Tageslicht

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Pating

Mitglied
Wenn ich allein bin
in deinen Armen
Wenn ich alleine bin
mitten im Wortschwall

versuche ich zu vergessen
wie einsam
meine Existenz sein kann
weil das
was ich wirklich zu sagen habe

an Mauern abprallt
und mit betretenden Schweigen
versucht wird
das Gespräch in eine Richtung zu lenken
in der jeder seine Rolle einnehmen kann

Die Schönheit
liegt oft in der Zerbrechlichkeit
und nicht in der Eitelkeit
die Solidarität
in der Schwäche

Wahre Begegnungen
in der brutalen Ehrlichkeit
mit der wir uns nicht betrachten wollen
in den Ängsten
die wir alle gemeinsam haben

Anders
können wir uns auch begegnen
aber du wirst immer
alleine bleiben
und ich auch

Unsere Zweifel
unsere Ängste
unsere Schwächen

wirken unter Tageslicht
nicht bedeutungslos
aber ungewohnt
und unerwartet
harmlos
 

L'étranger

Mitglied
Hallo Pating,

das, was du hier schreibst, ist es auf jeden Fall wert, gesagt oder geschrieben zu werden.

Ich lese es eigentlich als Prosa in graphischer Darstellung.

Du wirst hier einiges an guten, modernen Gedichten finden, eben auch "Prosagedichte", aber lese und spreche sie. Sie nutzen doch eine feinere Sprache, malen mit Bildern und Lauten, spielen mit Rythmen ...

Da geht mehr, als du in diesem Gedicht zeigst.

Gruß, und willkommen
von Lé.
 
Ich sehe es genauso wie l'étranger. Was Du sagst ist unbedingt wert, geschrieben und gelesen zu werden. Besonders die letzten beiden Verse finde ich ganz phantastisch. Nur ein Kritikpunkt: "mit betretenden Schweigen" klingt für mich einfach nur falsch, was es ja auch ist. Benutze doch einfach das korrekte "mit betretenem Schweigen". Das funktioniert doch bestens.
 

revilo

Mitglied
Wenn ich allein bin
in deinen Armen
einsam mitten
im Wortschwall

versuche ich
die Einsamkeit zu vergessen

weil meine Worte
sich verflüchtigen
und sich in
Schweigen hüllen


Schönheit wiegt sich
in Zerbrechlichkeit
nicht in Eitelkeit


Begegnungen leuchten
in Ehrlichkeit und
in gemeinsamen Ängsten

du wirst immer
alleine bleiben
und ich auch

Unsere Zweifel,
Ängste,
Schwächen

schillern unter Tageslicht
nicht bedeutungslos
aber unerwartet
harmlos
Grüß Dich, Lyrik lebt von sich aus allein...Du musst dem Leser nicht alles erklären.....Lg revilo
 

revilo

Mitglied
Hallo WalksWithThe Bear,

ja, die Kunst an der Lyrik ist, dass man den Text verdichtet.
Man darf dem Leser nicht alles fertig abliefern, sondern die Bilder müssen in seinem Kopf entstehen. Für mich ist es dann immer am Schönsten, wenn die Lesart der Leser von meiner eigenen abweicht. Dann hat ein Gedicht seinen Zweck erfüllt.
Ich bin gespannt auf weitere Gedichte von dir!

Liebe Grüße
Manfred

treffender als Franke kann man Lyrik nicht beschreiben......Lg revilo
 

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