TIEFENÄSTHETIK, OBERFLÄCHLICH

Manfred Ach

Mitglied
TIEFENÄSTHETIK,
OBERFLÄCHLICH


Wir nennen die Dinge hier Dinge. Die Dinge sind im Grunde nichts als die Gesamtheit ihrer Funktionen/Verknüpfungen. Die Worte wohnen in den Dingen und nicht im Verstand dessen, der sie benennt.

Wir fischen im ältesten Meer (mehrere Grüße an die Pentastruktur des Wassers!). Wildgehörnt scheren wir hinab, Traummäandern nachzuschlingern. Komm mit, himmelblinder Mondhammel!

Wir sind fortschrittlich. Fortschreiten heißt im Gegensinn gehen, Rückführung zur Struktur. Das neue/alte Totum entsteht durch Adjunktion/Separierung der einzelnen Denk-Bilder/Welt-Bilder.

Wir schreiben am universellen Buch. Wir haben in uns die Stoffe aller Welten. Wir brauchen nicht zu warten, bis der Mond aufgeht, damit wir einen Grund zum Singen haben.

Jedes Wort ist Momentaufnahme, Querschnitt, Knotenpunkt. Jedes Wort ist ein Vortex, ist Spiel-Zeug, eine Hierarchie von Kontexten. Der Über-Blick ist der Pulszusammenschlag von All und Ich.

Lass hören und sehen: Das Wort ist Klanggestalt/Schwingungsfigur. Semantische Information wird nicht "übertragen", sondern "realisiert", indem der Ablauf sichtbar gemacht wird. Der Mitspieler hat die Wahl, den Code zu assimilieren oder am Synapsenbahnhof umzusteigen in einen anderen Zug (wir empfehlen den Noradrenalin-Express via Black-Box-Tunnel).

Wir atmen alle die gleiche Luft, aber wir entnehmen ihr verschiedene Substanzen. Der obere Teil der Brust mit den Atmungs- und Sprechorganen ist der "Spiegel Gottes" (J.G. Gichtel, Theosophia Practica). Die Einverleibung ist das inkarnierte Wort.
 

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