Selene

friedi_fx

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Die Glasscheibe unter seinen Füßen zitterte.

Eins.

Er hob das Handgelenk vor die Brust und prüfte die Ziffern auf dem Display. Noch vier Minuten. Ruhig atmen, sagte er in Gedanken zu sich selbst. Kondenswasser rann vom Visier hinab und zerschnitt sein Spiegelbild. Der Raum bebte, diesmal bis in die Knochen.

Zwei.

Er legte seine Handfläche auf die stählerne Wand. Jetzt nicht den Halt verlieren. Rotes Warnlicht blinkte auf dem Display. Er zog den Arm zurück und sah auf die Anzeige. Grünes Licht.

Ganz entspannt bleiben. Die nächste Erschütterung ließ den gesamten Raum vibrieren.

Drei.

Gern hätte er jetzt noch einmal auf das Foto geschaut, Selenes Blick hatte etwas tief Beruhigendes. Wieder sprang der Bildschirm auf rot. Nicht an Zuhause denken. In Erwartung des vierten Bebens zogen sich seine Muskeln zusammen. Die Metallplatten rasselten und es dröhnte nun von ganz nah.

Vier.

Er blickte auf die Nummer an seiner Brust, als hätte er sie je vergessen können. Fünf, klar und deutlich im Schutzblech des Anzugs graviert. Prüfend zog er am Kabel, das von seinen Schultern bis zur Decke verlief. Alles in Ordnung, redete er sich zu. Das Zittern kam diesmal aus seiner Brust. Sein Atem stockte, als er hinabsah, wo die Sterne unter seinen Stiefeln vorbeiglitten. Das Visier verdunkelte sich, gleißendes Licht strömte durch die Scheibe und er sah zum ersten Mal sein unvermeidliches Ziel. Die Raumkapsel drehte sich geräuschlos.

Fünf.

Freier Fall,
augenblickliche Eiseskälte,
Warnlampen, Störsignale, Alarmlaute.
Nichts konnte ihn jetzt bremsen, er hing wie eine Spinne am Faden. Partikel hagelten auf die Hülle des Anzugs. Kristallines Knistern, funkelnder Regen aus Sternenstaub, Nadelstiche im dünnen Metall. Das Kondenswasser gefror, bildete Schneeflockenmuster am Rand des Visiers und ließ nur einen schmal umzackten Korridor in der Mitte des Blickfelds frei. Farbe blätterte von der Verkleidung, rasiermesserdünne Kratzer schnitten durch den Strahlenschutz des Helms.
Sein Herz bebte, Todesangst hämmerte ihm durch die Brust. Verzweifelt rief er sich das verschwommene Bild Selenes in Erinnerung. Für einen Moment sahen seine Augen direkt in ihre, als er bemerkte, worauf sie wirklich gerichtet waren.
Das supermassive Schwarze Loch breitete sich in unermesslichen Dimensionen vor ihm aus.
Raum und Zeit, Licht und Finsternis ineinander verschlungen zu einem zyklopischen Möbiusband, dessen alleinige Existenz die Sinne betäubte.
Er kappte das Kabel, hörte die Stille und vergaß die Mission im Angesicht des Giganten.
Gleich würde er bei ihr sein.
Selene.
Augen, in denen sich die Sterne spiegelten.
Er umarmte sie und die Nummern, die sie beide trugen, verloren jegliche Bedeutung.
 

jon

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Als Studie/Szene ganz okay, allerdings am Ende zu überladen und mit merkwürdigen/falschen Absätzen, unter denen der Textrhythmus ein wenig leidet. Letzteres ist insofern schade, als mir der Sound eigentlich sehr gut gefällt. Einen ganzen Roman würde ich so nicht lesen wollen, aber für eine Szene (eine solche zumal) finde ich es passend.

Grundlegender Fehler: Absätze bei online-Texten immer mit oder immer ohne Leerzeile. (Print immer ohne)

Was passiert, bleibt rätselhaft. Er stürzt sich in ein Schwarzes Loch – okay. Warum? Nur erahnbar. Was passiert in der Passage, in der gezählt wird? Völlig unklar.

Im Detail:
Er hob das Handgelenk vor die Brust und prüfte die Ziffern auf dem Display. Noch vier Minuten. Ruhig atmen, sagte er in Gedanken zu sich selbst. Kondenswasser rann vom Visier hinab und zerschnitt sein Spiegelbild. ABSATZ Der Raum bebte, diesmal bis in die Knochen.
  • Das kann nur Kondenswasser aus seinem Atem sein. Es ist technologisch sehr fragwürdig, wenn sich das am Visier niederschlagen (und später gefieren) kann: Bei jedem Raumeinsatz wäre die Sicht des Astronauten binnen Sekunden so getrübt, dass er praktisch blind ist.
  • Wo spiegelt er sich?
  • Der Raum hat Knochen?

