Totes Land - Sonett

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Walther

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Totes Land

Das tote Land hat mich in sich geborgen.
Der Wind bläst kalt. Der Nebel liegt jetzt dichter,
Als er es früher tat, und die Gesichter
Verschließen sich dem Gestern und dem Morgen.

Der Welt sind die Gewissen harte Richter.
Die Ausflucht flieht ins Leere. Sie besorgen,
Dass Wahres wahr bleibt. Das, was sonst verborgen
Ist, leuchtet hell. Das Leben als ein Schlichter

Und Schlachter, Schlechter, ewig nie Gerechter:
Ich liege dort. Der Wind hat sie gebogen,
Die Bäume wie die Häuser. Nie war echter

Je falscher. Dunkel ist hier eingezogen:
Es blieb in Ästen hängen. Ein Verfechter
Der Klarheit hat noch niemals gut gelogen.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschtes Mitglied 19299

Gast
Wie aktuell, lieber Walther. Jeder Vers strotzt vor Aktualität.
LG
Keram
 


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