Regenwurm mit Ansprüchen

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Ein Regenwurm, sehr dünn und blass,
lag auf dem Pflaster, ziemlich nass.
Er wirkte, um es kurz zu sagen,
vom Dasein mächtig angeschlagen.

Er wand sich sehr mit großer Würde,
als trüg er eine Weltenbürde,
und sah, soweit ein Wurm das kann,
mich vorwurfsvoll und knatschig an.

Ich nahm ein Blatt und hob ihn sacht,
hab' ihn ins nasse Beet gebracht.
Doch statt sich herzlich zu bedanken,
begann der Wurm herumzuzanken.

Als wär das Beet, das ich ihm gab.
ein schlecht geführtes Einzelgrab.
Er kringelte sich wütend fort,
als wär dies' Beet der falsche Ort.

"Ach, Wurm", sprach ich, "nun sei nicht dumm,
und zick hier nicht so albern 'rum.
Auch ich wohn' nicht, wo ich mal wollte.
Man landet oft, wo man nicht sollte.

Du wolltest sicher Meerblick haben,
und dich an Moos und Rosen laben.
Nun liegst du hier im Beet beim Dill.
Das Leben fragt nicht, was man will."
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo ,liebe SilberneDelfine,
danke für dein aufmerksames Lesen. Das war tatsächlich ein Versehen. Habe ich gestern übersehen. Danke auch für dein nettes Lob!
LG Chandrika
 

anbas

Mitglied
Moin,

mir gefallen Deine Zeilen recht gut. Sie kommen leicht und locker daher.

Nur hier stolpert das Metrum ein wenig:
"Ach, Wurm", sprach ich, "nun sei nicht dumm.
Zick hier nicht so albern 'rum.
Auch ich wohn' nicht, wo ich mal wollte.
Man landet oft dort, wo man nicht sollte.
Nur ein Vorschlag:
"Ach, Wurm", sprach ich, "nun sei nicht dumm.
Und zick hier nicht so albern 'rum.
Auch ich wohn' nicht, wo ich mal wollte.
Man landet oft dort, wo man nicht sollte.
Wobei ich hier das doppelte "wo" nicht so schön finde.
Noch ein Vorschlag:
Auch ich wohn' nicht so, wie ich mal wollte.
Man landet oft dort, wo man nicht sollte.
Vielleicht kannst Du ja was mit meinen Vorschlägen anfangen.

Liebe Grüße

Andreas
 
Hallo Andreas,
vielen Dank für dein aufmerksames Lesen. Ich werde deine Änderungsvorschläge gerne umsetzen. Sie tragen dazu bei, dass das Gedicht besser "fließt".
Lieber Gruß
Chandrika
 



 
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