Still. Tod. - Sonett -

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Walther

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Still. Tod.

Die Blicke wollen über Blütenwogen schweifen.
Stattdessen hält sie nur Beton gefangen.
Die Bäume sind in ihren Wald gegangen,
Wo sie sich ängstlich an den Ästen greifen.

Den Wind hört man durch Fluchten pfeifen;
Fassadenbacken zwängen sie wie Zangen.
Man kann schon auf die andre Seite langen.
Die Läden schmerzen vom Zusammenkneifen,

Die Scheiben sind im müden Grauton schimmernd
Und werfen niemandem etwas entgegen:
Kein Bild, kein böses Wort. Der Mond liegt simmernd

Am Horizont in Nebelsuppe. Regen
Verlangt der Stadtparkrasen leise wimmernd:
Aus Hofeinfahrten stürzt Tiefschwarz entgegen.
 
Zuletzt bearbeitet:

SánchezP

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Hallo Walther,

da entstehen sehr schöne Bilder beim Lesen! Vor allem die Bäumen, die sich an den Ästen greifen, haben es mir angetan:cool: .

Zwei kleine technische Fragen:
  1. Wie ist das generell mit der Silbenanzahl in Sonetten? In deinem Werk hat V9 neun Silben, wohingegen die sich darauf reimenden Verse V11 und V13 jeweils elf Silben haben.
  2. V10: Ist da das Wort "etwas" nicht falsch betont?
Viele Grüße
Sánchez
 

Walther

Mitglied
Hallo Walther,

da entstehen sehr schöne Bilder beim Lesen! Vor allem die Bäumen, die sich an den Ästen greifen, haben es mir angetan:cool: .

Zwei kleine technische Fragen:
  1. Wie ist das generell mit der Silbenanzahl in Sonetten? In deinem Werk hat V9 neun Silben, wohingegen die sich darauf reimenden Verse V11 und V13 jeweils elf Silben haben.
  2. V10: Ist da das Wort "etwas" nicht falsch betont?
Viele Grüße
Sánchez
Hi @SánchezP,
danke fürs reinschauen. du hast mich erwischt (und auch nicht). in der tat ist /war S3V1 nur vierhebig (gewesen). ich habe jetzt das "müden" eingebaut, bei dem ich schwanke, ob reinstellen oder einfach lassen. man darf auch mal einen takt weglassen, wenn es passt.
lg W.
 

AbrakadabrA

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Du hattest Dich in meinem Buchveröffentlichungsfaden darüber beklagt, niemand ausser Dir selbst und Tula hege Interesse an Deiner Kunst.

Woran liegt das?
 

Walther

Mitglied
Du hattest Dich in meinem Buchveröffentlichungsfaden darüber beklagt, niemand ausser Dir selbst und Tula hege Interesse an Deiner Kunst.

Woran liegt das?
Hi Aron,
habe ich das? ich habe nicht geklagt. ich habe das gesagt, was realität ist.
lyrik schreibt man und besonders frau gern selbst. darüber hinaus ist das interesse eine/r Autor/s/in eher beschränkt. es sei denn, man ist ein "großer". dann verkauft sich alles. sogar schrott (Grass poesie z.b.).
lg W.
 

rogathe

Mitglied
Hallo Walther,
einen kleinen Änderungsvorschlag hätte ich:
statt "Fassadenbacken zwängen sie wie Zangen."
Fassadenwangen zwängen sie wie Zangen.
LG rogathe
 

Walther

Mitglied
Hallo Walther,
einen kleinen Änderungsvorschlag hätte ich:
statt "Fassadenbacken zwängen sie wie Zangen."
Fassadenwangen zwängen sie wie Zangen.
LG rogathe
Hi rogathe,
danke fürs lesen und den schon rein klanglich sehr überlegenswerten vorschlag. leider sind es bei werkzeuge "backen". da passt es mit den "wangen" aus gründen der korrekten technischen begrifflichkeit nicht. das ist auch der grund, warum ich so formuliert habe - den reiz des vorschlags durchaus nicht abwertend. ich hoffe auf verständnis.
lg W.
 


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