Liebes Forum,
ich würde gerne das erste Kapitel nun vollständig teilen.
Es ist zumindest relativ finalisiert.
Dankbar für jedes Feedback!
AUSTRIA 2031
Es war der vorletzte Tag im November 2031. Ich hatte gerade noch einmal die Passage gelesen, mit der ich die Vorlesung beginnen wollte. Eine Schilderung des Novembers 1918, des Moments, in dem Karl I. auf die Ausübung seiner Regierungsgeschäfte verzichtet hatte. Noch nicht abdankte, wohlgemerkt, sondern nur zurücktrat. Vorläufig, wie er glaubte. Ich hatte die Textstelle gesondert in einem Notizbuch aufgeschrieben, nicht aus wissenschaftlichem Interesse, sondern weil mich dieser Moment schon seit Jahren nicht losließ. Hier hatte eine Epoche aufgehört zu glauben, dass sie das Recht hatte, weiterzumachen – und trotzdem weitergemacht.
Am Eingang zum Hörsaal warteten sie bereits.
Bereit wie eine kleine, selbsternannte Spezialeinheit des moralischen Widerstands. Eine Gruppe Studenten, die mich mit einer Mischung aus Empörung und kaltem Trotz fixierten, als sei ich das symbolische Ziel für ihren privaten Krieg gegen die verhasste Vergangenheit und alles, was sie als deprimierende Gegenwart wahrnahmen. Ich erkannte sie sofort, freute mich fast – es waren zumindest vertraute Gesichter. Ein blasser, lockenköpfiger Idealist, das Gesicht mit der gezielten Hingabe eines Revolutionsfetischisten geschminkt; daneben ein paar Dreadlocks, denen man ihre antimodischen, aber modisch oppositionellen Absichten schon von Weitem ansah. Die blonde Frau in der Mitte hielt ihren Blick erhoben, als hätte sie erkannt, Teil eines bedeutenden Augenblicks zu sein.
„Faschist!"
Das Wort strich ihr fast genüsslich über die Lippen, wie der Auftakt zu einem kathartischen Ritual – in ihrer Stimme entlud sich eine trockene Spannung. Die anderen wiederholten die Parole, in unterschiedlichen Tonlagen, fast wie ein vielstimmiger Choral, als wollten sie mich mit ihrem Gesang aus der Wirklichkeit bannen. Die Pappschilder hielten sie mir so dicht vor das Gesicht, dass ich die kunstvoll geschriebenen Parolen kaum entziffern konnte.
„Euer Schweigen ist Zustimmung!" Darunter, in einem knalligen Gelb: „Jetzt können wir endlich herausfinden, wie wir anstelle unserer Großeltern gehandelt hätten!"
Es war komisch, wie sie sich so vor mir aufbauten, als wäre ich eine Art letzter Teufel, den sie aus der Welt schaffen mussten. Ich machte ihnen keinen Vorwurf. Es musste doch ein Etwas geben, woran man sich festklammern konnte. Ein Etwas, das man noch tun konnte. Ein Etwas, irgendetwas, das den Tag von der bedrückenden Vorstellung einer endgültigen Katastrophe abschirmte.
Ich sah in ihren Gesichtern, dass sie es ernst meinten. Vielleicht ernster und aufrichtiger, als ihnen in jenem Moment selbst bewusst war. Manchmal war es so, als gäbe ich ihnen innerlich meinen traurigen Beifall. Denn es war nur der bescheidene Versuch, ein wenig Ordnung in das Chaos ihrer Generation zu bringen.
„Wir wollen Sie hier nicht, Trittstein! Verpissen Sie sich in die 1930er! Wir wollen ein freies, antifaschistisches 21. Jahrhundert!"
Ja. Das 21. Jahrhundert.
Ich sehnte mich nach einer Möglichkeit des Verzichtes. Auf die Nachrichten aus einer Welt, die ich nicht verstand. Auf die unerfüllten Bedürfnisse meines Privatlebens. Auf die Frage nach dem Sinn. In meiner Fantasie kehrte ich immer wieder zurück zu dem See. Ich fiel wieder. Oder ließ mich fallen. Dort, unter der Oberfläche, wartete es auf mich.
„Nazischwein!"
Die blonde junge Frau trat einen Schritt auf mich zu. Ihre grauen Augen wirkten enttäuscht.
„Schämen Sie sich, Herr Trittstein!"
Ich hatte mir längst angewöhnt, mich auf keine Diskussionen einzulassen. Es hatte keinen Sinn. Mit der Zeit begriff ich, dass ich für sie nie der eigentliche Protestgegenstand gewesen war, nur ein Ventil. In den sozialen Medien kursierten bereits Videos vergangener Auseinandersetzungen. Einige davon hatte ich gesehen. Titel wie „Junge Aktivistin stellt Naziprofessor zur Rede". Und noch beschämender: „Echter Professor zerstört verwirrte Linksradikale". Ein kümmerliches Schauspiel und ein Fragment des großen Kulturkampfes, nun dargeboten in einer kleinen Tiroler Universität.
