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wüstenrose

Mitglied
Hi Patrick,

dein Gedicht spricht mich an, ich halte mich aber erst mal ein bissle zurück mit meinem Kommentar, außer:

- ein wenig hat es auch was von einem Rap-Text.

-
4mal starren schiefen
Wänden
hier habe ich 4mal zunächst so verstanden, dass eine extreme Verstärkung erreicht werden soll (doppelt, dreifach ...), doch ich vermute, du wolltest auch den Bezug zu den "vier Wänden" herstellen. Der käme vielleicht klarer raus, wenn du schriebest:
[blue]vier erstarrten ...[/blue]
Trotzdem kann ich auch deiner Version was abgewinnen, wirkt direkt, ungeschminkt.
Also wäge nochmal ab, vielleicht äußert sich auch noch mal jemand speziell zu diesem Punkt.

lg wüstenrose
 
Leben in vergilbten Briefen
Zwischen vier erstarrten schiefen
Wänden und Gedanken
Taumeln, taumeln, schwanken

Kaum ein Licht in meinen Zügen
Das die Spiegel nicht betrügen
Spiegel, die ich sorgsam stehle
Zeigen die gestohlne Seele

Wir, verbittert! Ich und Winseln
Kaum ein Bleiben, kaum noch Inseln
Nur ein Nichts, ein Schein, ein Sein
Taumeln, Ich und Nichts: allein
 
Hallo wüstenrose

Mir gefällt deine Version sehr gut!
Ich habe sie erstmal so übernommen, ich war mit der Zeile auch etwas unzufrieden, so ists besser.
Es sollte übrigens nur der Bezug zu den (eigenen) vier Wänden hergestellt werden, von daher passt es auch inhaltlich besser.

Es freut mich dass du sagst, es hat etwas von einem Rap Text.

Ich interpretiere es mal so, dass sich die Zeilen flott und flüssig lesen, wenn ich darf :D

L.G
Patrick
 
Leben in vergilbten Briefen
Zwischen vier erstarrten schiefen
Wänden und Gedanken
Taumeln, taumeln, schwanken

Kaum ein Licht in meinen Zügen
Das die Spiegel nicht betrügen
Spiegel, die ich sorgsam stehle
Zeigen die gestohlne Seele

Wir, verbittert! Ich und Winseln
Kaum ein Bleiben, kaum noch Inseln
Nur ein Nichts, ein Schein, ein Sein
Taumeln, Ich ein Nichts: allein
 
Leben in vergilbten Briefen
Zwischen vier erstarrten schiefen
Wänden und Gedanken
Taumeln, taumeln, schwanken

Kaum ein Licht in meinen Zügen
Das die Spiegel nicht betrügen
Spiegel, die ich sorgsam stehle
Zeigen die gestohlne Seele

Wir, verbittert! Ich und Winseln
Kaum ein Bleiben, kaum noch Inseln
Nur ein Nichts, ein Schein, ein Sein
Taumeln, Ich und Nichts: allein
 

wüstenrose

Mitglied
flott und flüssig
- ja, das trifft es schon. Was für ein Stakkato an desperaten Fügungen! Hat was von: Was auch immer ich anfasse, es verwandelt sich in Schatten, Nacht und Nichts. Nachdem ich mich gerade noch mal länger in das Gedicht vertieft habe, war mir plötzlich zum Lachen zumut. Vielleicht, weil der angeschlagene Ton Druck erzeugt (die Zeilen wirken wie ein fortgesetztes Hämmern), keine Auswege anbietet und irgendwie zum Heulen ist - - - der Leser diesem Desaster (das auch nach ihm zu greifen beginnt) aber doch lieber entrinnen möchte.
 
Hallo wüstenrose

Hmm, der Text giebt einen Ausweg aus dem Desaster ja durchaus vor.
Das Lyri. das sich die Spiegel der Erinnerung vorhält (Leben in vergilbten Briefen) und von ihnen betrogen wird, da sie kaum mehr als eine vergangene Seele zeigen.
Vorallem aber überblenden sie das Licht in den Zügen des Lyri.
Das bedeutet aber: Es gibt Licht, die Lage ist nicht hoffnungslos.

Mir war es sehr wichtig diese "Hoffnung" mit einzubauen.

Ich weiß nur nicht ob ich den Text vielleicht überladen habe? ob es zuviel ist?

L.G
Patrick
 

wüstenrose

Mitglied
noch mal ein kurzes Feedback, Patrick:

Mir gefällt hier einfach die Sprache des Gedichts, der Sprachstil, Sprachduktus, mir gefällt das, was Sprache hier atmosphärisch bewirkt; ich empfinde, dass hier auf sehr gelungene Weise skizziert ist: ein fehlender Boden unter den Füßen, eine Übersensibilität, eine beschädigte Identität ...
Die "Geschichte", die im Gedicht steckt und die du in deinem Kommentar angedeutet hast, die habe ich eigentlich gar nicht so wahrgenommen, aber ich hab trotzdem nichts vermisst, wie gesagt: die einzelnen Bilder gefallen, die Summe der Bilder schafft Atmosphäre, dein ganzes Gedicht transportiert tatsächlich den Taumel, von dem eingangs die Rede ist.
 

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