sekunden der wahrheit

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HerbertH

Mitglied
sekunden der wahrheit

sind selten
gefangen in vorbehalts
netzen

in welten
der klarheit
zerfasern jetzt

tausendstel unterhalts
teile und keile
beengender mauern

zerfetzt

lügen und spinnen
gespinste
zu fetzen

dauern

zerrinnen
gewinste

gelten
ohne bedauern
für eine weile


---------------------------

urfassung



sekunden der wahrheit

sind selten
gefangen in vorbehalts
netzen
in aller klarheit
rinnen jetzt
tausendstel teile
zersetzen
beengender mauern
zerfetzte
lügen und spinnen
gespinste
zu fetzen

--------------------------------------------------------
 

Mondnein

Mitglied
oh! äh!

Die Urfassung ist hilfreich, da der Satzbau gleich verständlich wird; das heißt natürlich nicht, daß die überarbeitete, zergliederte, aufgebrochene Version hinter der Ausgangsfassung zurückbleibt; das ist Sache des Lesers, die Reife des Lieds mitzuvollziehen.

eine Kleinigkeit: "zerfetzt" "zu fetzen" - Wortwiederholung wie ein rührender Reim, ich würde sie vermeiden, also eines der beiden Wörter ersetzen, etwa durch das "zersetzt" der Urfassung oh.äh.

ein gutes Stück, wie immer bei Dir.
 

HerbertH

Mitglied
sekunden der wahrheit

sind selten
gefangen in vorbehalts
netzen

in welten
der klarheit
zerfasern jetzt

tausendstel unterhalts
teile und keile
beengender mauern

zersetzen

lügen und spinnen
gespinste
zu fetzen

dauern

zerrinnen
gewinste

gelten
ohne bedauern
für eine weile


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urfassung



sekunden der wahrheit

sind selten
gefangen in vorbehalts
netzen
in aller klarheit
rinnen jetzt
tausendstel teile
zersetzen
beengender mauern
zerfetzte
lügen und spinnen
gespinste
zu fetzen

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HerbertH

Mitglied
lieber mondnein,

danke für den Tipp. Habe ich gleich umgesetzt.

Die Urfassung und die andere - weil ich mir nicht klar war, welche wirklich besser ist, habe ich beide eingestellt.

Die Urfassung hat noch mehr "etz" (zersetzen zerfetzte zu fetzen), was aber im Rückblick nicht so "schlimm" ist, wie ich zunächst dachte. Bei der anderen Fassung habe ich versucht, mehr Reime einzubringen, was auch den Inhalt beeinflusst hat.

Ich bin gespannt, ob es zu beiden Fassungen vergleichende Meinungen gibt.

Herzliche Grüße

Herbert
 
Bei Deinem Gedicht denke ich zuerst an den Ausdruck "intuitiv". Auch Begriffe wie "carpe diem" und Achtsamkeit fallen mir nun ein.
Die Urfassung liest sich für ich lockerer.
Die doppelte Verwendung des Ausdrucks =zer-fetzen" stört mich nicht allzu sehr.
Ein interessantes Gedicht, das Lust auf mehr macht.

Schöne Grüße
Rhondaly
 

HerbertH

Mitglied
Hallo Rhondaly,

Interessant und überraschend fand ich Dein "intuitiv". Das trifft wahrscheinlich für die Urfassung besonders zu. Achtsamkeit hätte ich schon eher selbst auch assoziiert.

Die andere Fassung ist von mir deutlich mehr durch die "Verbesserungsmühle" gedreht worden. Vielleicht hat sie dadurch an Spontaneität verloren.

Danke, dass Du Deine Leseeindrücke geschildert hast.

Herzliche Grüße

Herbert
 

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