Es widerte mich an.
Vor einem Jahr hatten sie sich das erste Mal gegen mich gewandt. Der Presse war ein früher Text von mir zugespielt worden. Eine Arbeit aus den jungen, unüberlegten Tagen meines Studiums, in der ich durchaus idiotisch die Präventivkriegstheorie relativiert hatte. Die These, dass Adolf Hitler lediglich einem bevorstehenden Angriff Stalins zuvorkam.
Es war ein dummes Spiel mit provozierenden Aussagen. Ich glaubte, damit einen besonders roten Professor ärgern zu müssen. Ein Fehler, für den ich mich auch nach knapp zwanzig Jahren noch schämte. Für meine Kritiker hatte dieser Text alles, was sie brauchten, um mich endgültig als Feindbild zu stilisieren.
Ich war nicht länger Dozent für Neue Zeitgeschichte. Ich war der „Kontroverse". Der „Unsensible". Der Dozent, der „ideologisch verdächtig daherkam". In ihren Augen ein Beweis dafür, dass eine zähe, unbelehrbare Form des Hitlerfaschismus noch immer durch die Gegenwart sickerte. Ich hatte meinen Fehler mehrmals öffentlich eingeräumt, klargestellt, dass ich diese Arbeit zutiefst bereute. Es machte keinen Unterschied.
„TRITT, TRITT, TRITT den Trittstein raus!"
Der Chor startete abrupt und überraschend getaktet. Sie hatten wohl geprobt.
„TRITT, TRITT, TRITT den Fascho raus!"
Einprägend.
„TRITT, TRITT, TRITT das Nazischwein raus!"
Es saß tief in meiner Brust. Unterdrückte Wut, Kontrollverlust, auch Scham.
Doch waren die Auftritte mit der Zeit immer schwächer geworden. Kein Vergleich zu den Stürmen vergangener Monate, wo selbst Journalisten vor den Hörsälen auf mich warteten. Darauf hatte mir mein Arzt ein Abführmittel verschrieben müssen.
Weiter hinten im Gang warteten meine Studenten. Sie blickten auf ihre Smartphones, die Demonstranten beeindruckten sie schon lange nicht mehr, sie warteten auf den Vorlesungsbeginn mit jener routinierten, leicht genervten Beiläufigkeit, wie man auf einen verspäteten Zug wartet.
Der lockenköpfige Aktivist kam abrupt auf mich zu, er hatte ein angespanntes Grinsen im Gesicht.
„Hau ab!"
Im nächsten Moment flog ein Schwall Wasser in mein Gesicht. Er warf mir weitere Beschimpfungen entgegen. Seine Stimme überschlug sich, er schien hysterisch, fast den Tränen nahe. Es ging plötzlich und unerwartet auch um die Amerikaner und Peking. Die Nachrichten aus der letzten Nacht mussten ihm zugesetzt haben. Er machte Menschen wie mich mitverantwortlich, dass die Welt wieder vor einem großen Knall stand. Ich hätte mich gerne mit ihm versöhnt, ihn beruhigt, mich erklärt. Doch die Ordnungshüter der Universität hatten sich im Hintergrund bereits positioniert. Mit einer kühlen Effizienz griffen sie ein. Sie packten den jungen Mann an den Oberarmen und zogen ihn mit einer Härte, die in keinem Verhältnis zu seinem schmächtigen Körper stand, in Richtung Ausgang. Er schrie bei jeder Berührung der Ordnungshüter, als würden ihre Hände Feuer auf seine Haut brennen.
Meine Studenten, die bisher wie unbeteiligte Statisten am Rand gestanden hatten, schienen durch die plötzliche Gewalt verunsichert. Die Gleichgültigkeit in ihren Gesichtern wich einer instinktiven Abneigung. Sie gingen auf Distanz zur Menge, als wollten sie mit diesem unkontrollierten Ausbruch von Gewalt und Emotion nichts zu tun haben.
Ich verspürte keine Genugtuung. Im Gegenteil. Es war, als bräuchte die Universität dieses Vorgehen, um die eigene Ohnmacht zu kaschieren.
Einen Moment lang herrschte eine unangenehme Stille. Das Wasser lief noch über mein Gesicht. Alle starrten mich erwartungsvoll an. Mir fehlten die Worte. In diesem Augenblick sah ich ihre jungen Gesichter. Und dennoch brachte ich nicht mehr zustande als eine halblaute, vage Entschuldigung. Anschließend wandte ich mich ab. Im Hörsaal war es kalt.
„Die meisten politischen Ordnungen entstehen nicht aus Überzeugung. Sie entstehen aus Erschöpfung."
