Schweigst laut (gelöscht)

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Mondnein

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Wunderbar, Walther!,

schön knapp und dicht.

Die vorletzte Zeile klingt ziemlich gekalauert, vor allem durch den Binnenreim. Kalauer sind ja auch die Wendungen davor, mehr oder weniger, das ist ein Spiel, ja.
Aber dieser Binnenreim, - vielleicht soll der Vers an das berühmte Kiderlen-Kompliment erinnern ("Und dann sind Sie auch noch so schön!"), das durch die so angesprochene Dame (Sawsan Chebli) in eine Peinlichkeit ("Sexismus") verdreht worden ist.

grusz, hansz
 

Walther

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lb Hansz

vielen lieben dank dafür. sprache muß freude machen und manchmal über die stränge schlagen. :)

die hilflosigkeit des männlichen menschenaffen greift oft in eine solche kiste - besser kann man das kaum zugeben, ohne zu offensichtlich dazu zu stehen.

lg W.

ps.: bitte verezih mir meine deutlichen worte von soeben. ich bin manchmal ein wenig rigoros, wenn es um die so geliebte poesie geht! sie bedarf der förderung und der verteidigung. ich habe gerade ca. 200 zusendungen bearbeitet, da ist die empfindsame poetenseele etwas wundgescheuert ob der vielen sprachverbrechen an der lyrik, die man da ertragen muß ...
 

Mondnein

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Lieber Walther,
da ist nichts zu "verzeihen", denn Du hast völlig recht.
Ich wünsche mir für meine Gedichte unbedingt eine genaue Kritik, denn ohne die ist eine genaue Würdigung nicht möglich.

Ich selber bin ja nicht Herausgeber oder Lektor innerhalb eines poetolotischen Rahmens o.ä., dadurch ergeben sich völlig andere Wertungswege. Ein "nichtherausgebender" Teilnehmer in der Leselupe bekommt ein Zehnpunktewertungssystem an die Hand, eine Waffe, und es passiert, was dann passieren muß: Es gibt Tote und Verletzte, und viel zu viele davon unschuldig. Rache und Angst, Selbstüberschützung und ästhetischer Reiz bestimmen die Wertungen und Kommentare. Eben nicht nur der ästhetische Reiz.

Der ist andererseits nicht leicht bestimmbar.
Und es gibt viele Gesichtspunkte, ich meine jetzt die nennbaren, erklärbaren, argumentierenden, die impulsiven mal außer Acht gelassen.

Es ist möglich, real, in gewisser Weise sogar notwendig, daß auch argumentierende Einschätzungen einander widersprechen. Dann wirds spannend.

Gerechtigkeit ist gut, wünschenswert, für Herausgeber notwendig. Gnade, scherzhafte Zusprüche, Suchen des Goldkorns im Schlamm, ein bißchen "Zuviel des Guten" einspeisen usw., das ist Sache der Laien, denen man den Revolver in die Hand gedrückt hat, oder sogar eine automatische Waffe. Ich habe noch vorige Woche ein paar Zehner um mich geworfen - was sollte ich sonst auch tun, nachdem sich das Wertungssystem in den letzten Monaten, vielleicht Jahren (?), so komisch verpurzelt hat, ... was soll man da tun?

Eine große Freude gibt es - aber das ist außerhalb der Lelu: Der Büchnerpreis für Jan Wagner.

grusz, hansz
 

Walther

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lb Hansz,
mit der zeit bekommt man durch übung schon ein untrügliches gefühl, wann sich lesen und bewerten lohnt. ich halte mich zurück, weil mir auch die zeit fehlt - und weil ich den streit nicht mehr ertrage, der sehr oft ausbricht, wenn man einem autor einmal eine klare einschätzung seines vemögens mitgibt.
du bist ein herausragender poet, der allerdings seinen lesern immer wieder sehr viel (vllcht. zu viel?) abverlangt.
bitte sieh mir nach, daß ich nicht alle deine texte "werten" kann. ich komme gerade kaum zu lesen, und du bist dafür immer eine erste adresse.
lg W.
 
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