sinken (Sonett)

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HerbertH

Mitglied
sinken

ich steh mit bloßen füßen tief im sand
von salz umspült sind jetzt schon meine knöchel
ich reg mich nicht aus angst dass ich verröchel
und spür der wind leckt an der nassen hand
und kühlt den puls bis zum sekundenschlag
bis blut und schwarze kälte sich bekriegen
die zeit steht stille drum wird keiner siegen
was niemand weiß und niemand glauben mag

ich sinne nach und weiß so grad zu leben
als pfahl auf dem die großen möven sitzen
und wage nicht trotz angst auch nur zu beben
nichts bleibt mir statt zu zittern als zu schwitzen
und müsste ich die lider etwas heben
würd mir manch scharfer schnabel haut zerritzen
 

HerbertH

Mitglied
sinken

ich steh mit bloßen füßen tief im sand
von salz umspült sind jetzt schon meine knöchel
ich reg mich nicht aus furcht dass ich verröchel
und spür der wind leckt an der nassen hand
und kühlt den puls bis zum sekundenschlag
bis blut und schwarze kälte sich bekriegen
die zeit steht stille drum wird keiner siegen
was niemand weiß und niemand glauben mag

ich sinne nach und weiß so grad zu leben
als pfahl auf dem die großen möven sitzen
und wage nicht trotz angst auch nur zu beben
nichts bleibt mir statt zu zittern als zu schwitzen
und müsste ich die lider etwas heben
würd mir manch scharfer schnabel haut zerritzen
 

Bernd

Foren-Redakteur
Teammitglied
Hallo, Herbert, insgesamt gefällt es mir gut.
Eine Zeile verstehe ich nicht richtig:

und wage nicht trotz angst auch nur zu beben

wenn ich die Kommas so ergänze:
"und wage nicht, trotz angst, auch nur zu beben"
ergibt es wenig Sinn, weil es ein Widerspruch in sich ist.

"und wage, nicht trotz angst, auch nur zu beben"
Das würde ebenfalls unverständlich.

"und wage nicht trotz, angst auch nur zu beben"
Das ergäbe Sinn, fiele aber aus der Rhythmik. Außerdem funktioniert es nicht in der Parallestruktur "ich reg mich nicht aus furcht dass ich verröchel"

Das Gedicht ist insgesamt recht vielschichtig, es erlaubt viele Gedanken, dabei habe ich nur an dieser Stelle Schwierigkeiten.

Verstehen würde ich:
"und wage nicht, aus angst, auch nur zu beben"

Funktionieren würde auch, wenn der Gedanke weiterginge:

"und wage doch trotz angst auch nur zu beben"
oder gar
und wage, nicht trotz angst, auch nur zu beben,
(es folgt, was man wagen soll ...)
 

HerbertH

Mitglied
sinken

ich steh mit bloßen füßen tief im sand
von salz umspült sind jetzt schon meine knöchel
ich reg mich nicht aus furcht dass ich verröchel
und spür der wind leckt an der nassen hand
und kühlt den puls bis zum sekundenschlag
bis blut und schwarze kälte sich bekriegen
die zeit steht stille drum wird keiner siegen
was niemand weiß und niemand glauben mag

ich sinne nach und weiß so grad zu leben
als pfahl auf dem die großen möven sitzen
und wage nicht aus angst auch nur zu beben
nichts bleibt mir statt zu zittern als zu schwitzen
und müsste ich die lider etwas heben
würd mir manch scharfer schnabel haut zerritzen
 

HerbertH

Mitglied
Lieber Bernd,

"aus angst" ist das was ich eigentlich sagen wollte. Danke für den Hinweis und den guten Vorschlag, den ich eingebaut habe.

Liebe Grüße

Herbert
 
F

Fettauge

Gast
Hallo Herbert H.

als Sonett-Thema, real gelesen, finde ich es ein wenig banal. Genauso mehrfach Formulierungen (die Zeit steht stille, drum wird keiner siegen, was niemand weiß und niemand glauben mag). Oder: Das LI steht bis zum Knöchel im Salz und hat Angst, dass es verröchelt (!). Auch scheint mir hin und wieder ein Bild nicht so recht gelungen, z. B.: den Puls bis zum Sekundenschlag, was sich zwar prima liest, aber unlogisch ist.
Aber selbst dann, wenn ich das Gedicht als Metapher lese, bleibt mir zu vieles wolkig, zu schwammig.

Lieben Gruß
Fettauge
 

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