Ich ließ den Satz wirken, bekam jedoch keine Reaktion. Alle starrten gebannt in die Bildschirme. In den hinteren Reihen gab es zumindest immer wieder hektisches Flüstern. Es waren ohnehin nicht einmal ein Drittel der Studenten erschienen. Dennoch musste ich mit meinem Vortrag weitermachen.
„Doch war es in jenem Moment der Niederlage 1918, der Erschöpfung, der Demütigung, dass etwas ganz Erstaunliches zustande kam. Denn das alte Österreich verging und etwas Neues begann."
Ich war müde. Wieder stellte ich mir die Frage nach dem Sinn. Was bedeutete 1918, wenn in der Nacht zuvor amerikanische Zivilschiffe in der Taiwanstraße versanken. Das große Ringen des 21. Jahrhunderts hatte den nächsten Schritt gewagt. Die Bilder der rauchenden Schiffe gingen um die Welt.
Ich beschränkte mich auf das monotone Deklarieren der Fakten. Die Ausrufung der Republik. Der gescheiterte Anschlussversuch von 1919. Die Genfer Protokolle. Dann hörte ich plötzlich auf zu sprechen. Es war überflüssig.
„Den Rest erspare ich uns. Lassen Sie sich den Stoff von einer KI erklären – sie hat mehr Geduld als ich und vermutlich weniger revisionistische Tendenzen. Wir sehen uns kommende Woche. Sofern die Welt bis dahin nicht untergeht. Sollte es doch geschehen, melden Sie sich bitte ab. Dann könnte ich zumindest im Bett bleiben."
Die Vorlesung hatte noch keine zwanzig Minuten gedauert, doch es fühlte sich falsch an, weiterzumachen. Erst jetzt schien ich allmählich die volle Aufmerksamkeit zu erhalten. Eine junge Frau in der zweiten Reihe, ihre Unterarme mit kunstvollen Tätowierungen verziert, blickte zu mir auf und verzog den Mund zu einem verlegenen Lächeln. Es wirkte nicht spöttisch. Eher, als hätte man sie in ihrer Abwesenheit erwischt. Ich erwiderte das Lächeln und packte meine Sachen zusammen.
Ich zog meine Jacke an und marschierte abrupt aus dem Hörsaal. Beim Hinausgehen wurde mir klar, dass ich mich immer mehr in jene exzentrischen Dozenten verwandelte, über die ich mich als Student oft gewundert und manchmal auch geärgert hatte. Noch vor einigen Jahren hätte ich nie einfach eine Vorlesung abgebrochen. Doch heute schien es mir egal zu sein. Die Fakultät schien sich grundsätzlich zu freuen, je weniger ich zu sagen hatte. Für viele meiner Studenten war ich bereits der „Weirdo" aus dem Geschichtsseminar, für andere deutlich Schlimmeres.
Ich bemerkte, dass mich mein ruinierter Ruf weniger störte. Für einen Moment fand ich es durchaus lustig.
Draußen war es bereits dunkel. Ich saß auf meinem selbst zusammengeschraubten Fahrrad. Die Stoßstange in einem viel zu grellen Grün, die Griffe dazu in einem perfekt darauf abgestimmten, unpassenden Rot. Es sah aus wie ein geschmackloser Fremdkörper aus den 1980ern – mein ganzer Stolz. Ein Freund hatte mich vor Jahren zu einem Teambuilding-Event mit seinen Mitarbeitern mitgenommen – das eigene Fahrrad zusammenbasteln. Das passte zum Ethos seiner veganen Fleischfabrik. Der Flug nach Amsterdam passte eher weniger. Zu meinem eigenen Erstaunen war ich der Einzige, der Spaß daran hatte. Die meisten seiner Mitarbeiter waren vom Vorabend verkatert und schenkten den hypermotivierten Sprüchen meines Bekannten wenig Aufmerksamkeit. Ihm selbst fehlten die Handfertigkeit und die Geduld. Schließlich warf er die Werkzeuge beiseite und ging fluchend auf sein Hotelzimmer. Ich dagegen reiste als Einziger mit einem fertig montierten Fahrrad im Gepäck nach Hause. Daraufhin brach dieser Freund den Kontakt zu mir ab – ich hatte ihn wohl auf eine mir unverständliche Art vor seinen Mitarbeitern gedemütigt. Dafür hatte ich ein neues Fahrrad.
Dafür fuhr ich mit meiner Interpretation schlechten Geschmacks – und das war, in diesem Moment, nicht nichts.
Die vorweihnachtlichen Lichterketten über der Innsbrucker Innenstadt brannten noch. Ich fuhr langsam, das Fahrrad zwischen den Menschen hindurchschwenkend, an der Altstadt vorbei. Der Weihnachtsmarkt lief wie jedes Jahr – dieselben Stände, die markanten Gerüche von Glühwein und gebrannten Maronen.
