Die Stimmung am Küchentisch war angespannt: „Das Raubzeug muss weg“, sagte der Jäger.
„Für deine Katze trägst du Verantwortung“, ermahnte mich Vater.
„Mein Tipu ist ein großer Rächer. Er beißt alle bösen Hunde.“
Dafür ohrfeigte mich der Jäger. Vater regte sich auf, und die Sache mit dem Dackel war für ein paar Minuten vergessen. Der hieß Luzifer von Rabenstein, war ziemlich teuer gewesen und hatte schon zwei unserer Katzen gerissen. „Ach, bloß Katzen!“, hatte der Jäger gesagt und meinen Vater auf ein Bier eingeladen. Es waren aber meine Katzen, und ich bekam nicht einmal eine Limonade.
„Luzifer taugt nur noch zum Ausstopfen, aber ich verspreche: Euer Raubzeug kommt mit in die Vitrine.“
„Die Katze? Du spinnst wohl, und außerdem: Es ist doch nur ein Hund.“
„Das war mein bester Jagdhund und ein teurer Zuchtdackel, der jetzt nutzlos ist!“
„Und wenn ich dir zehn Festmeter überlasse? Gut abgelegen, ofenfertig? Und du“, er wandte sich an mich: „verzichtest auf dein Taschengeld.“
„Für Tipu tue ich alles.“
„Behalte dein Holz. Ich gehe jetzt und schieß das Raubzeug ab. Wenn du dich traust, zeig mich an. Die Rechnung für Luzifer bekommst du später und rede dich bloß nicht auf diesen Balg heraus. Im Gegensatz zu dir mache ich meine Kinder selber!“
Die Tür knallte und ich stammelte: „Stimmt das?“ Wir hatten eine lange Aussprache bis ein Schuss ertönte.
Ich konnte bis Mitternacht nicht einschlafen, aber träumte schließlich, dass Tipu und Luzifer vor meinem Bett erschienen. Sie hatten sich versöhnt und waren gewachsen: Tipu sah aus wie ein Tiger, Luzifer wie ein Wolf. Beide trugen etwas Kugeliges in den Mäulern, in ihren Augen funkelte Triumph.
„Ihr seid beide große Rächer“, flüsterte ich.
Tipu legte nun seine Beute vorsichtig ab, kam zu mir und leckte meine Nasenspitze ab. Luzifer tat es ihm gleich. Mir wurde schwarz vor Augen. Als ich wieder zu mir kam, waren beide verschwunden, nur zwei Flecken blieben am Bretterboden zurück.
Noch in derselben Nacht kam der Jäger mit Schmerzen ins Krankenhaus. Bald darauf zog er fort und wechselte den Beruf. Vater traf ihn später noch einmal und schüttelte den Kopf: „Du weißt, was der für ein Grobian war. Aber jetzt: sowas von supersensibel.“
„Für deine Katze trägst du Verantwortung“, ermahnte mich Vater.
„Mein Tipu ist ein großer Rächer. Er beißt alle bösen Hunde.“
Dafür ohrfeigte mich der Jäger. Vater regte sich auf, und die Sache mit dem Dackel war für ein paar Minuten vergessen. Der hieß Luzifer von Rabenstein, war ziemlich teuer gewesen und hatte schon zwei unserer Katzen gerissen. „Ach, bloß Katzen!“, hatte der Jäger gesagt und meinen Vater auf ein Bier eingeladen. Es waren aber meine Katzen, und ich bekam nicht einmal eine Limonade.
„Luzifer taugt nur noch zum Ausstopfen, aber ich verspreche: Euer Raubzeug kommt mit in die Vitrine.“
„Die Katze? Du spinnst wohl, und außerdem: Es ist doch nur ein Hund.“
„Das war mein bester Jagdhund und ein teurer Zuchtdackel, der jetzt nutzlos ist!“
„Und wenn ich dir zehn Festmeter überlasse? Gut abgelegen, ofenfertig? Und du“, er wandte sich an mich: „verzichtest auf dein Taschengeld.“
„Für Tipu tue ich alles.“
„Behalte dein Holz. Ich gehe jetzt und schieß das Raubzeug ab. Wenn du dich traust, zeig mich an. Die Rechnung für Luzifer bekommst du später und rede dich bloß nicht auf diesen Balg heraus. Im Gegensatz zu dir mache ich meine Kinder selber!“
Die Tür knallte und ich stammelte: „Stimmt das?“ Wir hatten eine lange Aussprache bis ein Schuss ertönte.
Ich konnte bis Mitternacht nicht einschlafen, aber träumte schließlich, dass Tipu und Luzifer vor meinem Bett erschienen. Sie hatten sich versöhnt und waren gewachsen: Tipu sah aus wie ein Tiger, Luzifer wie ein Wolf. Beide trugen etwas Kugeliges in den Mäulern, in ihren Augen funkelte Triumph.
„Ihr seid beide große Rächer“, flüsterte ich.
Tipu legte nun seine Beute vorsichtig ab, kam zu mir und leckte meine Nasenspitze ab. Luzifer tat es ihm gleich. Mir wurde schwarz vor Augen. Als ich wieder zu mir kam, waren beide verschwunden, nur zwei Flecken blieben am Bretterboden zurück.
Noch in derselben Nacht kam der Jäger mit Schmerzen ins Krankenhaus. Bald darauf zog er fort und wechselte den Beruf. Vater traf ihn später noch einmal und schüttelte den Kopf: „Du weißt, was der für ein Grobian war. Aber jetzt: sowas von supersensibel.“
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