trivial

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trivial

Mitglied
Ohne dich
liebe ich dich.

dunkle blume trage mich
schwarze sonne
warme länder

Zu große Worte,
wie der alte Pull-over,
die zerschlissene Jeans,
auftragen, hineinwachsen

Verneinter Mond verneine mich.

Sind sie nicht
ungenügend?

Die Konturen
von Gedanken

Gedichte wie
verbranntes Haar

Sie ließ sich nieder
in mir
Aus ihr wuchs heraus:
Die Gnade und die Fülle.

Um zu fassen umfasst es mich.

Sie lächelt.

Hier stehen,
so stehen –
still.

Was trage ich in mir,
bewegen,
mitbringen,
verbergen,
halten –

es fließt
und reißt.

Was fände ich,
was fände mich?

Mutter stach mir ins Herz.

Nun weiß ich,
wo es gewesen wäre.

Gut, dass du fehlst.
 
Hallo trivial,

ich finds etwas konfus. Vielleicht zu sehr bemüht, ein Gedicht aus den Gedanken zu machen.
Warum zum Beispiel ist es für das Gedicht wichtig zu zeigen, dass man den Wortsinn des Begriffs Pullover verstanden hat?
Trägt das was zum Kerngedanken bei?
Ich weiß ja, dass Texte nicht immer einen roten Faden haben müssen. Es gibt auch lesbare Gedankengeflechte oder
Stapelungen - hier fehlt mir aber doch irgendwas, das mich am Ende noch erinnert, wo ich losgegangen bin. Verstehst du?

ratloser Clown
 

wirena

Mitglied
@Clown seiner Klasse - Hallo Clown – Dein Erleben ist gar nicht mein Erleben. Ich lese, gehe mit und verstehe – mag nicht analysieren – es ist gut so, wie es ist.

Zitat: «Ohne dich, liebe ich dich – Gut, dass du fehlst» Zitatende, formuliert etwas, das ich nicht in Worte fassen kann und mag, und der Text zwischen diesen ersten und letzten Zeilen, beschreibt einfach auf schöne, klingende Weise, das Leben, das lebt und erlebt wird.
 

trivial

Mitglied
Lieber Clown,

danke für Deinen Kommentar. Ich bin mir sicher, es gibt bestimmt vieles, was an meinen Texten zu kritisieren wäre, und natürlich könnte man auch jede Kritik retrospektiv abwehren, indem man den Mangel zur Absicht erklärt.

Aber ich muss gestehen, so ganz verstehe ich Deine Kritik noch nicht. Eine generelle Inkohärenz scheint es ja nicht zu sein, die Du kritisierst. Andererseits nichts würde mir stärker widerstreben als eine pauschal-touristische Rundreise – eine Reise ohne Gefahr, an deren Ende man als derselbe ankommt, der losgegangen ist. Also ein Erleben, das nur verwaltet wird: nichts, das einen berührt, vielleicht sogar so verändert, dass man nicht mehr zum Ursprung zurückkehren kann.

Auch wenn dieses Gefühl bei mir beim Lesen Deines Kommentars aufkam, scheint es das ja nicht zu sein, was Du meinst.

Gerade deshalb erschließt sich mir aber die Kritik bzw. das Bedürfnis, am Ende noch wissen zu wollen, wo man losgegangen ist, nicht ganz; beziehungsweise möchte ich, dass man am Ende gerade nicht mehr dorthin zurückkann. Es soll keine Positionalität besitzen, sondern aus sich heraus für sich stehen.

Und insofern wäre der von Dir benannte Mangel tatsächlich Absicht. ;)

Liebe Wirena,

ich danke Dir für Deine Worte und Dein Mitfühlen, das freut mich sehr.

Liebe Grüße
Rufus
 

Ubertas

Mitglied
Lieber Rufus,

ich mag nicht alles in diesen Zeilenraum hineinfügen können, was ich mir in deinem Gedicht denke.
Ohne dich
liebe ich dich.
Vielleicht ist es keine Vernunft, die mich diese Nachricht an dich schicken lässt, sondern vielmehr die Beweglichkeit dessen, "was gut ist?". Und ich finde darauf einen Hinweis: um zu fassen umfasst es mich
So wie ich es lese und so wie meine ich auch zeitlich, vollzieht exakt dein Gedicht dies, keinen Auftrag - umfasst es mich.
Und große Worte die neben den kleinen alltäglichen stehen, sind sie herausgewachsen? Muss man sie erst auftragen, ist man ihnen eingewachsen und doch nicht in ihnen? (sind nicht genug!)
Gibt man sich hinab, in die Verneintheit des Mondes, der einen selbst verneinen soll, fasst an die Umrisse jener Gedanken, schlittert fast fassbar über die Gesichter, die eingerahmten?
Eine neue Form. Und so gefunden, was war, wird möglich durch Fehlen. Es ist und darin: Was fände ich, was fände mich? Nur der Versuch.
Alles andere als belanglos.
Das Wunderbare an deiner Lyrik ist, dass ich niemals aus ihr zurückkomme mit dem Blick, mit dem ich in sie hineingegangen bin.
Dafür danke ich dir und wieder.
Und für dieses Gedicht und alle davor.

Lieben Gruß,
ubertas
 



 
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