Sonntag, 30 Grad (Haibun)

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johP

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Durch die leeren Straßen gehen. Spiegelnde Fenster, dunkle Läden. Ein Vorhang bläht sich im heißen Wind, durch den Spalt quillt Kindergequengel. Der Duft von heißem Asphalt zwischen glänzenden Pflastersteinen. Tauben dösen auf einem Stuckgesims - blinzelnd - so wie ich. Grelles Licht läßt Augen tränen, trocknet die Kehle. Endlich, nur noch wenige, träge Schritte zum kleinen Straßencafe unter Bäumen. Niemand sitzt an den beschatteten Tischen, nur Blätterflüstern und eine Meise singt - leise.
Matt stellt die Kellnerin den Kaffee neben das Wasserglas, von dem schon Tropfen rinnen, einen dunklen Kreis auf den Holztisch malen. Zigarettenrauch, eine verschlungene Säule die sich im Grün verliert.
Oh, Nein !


durch unser Viertel
schallen schräge Chöre
Fußballnachmittag


9.8.2026
 
Zuletzt bearbeitet:

anbas

Mitglied
Moin,

ein Haibun kannte ich noch nicht. Allein dafür schon mal ein Dankeschön, dass ich es nun kennenlernen durfte.

Dieses gefällt mir sehr gut, hab es gerne gelesen.

Liebe Grüße

Andreas
 



 
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