Dazwischen spielten drei Buben auf ihren Flöten, schätzungsweise zehn, zwölf Jahre alt, mit schüchternen Augen. Eine einfache Melodie, die ich erkannte, aber nicht benennen konnte. Die Melodie hatte etwas von einem Auftakt – ein langsames Versprechen, dass das eigentliche Stück bald beginnt. Ich hielt inne.
Dann rempelte mich jemand von der Seite an. Keine Entschuldigung, kein Blick zurück. Das Flötenspiel endete abrupt. Die Buben waren von einer hektischen Gruppe auf die Seite gedrängt worden. Die Eltern stellten sich vor die Kinder. Ein alter Instinkt.
Eine seltsame Verschiebung lag in der Luft. Um mich herum ein dichter, zielgerichteter Strom aus Menschen, die etwas erledigten, das mit dem gewöhnlichen Weihnachtsstress nichts zu tun hatte. Sie drängten nicht zu den Ständen, sondern in die Lebensmittelgeschäfte.
Einer unangenehmen Ahnung folgend holte ich mein Smartphone heraus und rief die ORF-Seite auf. Ich hasste Nachrichten. Ein Regierungssprecher hatte vorsichtig auf etwaige Versorgungsengpässe hingewiesen – im Zusammenhang mit der unklaren Lage in Taiwan. Der Boulevard hatte daraus einen bevorstehenden Energielockdown gemacht. Für einen beachtlichen Teil unserer Mitbürger bedeutete dies: schnellstens in die Läden laufen.
Ich musste kurz lachen.
Ich steckte mein Smartphone ein und fuhr weiter. Auch ich musste einen Lebensmittelladen finden.
Ich brauchte Eier.
Es war stickig in dem kleinen Laden etwas außerhalb des Zentrums. Die Regale waren so eng aneinandergereiht, dass es mehr einer überfüllten Bibliothek als einem Supermarkt ähnelte. Eine Schlange zog sich vom Eingang bis zur Kassa. Alles, was man in Konserven kaufen konnte, war bereits vergriffen. Dafür schien das frische Obst kaum angetastet.
Ich schnappte mir einen Apfel. In der Genesis hatte das auch niemand für eine gute Idee gehalten.
Niemand redete. Alle bewegten sich konzentriert – wir hatten das schließlich zu Beginn des letzten Jahrzehnts geübt.
Nach ungefähr einer halben Stunde gelang es mir endlich, eine Packung Eier zu ergattern. Ich schob mich mit der Masse Richtung Kassa. Neben mir stand eine ältere Frau. Ihr Einkaufswagen war ein Meisterwerk der Krisenvorsorge: Konserven, Nudeln, Fertiggerichte systematisch geordnet, Klopapier, Öl – sie hatte an alles gedacht. Sie blickte auf meinen Apfel und die Packung Eier, dann auf mich. Ich erwiderte ihren Blick ruhig. Es war ein kurzer, stiller Austausch zwischen zwei Menschen mit vollkommen unterschiedlichen Überlebensstrategien – und sie hatte eindeutig die bessere.
Ich respektierte das.
Die Stelle am Inn kannte ich seit dem Studium. Sie lag abseits des Fahrradweges, hinter einer Biegung, wo das Ufer flach und uneben wurde und große Steine ins Wasser ragten. Hier hatte ich beinahe mein erstes Date mit Lisa versaut. Kein Mensch käme hier ohne Grund hin. Das war der Punkt.
Ich öffnete die Packung und nahm das erste Ei in die Hand. Es wog so gut wie nichts.
Der Inn war höher als sonst. Die Stürme der letzten Nacht hatten ihn anschwellen lassen. Bräunlich und breit zog er dahin – als folgte er einer Ordnung, die mit uns nicht viel zu tun hatte.
Ich holte aus – nicht dramatisch, sondern mit der entspannten Konzentration eines Mannes, der das schon oft und nur zu seinem eigenen Vergnügen getan hatte. Das Ei flog einen kurzen Bogen und traf den Stein mit einem Laut, der präzise zwischen Klatschen und Zerplatzen lag. Dotter und Schale. Vorhang.
Ich griff nach dem zweiten.
Nur der Inn. Die Steine.
Zwischen dem fünften und sechsten Klatsch bemerkte ich, dass ich aufgehört hatte, an irgendetwas zu denken – wie ein Betriebssystem, das neu startet und die Werkeinstellungen wiederherstellt.
Das war genug.
Beim letzten Ei – es war eine feste Regel, immer eines übrig zu lassen – hielt ich inne. Meine einzige feste Überzeugung: Jedes Ritual braucht einen Rest, der Geheimnis bleibt. Wahrscheinlich war ich betrunken.
Ich legte es zurück in die Packung, faltete sie sorgfältig zu und warf sie in die nächste Mülltonne.
