Cecilya Revaness
Mitglied
Wie viele Pirouetten wir wohl gedreht haben, seid unser Bewusstsein zum ersten Mal mit unserem Träger verschmolz?
Wir oft hatten wir mit sanftem Abrollen den Holzboden berührt?
Oder den leicht kühlen Lufthauch in unseren Fasern gespürt?
Wie oft hielten wir unseren Träger fest im Bewusstsein unserer Nähte, wie viele Male in unseren Spitzen?
Musik, ein endloses Rauschen von Vibrationen voller Höhen und Tiefen, die mit unser beider Bewusstsein immer mehr verschmolz, bis beide Teile eins wurden.
Im Einklang schufen wir eine Welt hinter der Vibration und gaben so der Musik den Tanz, den sie verdiente.
Und auch ohne unseren Träger hallen sie noch.
Die Klänge der Melodien.
Die Vibration des Bodens.
Die Gefühle unseres Trägers.
Feine Schwingungen, längst verhallt und doch in unseren Fasern präsent als würden wir sie in diesem Moment erleben.
Wir haben den Tanz zum Leben erweckt und unzählige Male mit der Welt geteilt.
Melodie für Melodie. In jedem Schritt. In jedem Sprung. In jedem Innehalten. In jedem Wirbeln.
Und nicht nur wir. Denn wir waren nie allein auf dem Platz, den die Träger „Bühne“ nennen.
Auf den Schwingen der unzähligen Übungsstunden setzten weitere Resonanzen den Tanz in gleicher Weise um wie wir es taten. Wir, im Einklang mit so vielen weiteren.
Ohne uns zu sehen.
Ohne uns zu spüren, wie wir unsere Träger spüren.
Denn wir spüren tiefer.
Wie unsere Träger die Vibrationen und Klänge in ihrem Körper spüren und in der Seele verewigen, spüren wir sie in dem, was wir sind.
Im robusten Canvas. Im weichen Samt. In hartem Leder und selbst im geklebten Karton, der die Zehen unserer Träger schützt.
In alle dem sitzen die Erinnerungen. Leise flüstern sie in den Nähten nach. Setzen sich in der Sohle fest wie Rost auf unbenutztem Gefährt.
Doch wir sind nicht unbenutzt.
Wir biegen uns, wir laufen, hüpfen, springen.
Wir erzählen Geschichten. Und wir werden nicht müde vom Erzählen. Denn das ist es, wofür wir gemacht wurden.
Wir tragen.
Wir erinnern.
Doch irgendwann merken wir, dass sich etwas wandelt. Unser Träger wird schwerer. Die Vibrationen größer. Nicht mehr nur ein Hauch, sondern eine Prise. Eine Prise, die sich langsam zwischen die Maschen schiebt wie der Sand zwischen die Zehen.
Jedes Lied hat seine letzte Note, jede Geschichte ein Ende.
Ist es jetzt auch bald unser Ende?
Es gibt doch noch so viele Melodien!
So viele Schritte zu tun, so viele Vibrationen zu fühlen.
So viele Geschichten zu erzählen.
Und doch…die Prise der Zeit verstärkt sich mit jedem Schritt, den wir gehen, mit jedem Sprung, den wir abfedern.
Und ehe wir noch hoffen können, weiter zu singen in unseren Nähten, verbleiben wir mit einem Mal im Dunkeln.
Ohne Berührung unseres Trägers schwindet unser Sein zu einem Hauch Erinnerung, ohne je ganz vergessen zu werden.
Denn in allem, was wir sind, in jeder Faser, der sich verdichtet zu Stoff und Stoff zu Form sind wir und werden es bleiben:
Die Schuhe, die Musik zu Geschichten formen.
Wir sind Ballettschuhe.
Wir oft hatten wir mit sanftem Abrollen den Holzboden berührt?
Oder den leicht kühlen Lufthauch in unseren Fasern gespürt?
Wie oft hielten wir unseren Träger fest im Bewusstsein unserer Nähte, wie viele Male in unseren Spitzen?
Musik, ein endloses Rauschen von Vibrationen voller Höhen und Tiefen, die mit unser beider Bewusstsein immer mehr verschmolz, bis beide Teile eins wurden.
Im Einklang schufen wir eine Welt hinter der Vibration und gaben so der Musik den Tanz, den sie verdiente.
Und auch ohne unseren Träger hallen sie noch.
Die Klänge der Melodien.
Die Vibration des Bodens.
Die Gefühle unseres Trägers.
Feine Schwingungen, längst verhallt und doch in unseren Fasern präsent als würden wir sie in diesem Moment erleben.
Wir haben den Tanz zum Leben erweckt und unzählige Male mit der Welt geteilt.
Melodie für Melodie. In jedem Schritt. In jedem Sprung. In jedem Innehalten. In jedem Wirbeln.
Und nicht nur wir. Denn wir waren nie allein auf dem Platz, den die Träger „Bühne“ nennen.
Auf den Schwingen der unzähligen Übungsstunden setzten weitere Resonanzen den Tanz in gleicher Weise um wie wir es taten. Wir, im Einklang mit so vielen weiteren.
Ohne uns zu sehen.
Ohne uns zu spüren, wie wir unsere Träger spüren.
Denn wir spüren tiefer.
Wie unsere Träger die Vibrationen und Klänge in ihrem Körper spüren und in der Seele verewigen, spüren wir sie in dem, was wir sind.
Im robusten Canvas. Im weichen Samt. In hartem Leder und selbst im geklebten Karton, der die Zehen unserer Träger schützt.
In alle dem sitzen die Erinnerungen. Leise flüstern sie in den Nähten nach. Setzen sich in der Sohle fest wie Rost auf unbenutztem Gefährt.
Doch wir sind nicht unbenutzt.
Wir biegen uns, wir laufen, hüpfen, springen.
Wir erzählen Geschichten. Und wir werden nicht müde vom Erzählen. Denn das ist es, wofür wir gemacht wurden.
Wir tragen.
Wir erinnern.
Doch irgendwann merken wir, dass sich etwas wandelt. Unser Träger wird schwerer. Die Vibrationen größer. Nicht mehr nur ein Hauch, sondern eine Prise. Eine Prise, die sich langsam zwischen die Maschen schiebt wie der Sand zwischen die Zehen.
Jedes Lied hat seine letzte Note, jede Geschichte ein Ende.
Ist es jetzt auch bald unser Ende?
Es gibt doch noch so viele Melodien!
So viele Schritte zu tun, so viele Vibrationen zu fühlen.
So viele Geschichten zu erzählen.
Und doch…die Prise der Zeit verstärkt sich mit jedem Schritt, den wir gehen, mit jedem Sprung, den wir abfedern.
Und ehe wir noch hoffen können, weiter zu singen in unseren Nähten, verbleiben wir mit einem Mal im Dunkeln.
Ohne Berührung unseres Trägers schwindet unser Sein zu einem Hauch Erinnerung, ohne je ganz vergessen zu werden.
Denn in allem, was wir sind, in jeder Faser, der sich verdichtet zu Stoff und Stoff zu Form sind wir und werden es bleiben:
Die Schuhe, die Musik zu Geschichten formen.
Wir sind Ballettschuhe.