Selbstbildnis

anemone

Mitglied
Ich bin ein Mann, ich schenke dir
jetzt mal ein Selbstbildnis von mir:

Zuerst zeig ich dir meine Zähne.
Nebenbei vielleicht erwähne
ich noch, daß blaue Augen blicken
in das, was mich einst tat entzücken,
denn die Pupillen sehn mich lachen,
denk ich an all die mundig Sachen,
wenn sie beschauen meine Lippen:
ich spür sie noch den Rotwein nippen.

Ach ja, natürlich meine Nase;
stell sie dir vor, mein Name: Hase!
Sehr lang und spitz ich sie besitz.
Der Höcker auf des Nasens Mitte
trägt meine Brille und ich bitte
dich sehr, sie mir nicht fortzunehmen,
sonst muß ich mich sicherlich schämen,
weil ich nichts mehr erkennen kann,
bin dann ein blind gewordner Mann.

Vergaß ich noch das Kinn am Ende?
Das man ’s nicht sieht, dazu verschwende
Ich diese Haare meines Bartes.
Sie kitzeln gerne etwas Zartes.
Den Mund erwähne ich zum Schluß,
bereit zu geben einen Kuß
nur der, die mir die Liebste sei.
Ob du es wirst? Bist du dabei?

Diese Beschreibung geb’ ich dir
Mit schönen Grüßen jetzt von mir,
 

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