rino rigi nami

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Mondnein

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[ 4]rino rigi nami


seifen opern schleifen den ver
stand des drehbuch tasten tippers
logisch frei zur texas denver
neu welt lippen spitze: flippers

schwätzer maul ab lacht sich einen
swinger turmalin sprung tümmler
quietsch vergnügt genügt das nimmer
dir voll ab fall apfel schimmler?

bau dir einen pappen rappen
pack papiernen origami
falt viel fachen himmels drachen
nenn ihn rino rigi nami
 
Es ist Sonntagmorgen, und ich bin neugierig.
Was bedeutet wohl: rino rigi nami?

Origami.Fernsehsendungen in Form von Soap Operas sind blöd. Basteln ist besser?

Der Text ist für mich stark verklausuliert. Ich versuche es mal.
Texas Denver Flipper sind mir als Einstieg für TV-Beispiele zu alt. Da hätte ich etwas Aktuelles bevorzugt.
Lippen spitze heißt wohl beifallend pfeifen, in der Art von: tolle Sendung?
Turmalin muss ich googeln. Es ist ein Edelstein. Fällt der wie Flipper ins Wasser?
Den pappen drachen verstehe ich als Pegasos. Diese Figur steht für die Gedanken des Dichters, dem Flügel wachsen. Dies ergibt zum Abschluss ein sehr schönes Bild. Jetzt wird die Sache rund.
Also: Fernsehen aus und lieber dichten.

Dein Rätsel in Gedichtform habe ich gern gelesen.
Der Spruch in deiner Fußzeile scheint aus dem Rigveda zu stammen. Eine genaue Übersetzung habe ich beim ersten Suchvorgang noch nicht gefunden. Es geht wohl um das Sein, das sich in der einzelnen Seele ausdrückt.

Bis zum nächsten Mal.
 

Mondnein

Mitglied
Es geht, liebes Seniormitglied,

weniger ums passive Fernsehkucken als ums Tastentippen, also ums Schreiben selbst (und ein wenig ums Improvisieren auf dem Klavier, aber das ist hier ein unscheinbares Echo).

Der innere Film, den wir mit Texten anregen, ist zugleich allerdings durch die Serien-Imaginationen des Fernsehens repräsentiert (bzw. metaphorisiert), als Imaginationbild für den inneren Imaginationsstrom, Film für den(inneren) Film.
Flipper ist natürlich Kinderkram, aber ich sah ihn in The Hitchhiker's Guide to the Galaxy wieder, "Danke für den Fisch!"

Film im Film im Film, Imagination der Imaginationen, in den Seelen geschichtet. Es läuft auf die Frage nach dem Original hinaus, nicht rhetorisch-negierend, sondern offen, positiv, drauflossingend, tippend, reimend.

grusz, hansz
 

Mondnein

Mitglied
Ich habe den Verdacht, liebe Leseraufmerksamkeit,

daß Du nicht siehst, daß im letzten Vers das Wort "origina(mi)" versteckt ist.
Ich nehme schon mal Wörter auseinander, in der Regel aber so, daß die betonten Silben den Anfang der analytischen Segmente bilden, damit Du nicht zu sehr rumstolpern mußt, wo denn die Betonungen des Verses liegen. Sie liegen dann in der Regel - aber nur bei den Neologismen! - am Anfang der zweisilbigen Stückchen. Dann hört man es, innerlich singend, wie es zu singen ist. Wörter wie "papiernen" bleiben natürlich in ihrer natürlichen Endbetonung, da gilt das mit der Anfangsbetonung nicht.

Wenn es nicht gefällt, nehme ich mein Baby wieder raus aus der Klappe.

Denn ich habe es besonders lieb.

grusz, hansz
 

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