Niemand wusste davon. Nicht einmal Lisa.
ich würde gerne das erste Kapitel nun vollständig teilen.
Es ist zumindest relativ finalisiert.
Dankbar für jedes Feedback!
AUSTRIA 2031
Es war der vorletzte Tag im November 2031. Ich hatte gerade noch einmal die Passage gelesen, mit der ich die Vorlesung beginnen wollte. Eine Schilderung des Novembers 1918, des Moments, in dem Karl I. auf die Ausübung seiner Regierungsgeschäfte verzichtet hatte. Noch nicht abdankte, wohlgemerkt, sondern nur zurücktrat. Vorläufig, wie er glaubte. Ich hatte die Textstelle gesondert in einem Notizbuch aufgeschrieben, nicht aus wissenschaftlichem Interesse, sondern weil mich dieser Moment schon seit Jahren nicht losließ. Hier hatte eine Epoche aufgehört zu glauben, dass sie das Recht hatte, weiterzumachen – und trotzdem weitergemacht.
Am Eingang zum Hörsaal warteten sie bereits.
Bereit wie eine kleine, selbsternannte Spezialeinheit des moralischen Widerstands. Eine Gruppe Studenten, die mich mit einer Mischung aus Empörung und kaltem Trotz fixierten, als sei ich das symbolische Ziel für ihren privaten Krieg gegen die verhasste Vergangenheit und alles, was sie als deprimierende Gegenwart wahrnahmen. Ich erkannte sie sofort, freute mich fast – es waren zumindest vertraute Gesichter. Ein blasser, lockenköpfiger Idealist, das Gesicht mit der gezielten Hingabe eines Revolutionsfetischisten geschminkt; daneben ein paar Dreadlocks, denen man ihre antimodischen, aber modisch oppositionellen Absichten schon von Weitem ansah. Die blonde Frau in der Mitte hielt ihren Blick erhoben, als hätte sie erkannt, Teil eines bedeutenden Augenblicks zu sein.
„Faschist!"
Das Wort strich ihr fast genüsslich über die Lippen, wie der Auftakt zu einem kathartischen Ritual – in ihrer Stimme entlud sich eine trockene Spannung. Die anderen wiederholten die Parole, in unterschiedlichen Tonlagen, fast wie ein vielstimmiger Choral, als wollten sie mich mit ihrem Gesang aus der Wirklichkeit bannen. Die Pappschilder hielten sie mir so dicht vor das Gesicht, dass ich die kunstvoll geschriebenen Parolen kaum entziffern konnte.
„Euer Schweigen ist Zustimmung!" Darunter, in einem knalligen Gelb: „Jetzt können wir endlich herausfinden, wie wir anstelle unserer Großeltern gehandelt hätten!"
Es war komisch, wie sie sich so vor mir aufbauten, als wäre ich eine Art letzter Teufel, den sie aus der Welt schaffen mussten. Ich machte ihnen keinen Vorwurf. Es musste doch ein Etwas geben, woran man sich festklammern konnte. Ein Etwas, das man noch tun konnte. Ein Etwas, irgendetwas, das den Tag von der bedrückenden Vorstellung einer endgültigen Katastrophe abschirmte.
Ich sah in ihren Gesichtern, dass sie es ernst meinten. Vielleicht ernster und aufrichtiger, als ihnen in jenem Moment selbst bewusst war. Manchmal war es so, als gäbe ich ihnen innerlich meinen traurigen Beifall. Denn es war nur der bescheidene Versuch, ein wenig Ordnung in das Chaos ihrer Generation zu bringen.
„Wir wollen Sie hier nicht, Trittstein! Verpissen Sie sich in die 1930er! Wir wollen ein freies, antifaschistisches 21. Jahrhundert!"
Ja. Das 21. Jahrhundert.
Ich sehnte mich nach einer Möglichkeit des Verzichtes. Auf die Nachrichten aus einer Welt, die ich nicht verstand. Auf die unerfüllten Bedürfnisse meines Privatlebens. Auf die Frage nach dem Sinn. In meiner Fantasie kehrte ich immer wieder zurück zu dem See. Ich fiel wieder. Oder ließ mich fallen. Dort, unter der Oberfläche, wartete es auf mich.
„Nazischwein!"
Die blonde junge Frau trat einen Schritt auf mich zu. Ihre grauen Augen wirkten enttäuscht.
„Schämen Sie sich, Herr Trittstein!"
Ich hatte mir längst angewöhnt, mich auf keine Diskussionen einzulassen. Es hatte keinen Sinn. Mit der Zeit begriff ich, dass ich für sie nie der eigentliche Protestgegenstand gewesen war, nur ein Ventil. In den sozialen Medien kursierten bereits Videos vergangener Auseinandersetzungen. Einige davon hatte ich gesehen. Titel wie „Junge Aktivistin stellt Naziprofessor zur Rede". Und noch beschämender: „Echter Professor zerstört verwirrte Linksradikale". Ein kümmerliches Schauspiel und ein Fragment des großen Kulturkampfes, nun dargeboten in einer kleinen Tiroler Universität.
