Schwinge aus Blei

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Komm!
wir färben die meere rot
und mit rot
wird geritzt
in die sehne der see

nur du und ich mein klavier
aus blei
aus blei mein stift und papier

Komm!
wir brechen den tag entzwei
sind so tief
in der glut
mit dem finger der schlief

nur du und ich mein klavier
aus blei
aus blei mein stift und papier

Komm!
wir holen die zeit noch ein
sie glaubt sich
hier ruß
und nicht asche zu sein

nur du und ich mein klavier
aus blei
aus blei mein stift und papier
 
Ich war mir unsicher, in welche lyrische Rubrik es denn am besten passt.
Ich selbst sage mir seit gestern, dass die dritte Strophe, und vor allem die dritte Wiederholung, zu fiel ist. Dennoch war es das Original, mal sehen, wie das andere einschätzen.
 

Ralf Langer

Mitglied
Hallo,

mir gefällt beinahe ausnahmslos der Rhythmus in deinem Gedicht. Ich empfinde die Wiederholungen in sich stimmig und für das Gedicht auch relevant. Das würde ich beibehalten.

Einen Stolperer habe ich bei "Ruß und nicht Asche":

Die beiden Worte sind mir zu bedeutungsnah für einen im Text behaupteten Widerspruch. Ich empfände hier "Glut und nicht Asche" als stimmiger.
Jedenfalls kann ich diese Zeile nicht deuten.
Insgesamt aber gut geetztes Werk.
Hat mir gefallen

Lg
Ralf
 
Auch hier danke ich für den Kommentar.
Gut, dass jemand die Musik in den Werken hören kann; dann habe ich sie mir nicht bloß eingebildet.

Ja, die dritte Strophe (die Wiederholungen ausgeschlossen)...sie stört mich auch.
Mit "Ruß und nicht Asche" wollte ich eigentlich sagen, dass sie sich für unfruchtbar hält. Sowohl Ruß, als auch Asche sind ja Produkte der Flammen (wie immer man diese im Kontext deuten möchte), aus Ruß aber wächst nichts mehr, Asche ist hingegen der beste Dünger überhaupt.
Auch melodisch funktioniert sie nicht.
Ich überlege noch ein wenig mehr, vielleicht muss ich das Spiel mit Ruß und Asche loslassen...
 

Ralf Langer

Mitglied
Ah danke für die Erklärung, ich befürchte das erkennt kaum jemand ohne deine Erklärung. da findet sich bestimmt ein besseres Bild.

Aber die Idee hinter dem Bild ist gut gedacht. Die Idee würde ich nicht fallen lassen.
Andererseits jetzt wo ich es weiß, finde ich doch gefallen am Bild...

So ist das mit der Dichtung

LG
Ralf
 

Mondnein

Mitglied
Ruß dient in der Tusche dem Malen von Bildern. Sesshu. Überhaupt die Zenmeister,

siehe Hanshan und Shihtê

beim Nicht-Schreiben von Nicht-Gedichten, in Nicht-Tinte.
 

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