Rückschnitt

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Die Minze ist schwarz
an den Rändern.
Zwischen den Stängeln
Spinnfäden,
an denen Nässe hängt.

Ich schneide zurück,
was über den Topf wuchert.

So tief im Jahr
noch ein grünes Inneres,
feucht
an der Schnittstelle.

Du strichst im Vorübergehen
mit der Hand darüber.
Lange blieb Duft
an allem,
was du berührtest.

Ich zerreibe
das letzte Blatt.

An meinen Fingern
stirbt der Geruch
des Sommers.
 

wiesner

Mitglied
Die letzte Strophe will mir auch das Ende einer Liebe zeigen ...
Aber Zurückschneiden genügt oft für das Neue.
Das Wuchern über den Topf (hinaus) - ein wacher Interpretationsraum ... sehr gut!

Ein schönes Gedicht!

Gruß
Béla
 
Lieber Béla,

wie schön, dass du so aufmerksam in das Gedicht hineinliest. Das Ende einer Liebe klingt in der letzten Strophe durchaus mit. Deinen Gedanken, dass ein Rückschnitt auch Raum für Neues schafft, mag ich sehr – das grüne Innere ist ja noch da.

Und dass du gerade im Wuchern über den Topf hinaus einen offenen Deutungsraum findest, freut mich besonders. Danke für deine warmen Worte und die Sterne, natürlich!

Liebe Grüße
Chandrika
 



 
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