Es widerte mich an.
Vor einem Jahr hatten sie sich das erste Mal gegen mich gewandt. Der Presse war ein früher Text von mir zugespielt worden. Eine Arbeit aus den jungen, unüberlegten Tagen meines Studiums, in der ich durchaus idiotisch die Präventivkriegstheorie relativiert hatte. Die These, dass Adolf Hitler lediglich einem bevorstehenden Angriff Stalins zuvorkam.
Es war ein dummes Spiel mit provozierenden Aussagen. Ich glaubte, damit einen besonders roten Professor ärgern zu müssen. Ein Fehler, für den ich mich auch nach knapp zwanzig Jahren noch schämte. Für meine Kritiker hatte dieser Text alles, was sie brauchten, um mich endgültig als Feindbild zu stilisieren.
Ich war nicht länger Dozent für Neue Zeitgeschichte. Ich war der „Kontroverse". Der „Unsensible". Der Dozent, der „ideologisch verdächtig daherkam". In ihren Augen ein Beweis dafür, dass eine zähe, unbelehrbare Form des Hitlerfaschismus noch immer durch die Gegenwart sickerte. Ich hatte meinen Fehler mehrmals öffentlich eingeräumt, klargestellt, dass ich diese Arbeit zutiefst bereute. Es machte keinen Unterschied.
„TRITT, TRITT, TRITT den Trittstein raus!"
Der Chor startete abrupt und überraschend getaktet. Sie hatten wohl geprobt.
„TRITT, TRITT, TRITT den Fascho raus!"
Einprägend.
„TRITT, TRITT, TRITT das Nazischwein raus!"
Es saß tief in meiner Brust. Unterdrückte Wut, Kontrollverlust, auch Scham.
Doch waren die Auftritte mit der Zeit immer schwächer geworden. Kein Vergleich zu den Stürmen vergangener Monate, wo selbst Journalisten vor den Hörsälen auf mich warteten. Darauf hatte mir mein Arzt ein Abführmittel verschrieben müssen.
Weiter hinten im Gang warteten meine Studenten. Sie blickten auf ihre Smartphones, die Demonstranten beeindruckten sie schon lange nicht mehr, sie warteten auf den Vorlesungsbeginn mit jener routinierten, leicht genervten Beiläufigkeit, wie man auf einen verspäteten Zug wartet.
Der lockenköpfige Aktivist kam abrupt auf mich zu, er hatte ein angespanntes Grinsen im Gesicht.
„Hau ab!"
Im nächsten Moment flog ein Schwall Wasser in mein Gesicht. Er warf mir weitere Beschimpfungen entgegen. Seine Stimme überschlug sich, er schien hysterisch, fast den Tränen nahe. Es ging plötzlich und unerwartet auch um die Amerikaner und Peking. Die Nachrichten aus der letzten Nacht mussten ihm zugesetzt haben. Er machte Menschen wie mich mitverantwortlich, dass die Welt wieder vor einem großen Knall stand. Ich hätte mich gerne mit ihm versöhnt, ihn beruhigt, mich erklärt. Doch die Ordnungshüter der Universität hatten sich im Hintergrund bereits positioniert. Mit einer kühlen Effizienz griffen sie ein. Sie packten den jungen Mann an den Oberarmen und zogen ihn mit einer Härte, die in keinem Verhältnis zu seinem schmächtigen Körper stand, in Richtung Ausgang. Er schrie bei jeder Berührung der Ordnungshüter, als würden ihre Hände Feuer auf seine Haut brennen.
Meine Studenten, die bisher wie unbeteiligte Statisten am Rand gestanden hatten, schienen durch die plötzliche Gewalt verunsichert. Die Gleichgültigkeit in ihren Gesichtern wich einer instinktiven Abneigung. Sie gingen auf Distanz zur Menge, als wollten sie mit diesem unkontrollierten Ausbruch von Gewalt und Emotion nichts zu tun haben.
Ich verspürte keine Genugtuung. Im Gegenteil. Es war, als bräuchte die Universität dieses Vorgehen, um die eigene Ohnmacht zu kaschieren.
Einen Moment lang herrschte eine unangenehme Stille. Das Wasser lief noch über mein Gesicht. Alle starrten mich erwartungsvoll an. Mir fehlten die Worte. In diesem Augenblick sah ich ihre jungen Gesichter. Und dennoch brachte ich nicht mehr zustande als eine halblaute, vage Entschuldigung. Anschließend wandte ich mich ab. Im Hörsaal war es kalt.
„Die meisten politischen Ordnungen entstehen nicht aus Überzeugung. Sie entstehen aus Erschöpfung."
