Regenbogenkuss

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Languedoc

Mitglied
Regenbogenkuss

Dem schwarzen Meereshorizont
entsteigt ein leuchtend Regenbogen,
und wölbt sich hoch, fontänengleich,
dem Landgebirg' entgegen.

Ein Felsenspitz den Himmel küsst
vom Regen rein gewaschen.
Dort saugt der Farbenbogen sich
fest an die steinern Lippen.

Und als die Abensonn' versinkt
am andern End' des Meeres,
da sieht mein staunend' Auge funkeln
Farbenkreise ins Unendlich.
 
F

Fettauge

Gast
Lieber Languedoc,

ein Gedicht mal nicht in freien Rhythmen, sondern im Vers libre. Ja, aber. Mich stören die aus Metrikgründen unschön gekappten Wörter sehr. Auch ist mir nicht verständlich, warum du im letzten Vers den Rhythmus wechselst.

Ein Regenbogen über dem Meer, ja, das ist was Schönes, ich verstehe die Begeisterung des Autors, aber so richtig nah kommt mir der Text nicht. Woran es liegt, ist schwer zu sagen, vielleicht ist mir der Meeresregenbogen eine Nummer zu groß, auf Gefallenwollen angelegt. Aber das ist wohl Geschmackssache.

Ansonsten stehe ich deinem Text aufgeschlossen gegenüber, du hast einen Bonus bei mir, weil du dich an den Vers libre herangewagt hast. Aber, wie angedeutet, du musst noch ein bisschen dran arbeiten.

Liebe Grüße, Fettauge
 

Languedoc

Mitglied
Hallo Fettauge,

Lieben Dank für die Rückmeldung.
Ich habe diesen gewaltigen Meeresregenbogen neulich mit eigenen Augen so gesehen und wollte dieses Bild in Worten wiedergeben - naja, unbeholfen und nicht ganz rund gelungen.
Von Vers libre habe ich noch nie gehört und werde mich mal schlau machen. Die Leselupe weist den Bildungsweg ;)
Danke vorerst für Deine Mühe
Languedoc
 

poetix

Mitglied
Hallo Languedoc,
das Naturerlebnis beschreibst du schön. Die Verwendung der apostrophierten Wörter stört ein wenig, sie wirken in den Rhythmus gezwungen. Es gäbe meiner Meinung nach zwei Möglichkeiten: Entweder du gibst den Rhythmus frei oder du suchst eine andere Formulierung. Ich würde das zweite tun; denn dein Gedicht wirkt schon ziemlich gut strukturiert. Ich persönlich würde sogar überlegen, ob man nicht noch weiter gehen und es reimen sollte. Aber das ist nun wirklich Geschmackssache. Die Metrik der letzten Zeile solltest du anpassen, wie schon Fettauge bemerkt hat.
Viele Grüße
poetix
 

Languedoc

Mitglied
Danke, poetix, für die aufbauenden Worte, wonach dem Gedicht doch "etwas" innewohnt. Das motiviert mich, es noch mal anzugehen. Zumindest will ich versuchen, die letzte Strophe neu zu gestalten. Die Muße dafür hoffe ich mir am Wochenende freischaufeln zu können.
Wünsche Dir gutes Dichten und schicke Sonnengrüße aus dem Süden
Languedoc
 

Languedoc

Mitglied
Regenbogenkuss

Dem dunklen Meereshorizont
entsteigt ein leuchtend Regenbogen,
und wölbt sich hoch, fontänengleich,
dem Landgebirg entgegen.

Ein Felsenspitz den Himmel küsst
vom Regen rein gewaschen.
Dort saugt der Farbenbogen sich
fest an die steinern Lippen.

Und als die Abendsonne sinkt
in des Meeres schwarze Flut,
da funkelt für den Augenblick
ein Diamantenfirmament.
 

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