Stadtmomente

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Arcos

Mitglied
Dächer tragen
die kühle Nacht
und in den Häusern
wächst langsam Wärme,
als würde irgendwo jemand
zum ersten Mal
an Hoffnung denken.

Auf den Straßen
nur einzelne Schritte,
jedes Leben ein leiser Strom,
der nicht weiß, wohin er fließt,
und trotzdem weitergeht.

Ein Fenster öffnet sich,
und mit ihm
ein leiser Klang von Geschirr,
ein Husten, dann ein Lachen.
Der Mann pustet
den blauen Dunst
zu den neugeborenen Sternen,
die wie ein Versprechen
in die Dunkelheit leuchten.
Die Frau küsst seine Schulter.
Ihre Hand ruht,
gleich einer Feder,
auf seinem Nacken.

Die Luft trägt den Geruch
von etwas Unausgesprochenem,
das in den Gassen bleibt,
als wüsste es,
dass jeder Tag neu beginnt
und doch niemals
ganz von vorn.
 

anbas

Mitglied
Hallo önder,

sehr stimmungsvoll. Gefällt mir ausgesprochen gut.

Im Anfang
zum ersten Mal an Hoffnung denken
liegt mir vielleicht ein Hauch zu viel Schwere, obwohl ich an sich die gesamte Formulierung zum Einstieg großartig finde. Aber möglicherweise sehe ich das ganz anders, wenn ich das Gedicht zu einem anderen Zeitpunkt nochmal lese.

Liebe Grüße

Andreas
 

wirena

Mitglied
@anbas - "...als würde irgendwo jemand, zum ersten Mal, an Hoffnung denken..." ich denke mit diesem Konjuktiv ist die Schwere gerechtfertigt - einmal ist es das erste Mal -

LG wirena
 

Arcos

Mitglied
Vielen Dank @Aniella , Andreas (@anbas), Claudia (@fee_reloaded) und Anita (@Ubertas) für eure Sterne.
Das freut die Seele!

Andreas (@anbas) und @wirena, danke für die Kommentare.
Mit "würde" erfolgt vielleicht eine kleine Relativierung. Aber natürlich kommt es auch auf die Sichtweise des Lesers an, wie die Wörter bei ihr/ihm wirken.

Grüße
Önder
 



 
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