Ich ließ den Satz wirken, bekam jedoch keine Reaktion. Alle starrten gebannt in die Bildschirme. In den hinteren Reihen gab es zumindest immer wieder hektisches Flüstern. Es waren ohnehin nicht einmal ein Drittel der Studenten erschienen. Dennoch musste ich mit meinem Vortrag weitermachen.
„Doch war es in jenem Moment der Niederlage 1918, der Erschöpfung, der Demütigung, dass etwas ganz Erstaunliches zustande kam. Denn das alte Österreich verging und etwas Neues begann."
Ich war müde. Wieder stellte ich mir die Frage nach dem Sinn. Was bedeutete 1918, wenn in der Nacht zuvor amerikanische Zivilschiffe in der Taiwanstraße versanken. Das große Ringen des 21. Jahrhunderts hatte den nächsten Schritt gewagt. Die Bilder der rauchenden Schiffe gingen um die Welt.
Ich beschränkte mich auf das monotone Deklarieren der Fakten. Die Ausrufung der Republik. Der gescheiterte Anschlussversuch von 1919. Die Genfer Protokolle. Dann hörte ich plötzlich auf zu sprechen. Es war überflüssig.
„Den Rest erspare ich uns. Lassen Sie sich den Stoff von einer KI erklären – sie hat mehr Geduld als ich und vermutlich weniger revisionistische Tendenzen. Wir sehen uns kommende Woche. Sofern die Welt bis dahin nicht untergeht. Sollte es doch geschehen, melden Sie sich bitte ab. Dann könnte ich zumindest im Bett bleiben."
Die Vorlesung hatte noch keine zwanzig Minuten gedauert, doch es fühlte sich falsch an, weiterzumachen. Erst jetzt schien ich allmählich die volle Aufmerksamkeit zu erhalten. Eine junge Frau in der zweiten Reihe, ihre Unterarme mit kunstvollen Tätowierungen verziert, blickte zu mir auf und verzog den Mund zu einem verlegenen Lächeln. Es wirkte nicht spöttisch. Eher, als hätte man sie in ihrer Abwesenheit erwischt. Ich erwiderte das Lächeln und packte meine Sachen zusammen.
Ich zog meine Jacke an und marschierte abrupt aus dem Hörsaal. Beim Hinausgehen wurde mir klar, dass ich mich immer mehr in jene exzentrischen Dozenten verwandelte, über die ich mich als Student oft gewundert und manchmal auch geärgert hatte. Noch vor einigen Jahren hätte ich nie einfach eine Vorlesung abgebrochen. Doch heute schien es mir egal zu sein. Die Fakultät schien sich grundsätzlich zu freuen, je weniger ich zu sagen hatte. Für viele meiner Studenten war ich bereits der „Weirdo" aus dem Geschichtsseminar, für andere deutlich Schlimmeres.
Ich bemerkte, dass mich mein ruinierter Ruf weniger störte. Für einen Moment fand ich es durchaus lustig.
Draußen war es bereits dunkel. Ich saß auf meinem selbst zusammengeschraubten Fahrrad. Die Stoßstange in einem viel zu grellen Grün, die Griffe dazu in einem perfekt darauf abgestimmten, unpassenden Rot. Es sah aus wie ein geschmackloser Fremdkörper aus den 1980ern – mein ganzer Stolz. Ein Freund hatte mich vor Jahren zu einem Teambuilding-Event mit seinen Mitarbeitern mitgenommen – das eigene Fahrrad zusammenbasteln. Das passte zum Ethos seiner veganen Fleischfabrik. Der Flug nach Amsterdam passte eher weniger. Zu meinem eigenen Erstaunen war ich der Einzige, der Spaß daran hatte. Die meisten seiner Mitarbeiter waren vom Vorabend verkatert und schenkten den hypermotivierten Sprüchen meines Bekannten wenig Aufmerksamkeit. Ihm selbst fehlten die Handfertigkeit und die Geduld. Schließlich warf er die Werkzeuge beiseite und ging fluchend auf sein Hotelzimmer. Ich dagegen reiste als Einziger mit einem fertig montierten Fahrrad im Gepäck nach Hause. Daraufhin brach dieser Freund den Kontakt zu mir ab – ich hatte ihn wohl auf eine mir unverständliche Art vor seinen Mitarbeitern gedemütigt. Dafür hatte ich ein neues Fahrrad.
Dafür fuhr ich mit meiner Interpretation schlechten Geschmacks – und das war, in diesem Moment, nicht nichts.
Die vorweihnachtlichen Lichterketten über der Innsbrucker Innenstadt brannten noch. Ich fuhr langsam, das Fahrrad zwischen den Menschen hindurchschwenkend, an der Altstadt vorbei. Der Weihnachtsmarkt lief wie jedes Jahr – dieselben Stände, die markanten Gerüche von Glühwein und gebrannten Maronen.
