Ruhe

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Walther

Mitglied
Ruhe


Dort oben auf dem Himmelszelt,
Da spiegelt sich die kleine Welt.
Sie dreht sich, ziert sich, zieht die Bahn,
Und, eines Tages, kommt sie an.

Die Wolken kommen, wie sie gehen,
Zu manchen Tagen kann man sehn,
Wie Vögel Formationen fliegen,
Bevor die Winterwinde siegen.

Dem Mann, der auf dem Hügel steht,
Hat eine Bö den Bart verweht.
Er hält die Hand vor müde Augen,
Die aus den Weiten Ruhe saugen.
 

Tula

Mitglied
Hallo Walther

finde ich gelungen, vor allem der vewehte Bart hat es mir angetan :) (wo ich selbst keinen habe)

in der ersten Strophe habe ich einen leisen Zweifel, denn von unten gesehen, sollte es nicht 'auf' dem Zelt sein, sondern 'am' (?), auch das Spiegeln scheint mir 'am' zu verlangen (obwohl man auch sagt 'auf der Wasseroberfläche spiegelt sich dies und jenes'

Wie auch immer

LG
Tula
 

Carina M.

Mitglied
Hallo Walther,

mir gefällt es auch ausgesprochen gut.
Mir kam ein Bild von Caspar David Friedrich in den Sinn, den man auch den Poeten der Malerei nennt, in den Sinn.
Wie kostbar ist in der heutigen Zeit Ruhe geworden, wohl dem, der auch mal abschalten kann.

Ich wünsche dir einen entspannten Sonntag.
Lieben Gruß,
Carina
 

Walther

Mitglied
Lb Tula,

danke für deinen freundlichen eintrag. das "auf dem" hat mir der natur der "welt" zu tun, um die es sich handelt - es ist die sog. "eigene". ;)

sagen wir mal, das eine oder andere sei expressionistisch.

lg W.
 

Walther

Mitglied
Lb Carina,

um diese "Ruhe", die du beschreibst, geht es. kontemplieren haben wir verlernt.

danke fürs lesen, kommentieren und werten!

lg W.
 

anbas

Mitglied
Hi Walther,

"Bahn/an" - nun ja, da will ich mal drüber hinwegsehen ;).

Hier aber solltest Du Dich beim Reim entscheiden, finde ich:
Die Wolken kommen, wie sie gehen,
Zu manchen Tagen kann man sehn,
also "gehen/sehen" oder "gehn/sehn".

Liebe Grüße

Andreas


...ach ja ... für mich klingt "An manchen Tagen..." irgendwie besser - aber das ist sicherlich auch eine Frage des Geschmacks ;).
 

Walther

Mitglied
Ruhe


Dort oben auf dem Himmelszelt,
Da spiegelt sich die kleine Welt.
Sie dreht sich, ziert sich, zieht die Bahn,
Und, eines Tages, kommt sie an.

Die Wolken kommen, wie sie gehn,
Zu manchen Tagen kann man sehn,
Wie Vögel Formationen fliegen,
Bevor die Winterwinde siegen.

Dem Mann, der auf dem Hügel steht,
Hat eine Bö den Bart verweht.
Er hält die Hand vor müde Augen,
Die aus den Weiten Ruhe saugen.
 

Walther

Mitglied
Ruhe


Dort oben auf dem Himmelszelt,
Da spiegelt sich die kleine Welt.
Sie dreht sich, ziert sich, zieht die Bahn,
Und, eines Tages, kommt sie an.

Die Wolken kommen, wie sie gehn,
An manchen Tagen kann man sehn,
Wie Vögel Formationen fliegen,
Bevor die Winterwinde siegen.

Dem Mann, der auf dem Hügel steht,
Hat eine Bö den Bart verweht.
Er hält die Hand vor müde Augen,
Die aus den Weiten Ruhe saugen.
 

JoteS

Foren-Redakteur - tippende Inquisition
Teammitglied
Der Reim hat ahn auf an hat übrigens Tradition:



Es steht ein Wirtshaus an der Lahn.
Da kehren alle Fuhrleut an.

Die Wirtin hat viel Breite,

und wer sein Bier nicht zahlen will,

sucht besser schnell das Weite.
 

Walther

Mitglied
lb Marie-Luise,

da es sich um eine projektion der "Welt" handelt, ist das "auf dem Himmelszelt" korrekt. die verbindung zu bildern Caspar David Friedrichs ist beabsichtigt und erwünscht.

man kann mit worten stimmungen und bilder malen. der text ist ein versuch, das zu tun.

danke vielmals fürs reinlesen, verlinken und kommentieren!

lg W.
 

molly

Mitglied
Hallo Walther,

Für mich ist Dein Text ein sehr schönes Herbstgedicht, Tiere fliehen vor dem Winter, der Mann hat müde Augen.

Die Stelle gefällt mir besonders:

"Wie Vögel Formationen fliegen,
Bevor die Winterwinde siegen."

Sehr gern gelesen :)

Viele Grüße

molly
 

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