Er legte seine Handfläche auf die stählerne Wand. Jetzt nicht den Halt verlieren. Rotes Warnlicht blinkte auf dem Display. Er zog den Arm zurück und sah auf die Anzeige. Grünes Licht.KEIN ABSATZ

Ganz entspannt bleiben. ABSATZ Die nächste Erschütterung ließ den gesamten Raum vibrieren.

Gern hätte er jetzt noch einmal auf das Foto geschaut, Selenes Blick hatte etwas tief Beruhigendes. ABSATZ Wieder sprang der Bildschirm auf rotRot. Nicht an Zuhausezu Hause oder zuhause denken. In Erwartung des vierten Bebens zogen sich seine Muskeln zusammen. Die Metallplatten rasselten und es dröhnte nun von ganz nah.
  • Welche Metallplatten?

Er blickte auf die Nummer an seiner Brust, als hätte er sie je vergessen können. Fünf, klar und deutlich imins (oder im Blech eingraviert) Schutzblech des Anzugs graviert. Prüfend zog er am Kabel, das von seinen Schultern bis zur Decke verlief. Alles in Ordnung, redete er sich zu. Das Zittern kam diesmal aus seiner Brust. Sein Atem stockte, als er hinabsah, wo die Sterne unter seinen Stiefeln vorbeiglitten. Das Visier verdunkelte sich, gleißendes Licht strömte durch die Scheibe und er sah zum ersten Mal sein unvermeidliches Ziel. Die Raumkapsel drehte sich geräuschlos.
  • Man kann auf etwas an der eigenen Brust sehen, ja. Aber nicht, wenn man in einem Raumanzug steckt.
  • Schutzblech? Klingt, als hätte er sich ein separates Blech vo den Latz geschnallt.
  • Das Wort „bis“ benutzt man in diesem Zusammenhang eigentlich nur, wenn man verdeutlichen will, dass eine nennenswert große Distanz überspannt wird, oder wenn (hier) das Seil über mehrere Stationen läuft.


Freier Fall,KEIN ABSATZ
augenblickliche Eiseskälte,KEIN ABSATZ
Warnlampen, Störsignale, Alarmlaute.
Nichts konnte ihn jetzt bremsen, er hing wie eine Spinne am Faden. Partikel hagelten auf die Hülle des Anzugs. Kristallines Knistern, funkelnder Regen aus Sternenstaub, Nadelstiche im dünnen Metall. Das Kondenswasser gefror, bildete Schneeflockenmuster am Rand des Visiers und ließ nur einen schmal umzackten Korridor in der Mitte des Blickfelds frei. Farbe blätterte von der Verkleidung, rasiermesserdünne Kratzer schnitten durch den Strahlenschutz des Helms.
Sein Herz bebte, Todesangst hämmerte ihm durch die Brust. Verzweifelt rief er sich das verschwommene Bild Selenes in Erinnerung. Für einen Moment sahen seine Augen direkt in ihre, als er bemerkte, worauf sie wirklich gerichtet waren.
Das supermassive Schwarze Loch breitete sich in unermesslichen Dimensionen vor ihm aus.
Raum und Zeit, Licht und Finsternis ineinander verschlungen zu einem zyklopischen Möbiusband, dessen alleinige Existenz die Sinne betäubte.
Er kappte das Kabel, hörte die Stille und vergaß die Mission im Angesicht des Giganten.
Gleich würde er bei ihr sein.
Selene.
Augen, in denen sich die Sterne spiegelten.
Er umarmte sie und die Nummern, die sie beide trugen, verloren jegliche Bedeutung.
  • Was für Störsignale? Was stören die?
  • Also bremst ihn der „Faden“ …
  • Was für dünnes Metall? Das des Schutzbleches? Wenn das so dünn ist, schützt es nur mäßig, oder?
  • Von welcher Verkleidung?
  • Das Wort „als“ zeigt Gleichzeitigkeit an – entweder er „sieht“ Selenes Augen oder das Schwarze Loch.
  • Deutsch heißt es „supermassereiches Schwarzes Loch", englisch „supermassiv Black Hole" – nicht die Sprachen mischen!
  • Wieso sollte die Dimension unermesslich sein? Kann sein, dass er sehr nah ist und die Dimension nicht überschauen kann - das ist aber was anderes.
  • Der Satz mit dem Möbiusband klingt zwar bombastisch, ergibt aber nicht wirklich Sinn/kein Bild.
  • Welches Kabel? Meinst du das, was vorhin noch Seil hieß?
  • Ach, er hatte eine Mission??
  • Er umarmt wen/was? Selenes Augen? Selene? Hat er sie eingeholt, wenn ja: wie?
  • Welche Nummern trugen sie denn? Er die 5, okay. Und sie? Und was ist so markant an der Bedeutung gewesen, dass der (angebliche) Verlust so erheblich ist, dass er in dieser bombastischen Szene erwähnt wird?
 



 
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