Dazwischen spielten drei Buben auf ihren Flöten, schätzungsweise zehn, zwölf Jahre alt, mit schüchternen Augen. Eine einfache Melodie, die ich erkannte, aber nicht benennen konnte. Die Melodie hatte etwas von einem Auftakt – ein langsames Versprechen, dass das eigentliche Stück bald beginnt. Ich hielt inne.
Dann rempelte mich jemand von der Seite an. Keine Entschuldigung, kein Blick zurück. Das Flötenspiel endete abrupt. Die Buben waren von einer hektischen Gruppe auf die Seite gedrängt worden. Die Eltern stellten sich vor die Kinder. Ein alter Instinkt.
Eine seltsame Verschiebung lag in der Luft. Um mich herum ein dichter, zielgerichteter Strom aus Menschen, die etwas erledigten, das mit dem gewöhnlichen Weihnachtsstress nichts zu tun hatte. Sie drängten nicht zu den Ständen, sondern in die Lebensmittelgeschäfte.
Einer unangenehmen Ahnung folgend holte ich mein Smartphone heraus und rief die ORF-Seite auf. Ich hasste Nachrichten. Ein Regierungssprecher hatte vorsichtig auf etwaige Versorgungsengpässe hingewiesen – im Zusammenhang mit der unklaren Lage in Taiwan. Der Boulevard hatte daraus einen bevorstehenden Energielockdown gemacht. Für einen beachtlichen Teil unserer Mitbürger bedeutete dies: schnellstens in die Läden laufen.
Ich musste kurz lachen.
Ich steckte mein Smartphone ein und fuhr weiter. Auch ich musste einen Lebensmittelladen finden.
Ich brauchte Eier.
Es war stickig in dem kleinen Laden etwas außerhalb des Zentrums. Die Regale waren so eng aneinandergereiht, dass es mehr einer überfüllten Bibliothek als einem Supermarkt ähnelte. Eine Schlange zog sich vom Eingang bis zur Kassa. Alles, was man in Konserven kaufen konnte, war bereits vergriffen. Dafür schien das frische Obst kaum angetastet.
Ich schnappte mir einen Apfel. In der Genesis hatte das auch niemand für eine gute Idee gehalten.
Niemand redete. Alle bewegten sich konzentriert – wir hatten das schließlich zu Beginn des letzten Jahrzehnts geübt.
Nach ungefähr einer halben Stunde gelang es mir endlich, eine Packung Eier zu ergattern. Ich schob mich mit der Masse Richtung Kassa. Neben mir stand eine ältere Frau. Ihr Einkaufswagen war ein Meisterwerk der Krisenvorsorge: Konserven, Nudeln, Fertiggerichte systematisch geordnet, Klopapier, Öl – sie hatte an alles gedacht. Sie blickte auf meinen Apfel und die Packung Eier, dann auf mich. Ich erwiderte ihren Blick ruhig. Es war ein kurzer, stiller Austausch zwischen zwei Menschen mit vollkommen unterschiedlichen Überlebensstrategien – und sie hatte eindeutig die bessere.
Ich respektierte das.
Die Stelle am Inn kannte ich seit dem Studium. Sie lag abseits des Fahrradweges, hinter einer Biegung, wo das Ufer flach und uneben wurde und große Steine ins Wasser ragten. Hier hatte ich beinahe mein erstes Date mit Lisa versaut. Kein Mensch käme hier ohne Grund hin. Das war der Punkt.
Ich öffnete die Packung und nahm das erste Ei in die Hand. Es wog so gut wie nichts.
Der Inn war höher als sonst. Die Stürme der letzten Nacht hatten ihn anschwellen lassen. Bräunlich und breit zog er dahin – als folgte er einer Ordnung, die mit uns nicht viel zu tun hatte.
Ich holte aus – nicht dramatisch, sondern mit der entspannten Konzentration eines Mannes, der das schon oft und nur zu seinem eigenen Vergnügen getan hatte. Das Ei flog einen kurzen Bogen und traf den Stein mit einem Laut, der präzise zwischen Klatschen und Zerplatzen lag. Dotter und Schale. Vorhang.
Ich griff nach dem zweiten.
Nur der Inn. Die Steine.
Zwischen dem fünften und sechsten Klatsch bemerkte ich, dass ich aufgehört hatte, an irgendetwas zu denken – wie ein Betriebssystem, das neu startet und die Werkeinstellungen wiederherstellt.
Das war genug.
Beim letzten Ei – es war eine feste Regel, immer eines übrig zu lassen – hielt ich inne. Meine einzige feste Überzeugung: Jedes Ritual braucht einen Rest, der Geheimnis bleibt. Wahrscheinlich war ich betrunken.
Ich legte es zurück in die Packung, faltete sie sorgfältig zu und warf sie in die nächste Mülltonne.
Niemand wusste davon. Nicht einmal Lisa.
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