flogen davon.

Als die lange Nacht vorbei war und es wieder heller wurde, sah Paul in der Ferne einen Turm und bemerkte, wie die Fee den Geigenkasten dorthin lenkte. Sie zappelte unruhig hin und her und landete direkt vor der Haustür. Jurkosch, der Zauberer, hatte sie schon lange gesehen. Er umarmte Melodie und Paul und nachdem sie gegessen hatten, zauberte Jurkosch.
Paul bekam eine schöne neue Geige und die Fee ein neues Zauberstäbchen. Sie saßen bis spät in der Nacht zusammen und erzählten sich ihre Erlebnisse. Danach musste die Fee alleine weiterreisen. Paul, der bei Jurkosch blieb, nahm seine Geige unter den Arm und mit dem Zauberer zusammen begleiteten sie Melodie auf den Turm. Als Paul zu musizieren begann und ein Abschiedslied spielte, segelte eine dicke Wolke vorbei. Die Fee setzte sich darauf und schwebte mit ihr langsam davon. Paul spielte solange auf seiner neuen Geige, bis er Melodie nicht mehr sah und der der Zauberer ihr winkte mit beiden Händen nach.
©Monika Rieger
 

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