samum

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Label

Mitglied
Lieber Herbert

auch wenn ich sozusagen der Entstehung dieses Gedichts fast zusehen konnte (Lupanum) und sich auf die augenblicklichen Vorgänge um GG bezieht, ist es ein zeitloser Text, ebenso die grassroots (engl. grass/herbage) ;)
der eine tiefe Weisheit in sich birgt.
Mich mutet dein Gedicht nahezu biblisch an - enthält ja auch bekannte Gleichnisse, die neu sortiert eine alte Wahrheit sprechen.

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Label
 

Vera-Lena

Mitglied
Lieber Herbert,

das Goethezitat aus den Wahlverwandschaften hast Du durch Anführungszeichen deutlich gemacht. Es heißt da weiterhin "Und die Gesinnungen ändern sich gewiss in einem Lande, wo Tiger und Elefanten zu Hause sind."

Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste, um die Prüfungen zu bestehen, die notwendig waren, damit er reinen Herzens seine Mission als Menschheitslehrer antreten konnte.

Der Rufer in der Wüste aber war Johannes der Täufer.

Das Land, wo Honig fließt ist Palästina.

Die Heuschreckenplage ereignete sich in Ägypten zu biblischen Zeiten.

Die grassroots beziehen sich auf Günther Grass.

Ich denke mal, lieber Herbert, dass Du die übertriebenen Behauptungen von Grass, nämlich, dass Israel die Absicht habe, den Iran atomar zu zerstören auf die Sandschippe nimmst.

Grass als einsamer Rufer in der Wüste, vielmehr sein Gedicht, wird nicht länger als 40 Tage überdauern und die Einstellungen dazu sind heute so und morgen so.

Auf diese Weise lese ich Deinen Text. Bin mir aber nicht sicher, ob Du es anders meinst.

Liebe Grüße
Vera-Lena
 
F

Fettauge

Gast
Meine Lieben, ich glaube nicht, dass Grass und sein Gedicht nach 40 Tagen vergessen ist, dazu sind die Getroffenen viel zu blessiert. Gruß, Fettauge
 

Vera-Lena

Mitglied
Liebes Fettauge,

die Sache mit den 40 Tagen ist natürlich reine Spekulation. Mit der Verletztheit der Betroffenen hast Du natürlich Recht. Ich glaube auch, dass Herbert die Zahl 40 eher symbolisch gemeint hat, eben als eine Zeit der Prüfungen, die es zu bestehen gibt.

Liebe Grüße
Vera-Lena
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Vera-Lena,

die Idee zu diesem kleinen Gedicht kam mir waehrend der Diskussion im Forum Lupanum, wo ich einen Teil auch schon aehnlich schrieb. Die 40 Tage - eine Anspielung auf den Rufer, natuerlich, den man als Grass sehen kann, wenn man will... Ob diese Frist fuer den Grass-Rummel reicht, will ich doch hoffen, bleibt aber noch abzuwarten.

Die Tiger und Elefanten habe ich in einem Sonett von gestern - http://www.leselupe.de/lw/titel-Einsichten-Petrarcasonett-107743.htm - gleich weiterverwendet, das ich schon schrieb, als ich Deinen Eintrag hier noch nicht gesehen hatte :)

Kurz: Du hast vollstaendig recht, wie so oft.

Liebe Gruesse

Herbert
 

HerbertH

Mitglied
Liebe Label,

die Wueste ist ein guter Ort, sich auf das Wesentliche zu besinnen. Vielleicht ist das der Grund, weshalb die Wueste auch in der Bibel verwendet wurde. Zumal sie den ersten Lesern auch raeumlich viel naeher lag.

In der Sahara war ich leider noch nie in personam, nur in der Atacama. Aber das Grundgefuehl "Wueste" ist auch dort spuerbar gewesen. Und es wird in vielen Buechern gut nachvollziehbar nachgestellt.

Du hast natuerlich recht: Anstoss gab die Diskussion im Lupanum.

Um so besser, wenn ich die Thematik trotzdem etwas entkoppeln konnte :).

Liebe Gruesse

Herbert
 

Carina M.

Mitglied
Und somit, lieber Herbert,
ist aus all dem *Grasslichen, etwas Feines und Eindrucksvolles entstanden.
Sehr gut.
Prädikat wertvoll.

Lieben Gruß,
Carina
 

HerbertH

Mitglied
die sanddünen in der wüste
sind auch hochgewellte berge

allein
grassroots findet man da
sehr selten

der samum frisst
nach vierzig honig-und-heuschrecken-tagen
den einsamen rufer
bis auf die knochen

"Es wandelt niemand ungestraft unter Palmen"
 

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