Skizze in Mausgrau

5,00 Stern(e) 3 Bewertungen
Wie der Ruf anschwillt: „schaut her, ich bin nicht vorhanden.“
Und: „Ich fürchte nichts, als das Brecheisen
der Stille“.

Ich sehe den Kindern zu, auf der Straße,
wie sie das Gesicht ihrer Väter trainieren –
schon beinah gewöhnlich.

*
Unter dem Asphalt
das weit verzweigte Wurzelsystem der Kanalisation
belauscht unsere Schritte

„Ich“ ist eine Akte die aufatmet, wenn sie geschlossen wird.
Die Bürokraten, mit den aufgeschlagenen Gesichtern
der Tageszeitung.

*
Grau, heroisch und schwer wie Geröll
das bewegt wird – das Lachen des Gargoyles,
rutscht die Fassaden entlang.

Die Zeit – ein Gobelin mit erhobenen Armen
der gegen den Wind anrudert, mit toten Augen,
aufgeschlagen im Dunkeln.

Ich sehe mich leben und sterben.
Ein Herz aus gehärtetem Gusseisen beginnt langsam
zu schlagen, die Totenglocke

läutet den Tag ein.
 

Franke

Foren-Redakteur
Teammitglied
Mensch Patrick,

diese Skizze sind drei ausgezeichnete Gedichte, die gut für sich alleine stehen könnten.
Das ist ja fast schon Verschwendung.

Liebe Grüße
Manfred
 

Mondnein

Mitglied
Ja, in der Tat: Warum bringst Du die nicht nacheinander ein?

Aber in der Tat bringt man drei ein und zwei gehen rasch verloren, überwuchtert von dem allgemeinen Lyrilyri.
"wie sie das Gesicht ihrer Väter trainieren" brachte mich zum Lächeln,
und all die Verse der drei Gedichte zum Wiederlesen, Mit- und Nachdenken.

Zunächst gefällt mir, wie im zweiten die Metaphern ineinandergeschoben erscheinen, gut verdichtet, die originell-überraschenden Wendungen.

Aber das dritte wächst allmählich in mir an, der Gargoyle, der groteske Wasserspeier, das ist ein starkes Bild.

grusz, hansz
 
Hallo Hansz

Ich dachte die Gedichte passen thematisch recht gut zueinander und sie sind an einem Stück entstanden. Daher habe ich sie zusammen veröffentlicht.

Ich persönlich glaube, dass das erste Stück am stärksten ist, aber wenn dir alle drei gefallen bin ich sehr zufrieden.

L.G
Patrick
 

Oben Unten