Strings der äonen

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Walther

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Strings der äonen

Der nach hall des ur
knalls zerrt an den strings
der äonen – er bläht &
staucht sie: die schöpfung
lebt

Die fransen des schwarzens
lochs schlingen ihre schwer
kraft tentakeln ums
licht: wer über dem er
eignis horizont hin
aus will sei gewarnt

Selbst der bart des gott
vaters wirkt verzerrt vor
dem orkus in den sich
gravitätisch das welt
all aus beult

In ein wo anders das
nicht sicht bar ist & bleibt
in der drehung verliert
es sich selbst & wird
verschwinden
wie wir
 
Zuletzt bearbeitet:

Walther

Mitglied
der orkus, also:


grusz, hansz

P.S.: Ja, das ist die Frage: ob sich das schwarze Loch als punktuelles Durchgangsnadelör eines fürstbangigen Universums in andere Dimensionen hinein=hinaus umstülpt.
Hallo hansz,
der bescheidene dichter dankt sowohl für das fehler-monitum (ist bereits gefixt) als auch für die sehr freundliche leseempfehlung. immer mal wieder habe ich's mit dem weltall - diesmal war's eine gute poetin, die sich am schwarzen loch versuchte (umpf) und so den anstoß gab. ereignishorizonte zu bedenken.
die stulpen ins paralleluniversum habe ich dann mitbedacht.
lg W.
 

Mondnein

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Ich wollte noch fragen, Walther,

ob Du beim "orkus" an den "schiefen Orkus" bei Hölderlin gedacht hast? Ist ja ein ziemlich seltenes Wort, das von der einen Stelle zur entfernten anderen hinüber schallt, auf dem Weg durch den gemeinsamen Bedeutungsraum der Leser, die s in sich hören.

grusz, hansz
 

Walther

Mitglied
Ich wollte noch fragen, Walther,

ob Du beim "orkus" an den "schiefen Orkus" bei Hölderlin gedacht hast? Ist ja ein ziemlich seltenes Wort, das von der einen Stelle zur entfernten anderen hinüber schallt, auf dem Weg durch den gemeinsamen Bedeutungsraum der Leser, die s in sich hören.

grusz, hansz
wörter wie äonen und orkus ziehen ganze fäden an assoziationen mit sich,
lb hansz,
diese anzuregen ist die aufgabe dieser art von poesie.
lg W.
 

Mondnein

Mitglied
"äonen" sind nicht so selten wie der "orkus", lieber Walther,

1. ein klangwunderschönes Wort, fast nur aus Vokalen (zufälligerweise in der Reihenfolge des Alphabets a-e-i-o-u) gesungen;
2. ein Schlüsselbegriff von erstaunlicher etymologischer Tiefe:

griech. aiôn - aei ôn - der immer seiende, das Möbiusband des Zeitenkreises
entsprechend dem lat. aevum und der dt. Ewigkeit.

personifiziert aufgrund des persischen Archetyps vom "zarvan akarana", bildhaft der "ouroboros", die Schlange, die sich in den Schwanz beißt (Novalis, das Astralis-Gedicht zu Beginn des zweiten Teils im "Heinrich von Ofterdingen": "hier Zukunft in der Vergangenheit"),
und als Kind, vor allem als das messianische Erlöser-Kind des goldenen Zeitalters im Immanuel-Buch des Jesaja, in der vierten Ekloge Vergils und im Aiôn-Spruch Heraklits:
Ho Aiôn esti Pais
paizôn​
pesseuôn​
Der Zeitenkreis ist ein Kind,
kindlich spielend,​
Brettsteine setzend​
grusz, hansz
 

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